Haben Sie bereits die Jahresabschlussrechnung von Ihrem Steuerberater erhalten? Dann sollten Sie sich diese genau ansehen . Es geht darum festzustellen , inwieweit er von seinem Gestaltungsspiel­raum beim Honorar Gebrauch macht; bzw., ob er sich an zuvor getroffene Vereinbarungen gehalten hat.

Das Problem: Repräsentative feste Gebührensätze gibt es nicht. Das wäre aber auch nicht sachge­recht. Art, Umfang, Intensität und Schwierigkeitsgrad der Beratungsleistungen können im Einzelfall stark voneinander abweichen.

Trotzdem haben Unternehmer eine ganze Reihe von Möglichkeiten zum Vergleich. Der steuerliche Berater muss seine Leistungen im Regelfall über die Gebührenverordnung für Steuerberater abrechnen. Diese gibt ihm bei sämtlichen Tätigkeiten einen Spielraum bei der Gebührenberechnung.

Um sich ein klares Bild zu verschaffen, sollte zumindest  in etwa das besondere Abrechnungs­system bekannt sein. Unterschiedliche Varianten kommen in Betracht. Die maßgebenden Einzel­heiten:

  1. Die meisten Beratungsleistungen werden auf Basis so genannter Wertgebühren berechnet. Die Höhe der Gebührenrechnung richtet sich zum einen nach dem Gegenstandswert . Beim Aufstellen eines Jah­resabschlusses etwa nach dem Mittelwert zwischen berichtigter Bilanzsumme und dem wirtschaftlichen Umsatz. Zum anderen nach der Kostentabelle und der Höhe der Gebühr, die innerhalb eines Gebühren­rahmens vom Steuerberater eigenständig festgelegt werden darf. Erstellt er beispielsweise für das Un­ ternehmen den Jahresabschluss (Bilanz, GuV-Rechnung), darf er für seine Arbeit im für den Unterneh­mer günstigsten Fall eine volle Gebühr nach Tabelle B, im ungünstigsten Fall eine vierfache Gebühr verlangen;
  2. In gesetzlich vorgegebenen besonderen Fällen darf er eine Zeitgebühr berechnen. Diese liegt zwi­schen 30 und 70 Euro je angefangene halbe Stunde;
  3. Höhere Gebühren als nach der Steuerberater-Gebührenverordnung  sind nur zulässig, wenn der Auf­traggeber dem schriftlich zugestimmt hat;
  4. Zusätzlich darf Ausgabenersatz in einem bestimmten Umfang, zum Beispiel für Post- und Schreib­auslagen oder besondere Reisekosten verlangt werden;
  5. Die Beratungsleistung unterliegt der Umsatzsteuerpflicht.

Zur effektiven und schnellen Kontrolle der Belege generell wichtig: Vom Steuerberater  verlangen, jedem Posten in der Abrechnung die korrespondierende Vorschrift in der Steuerberater-Gebühren­verordnung/im Gerichtskostengesetz hinzuzufügen. Außerdem den Hintergrund für die von ihm ange­setzte Gebühr erläutern lassen. Nur bei sehr aufwändiger und zeitintensiver Tätigkeit sollte die Gebühr bis an den oberen Gebührenrahmen gehen. Bei wenig anspruchsvoller Arbeit sollte der Mittelwert nicht überschritten werden.

Quelle:
BBE Cheftelegramm Nr. 1242
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