23.02.2021 Wann folgt Niedersachsen?

Die Textilwirtschaft meldete es heute als erstes: die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer kündigt an, dass ab dem 1. März Händler ihre Läden für jeweils einen Kunden mit Terminvergabe und unter Hygienenmaßnahmen öffnen dürfen. Es bleibt zu hoffen, dass das Schule macht und 15 Bundesländer bald folgen.

24.02.2021 dpa meldet heute: Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann sieht den Einzelhandel in einer dramatischen Lage

Berlin (dpa) – Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann sieht den
Einzelhandel in einer dramatischen Lage und hat die Bundesregierung
zu mehr Tempo bei Finanzhilfen aufgefordert.

Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Der stationäre Einzelhandel steht am Abgrund. Eines ist sicher: Stirbt der Einzelhandel, sterben die Innenstädte. Um das zu verhindern müssen jetzt endlich die Hilfsgelder fließen. Daneben brauchen wir dringend eine Öffnungsperspektive unter strengen Hygieneregeln.»

Kein Unternehmen habe heutzutage eine Überlebenschance, wenn es sich
nicht ständig neu erfinden würde. «Diese Kreativität muss auch
Politik leisten und mehr bieten, als den Lockdown einfach immer
weiter zu verlängern», sagte Linnemann, der auch Vorsitzender der
Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU ist. «Wenn etwa
in einigen Bundesländern Brautmoden-Geschäfte Termine vergeben
können, muss das flächendeckend für den gesamten Einzelhandel möglich
sein. So werden Abstände eingehalten, eine lückenlose Nachverfolgung
ist möglich. Weitere Schritte müssen folgen.»

Zum Wandel im Einzelhandel angesichts des Online-Booms sagte
Linnemann: «Es ist offenkundig, dass sich das Konsumentenverhalten im
Handel radikal verändert hat. Was ohne Corona fünf oder sechs Jahre
gedauert hätte, dauert jetzt fünf oder sechs Monate.» Diesen Wandel
könne die Politik den Einzelhändlern nicht abnehmen. «Wer hier nicht
reagiert und zukunftsfähig handelt, wird auf der Strecke bleiben.»

Der Einzelhändler in der Stadt habe aber einen entscheidenden Vorteil
gegenüber dem Online-Handel: das persönliche Einkaufserlebnis, so
Linnemann. «Der Händler muss diesen Vorteil konsequent ausspielen.
Daneben müssen vor allem die Kommunen eng mit dem Handel
zusammenarbeiten, die Parkgebühren dürfen nicht primär als
Einnahmequelle gesehen werden. Der Kunde muss sich eingeladen
fühlen.» Auch der öffentliche Personennahverkehr müsse attraktiv
sein. «Vor Ort gilt es innovative und kluge Konzepte zu entwickeln,
wie die Innenstädte lebhaft bleiben, Leerstand verhindert und
Einkaufen zum Erlebnis wird.»

Der Handel und die Innenstädte leiden aktuell unter dem wochenlangen
Lockdown mit der Schließung etwa der Gastronomie und vieler
Einzelhandelsgeschäfte. Der Lockdown war zuletzt von Bund und Ländern
noch einmal bis zum 7. März verlängert worden. Kanzlerin Angela
Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 3. März
beraten, wie es weitergeht.