Aufgrund des heute vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erlassenen Urteils, wonach Diesel-Fahrverbote in Städten nach geltendem Recht grundsätzlich zulässig sind, jedoch verhältnismäßig sein müssen, hat der Handelsverband Hannover jetzt an die Politiker in den Kommunen im Land appelliert.

„Fahrverbote hätten für den Handel und die Innenstädte massive negative Auswirkungen“, sagt Monika Dürrer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes. „Wir setzen daher auf die Vernunft und Weitsicht der Politiker in unseren Städten und Gemeinden, möglichst auf ganzheitliche Konzepte für eine Verkehrswende zu setzen und auf kurzfristige Sperrungen zu verzichten.“ Die Werte für Stickstoffdioxid sind in den letzten Jahren in vielen niedersächsischen Städten bereits rückläufig, weil bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen und Fahrzeugflotten immer häufiger auf PKW mit Dieselmotor verzichtet wird. Dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen.

Auch der Handel und seine Dienstleister erbringen bereits ihren Beitrag, um innovative Zustellkonzepte und nachhaltige Stadtlogistik zu fördern. Der Handel plädiert jedoch dafür, dass die Politik nicht nur einseitig den Elektroantrieb, sondern auch andere Antriebstechniken unterstützt.

Der Handel in den Innenstädten hat seit Jahren schon mit rückläufigen Kundenfrequenzen und Umsätzen zu kämpfen. Beim Kundenverkehr steht für die Branche die Erreichbarkeit mit dem PKW an erster Stelle. Zudem sollten intelligente Verkehrslenkungssysteme und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs von der Politik forciert werden.