Egal um welche Steuerart es geht, bei einer Außenprüfung werden die Finanzbeamten immer fündig. Für einen auf den Steuerprüfer wartenden Unternehmer kann dies nur heißen, im Vorfeld alles daran zu setzen, dass der „Schaden“ wenigstens möglichst gering ausfällt. Eine Hilfestellung beider gezielten Fehlersuche bieten die statistisch aufgearbeiteten  Ergebnisse bereits abgeschlossener Prü­fungen in Unternehmen. Aktuell sind die Statistiken zur Lohnsteuer-Außenprüfung  2016 veröffentlicht worden. Rund 8.000 Euro muss im Durchschnitt jeder der kontrollierten Arbeitgeber zusätzlich an das Finanzamt abführen.

Eine vorsorgliche Fehlerkontrolle kann deshalb nur im Interesse des Unternehmers liegen. Nach­folgend finden Sie zur ersten Orientierung typische Sachverhalte mit hoher Prüfungswahrscheinlichkeit. Aktuelle  Knackpunkte:

1. Geschenke an Geschäftsfreunde , Kunden und Mitarbeiter im Hinblick auf geltende Freigrenzen. Hier im Besonderen die pauschale Versteuerung (§ 37b EStG) durch den Unternehmer selbst;

2. Mini-Jobs. Bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen das Einhalten der 450 Euro-Grenze we­gen des gesetzlichen Mindestlohnes. Kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse im Hinblick auf die zeitli­chen Grenzen. Außerdem Vollständigkeit der nach § 40a EStG notwendigen Aufzeichnungen;

3. Sachbezüge der Mitarbeiter werden in den Lohnkonten nicht einzeln bezeichnet, wie nach § 4 Lohn­ steuer-Durchführungsverordnung  gefordert.

Empfehlungen dazu:

a) Überprüfen Sie rechtzeitig vor einer anstehenden Lohnsteuerprüfung alle diese Unterlagen auf Plau­sibilität und Richtigkeit. Besprechen Sie sich dazu ggf. vorab mit dem steuerlichen Berater;

b) Gab es bereits früher Betriebsprüfungen, sollten Sie auch die Berichte dazu parat haben. Im Fall des Falles kommt es ggf. darauf an zu wissen, ob und wie gleiche Sachverhalte damals bewertet worden sind. Soll aktuell davon abgewichen werden, bedarf es von Seiten der Steuerprüfer schon einer nach­ vollziehbaren Begründung.

Quelle:
BBE Cheftelegramm Nr. 1231
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