Aktuelles und Termine

Preisangabenverordnung: HDE warnt vor Folgen rechtlicher Unsicherheiten

Die am 28. Mai 2022 in Kraft tretende Novelle der Preisangabenverordnung ist für den Einzelhandel nach Einschätzung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) mit erheblichen praktischen Herausforderungen und rechtlichen Unsicherheiten verbunden. Der Verband hält insbesondere die neue Pflicht zur Information über den niedrigsten Preis der vergangenen 30 Tage bei Preisherabsetzungen für unnötig und erwartet infolge der neuen Vorgaben zunächst Zurückhaltung vieler Handelsunternehmen bei Preisermäßigungen.

„Bei vielen Tausend Artikeln in den Märkten und Online-Shops ist es eine enorme Aufgabe, die Preise der letzten 30 Tage zu archivieren und in der Angebotskommunikation zu berücksichtigen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die laut novellierter Preisangabenverordnung neue Pflicht, Verbraucher bei der Werbung mit Preisherabsetzungen über den niedrigsten Preis der vergangenen Tage zu informieren, sei unnötig. Schließlich seien Kundinnen und Kunden bereits durch die lauterkeitsrechtlichen Vorschriften hinreichend vor Irreführungen im Zusammenhang mit der Preiswerbung geschützt. „Die neuen Vorgaben verkomplizieren die Preisauszeichnung bei Preisherabsetzungen, ohne das Verbraucherschutzniveau zu erhöhen“, so Genth weiter. Zudem werde die Werbung mit Preisermäßigungen in bestimmten Medien erheblich erschwert, da der Bekanntgabe des vorherigen Preises in Radio oder Fernsehen Grenzen gesetzt sind. Infrage gestellt würden auch bestimmte Formen der Preiswerbung wie „20 Prozent auf alles“, da die Auszeichnung aller Produkte des Sortiments mit einem Referenzpreis vollkommen praxisfern sei. „Schon jetzt sind zahlreiche Unsicherheiten in der Rechtsanwendung erkennbar, die durch die Rechtsprechung zu klären sind. Viele Händlerinnen und Händler werden sich daher voraussichtlich zunächst mit Preisermäßigungen zurückhalten oder auf bestimmte Werbeformen verzichten“, so Genth.

Auch die in der Preisangabenverordnung festgelegte Vereinheitlichung der Grundpreisangabe bei kleinen Gebinden bewertet der HDE als unverhältnismäßig. „Statt in 100 Gramm oder Millilitern ist der Grundpreis kleiner Gebinde künftig in Kilogramm oder Litern zu berechnen. Der Einzelhandel muss daher die Preisauszeichnung in einem großen Teil seines Sortiments erneuern. Eine Umstellung, die mit erheblichem Aufwand verbunden ist“, betont Genth. Noch dazu schaffe die neue Regelung keinen Mehrwert für Verbraucherinnen und Verbraucher. Vielmehr verzerre der in Kilogramm oder Litern angegebene Grundpreis die Preisunterschiede bei einem Preisvergleich deutlich und könne für Verunsicherung bei der Kundschaft sorgen. „Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher sind bei kleinen Gebinden die Grundpreisangabe in 100 Gramm oder Millilitern gewohnt. Zu befürchten ist, dass die neue Berechnung eher verwirrt und den falschen Eindruck hoher Preise erweckt“, so Genth weiter.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen

Weitere Stabilisierung der Tarifbindung im Einzelhandel

Die Tarifbindung im Einzelhandel stabilisiert sich weiter. Das geht aus einer aktuellen, jährlich erscheinenden Veröffentlichung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Demnach lag die Anzahl der Einzelhandelsbeschäftigten bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber mit Branchen- oder Haustarifvertrag im Jahr 2021 bei 28 Prozent. Nachdem im vergangenen Jahr sogar ein leichter Zuwachs bei der Tarifbindung in der Branche um ein Prozent zu verzeichnen war, stabilisiert sich der Branchenwert im Zweijahresvergleich bei 28 Prozent.

„Branchenübergreifend war die Tarifbindung über viele Jahre immer etwas rückläufig. Daher ist diese Stabilisierung im Einzelhandel bemerkenswert. Zu bedenken ist schließlich auch, wie angespannt die finanzielle Lage für große Teile der Branche in den vergangenen beiden Jahren pandemiebedingt war und weiterhin ist“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer Arbeit und Soziales. Umso erfreulicher sei es, dass die IAB-Daten das ansteigende Interesse der Unternehmen vor allem auch an den Branchentarifverträgen belegten.

Dennoch ist der im aktuellen Koalitionsvertrag angekündigte Dialog der Politik mit den Sozialpartnern zur Stärkung der Tarifbindung aus Sicht des HDE wichtig und zielführend. Der Verband stehe bereit, sich in den Dialog einzubringen. „Als Arbeitgeber haben wir bereits in der Vergangenheit konstruktive Vorschläge unterbreitet, wie sich die Tarifbindung wieder effektiv steigern lässt, ohne dabei aber die Tarifautonomie zu beschädigen“, betont Haarke. So benötigten die Tarifpartner zunächst wieder mehr Handlungsspielraum, um im vollen Umfang gestalterisch tätig werden zu können. Dies setze zum einen voraus, dass nicht immer mehr traditionelle Gestaltungsfelder der Tarifpolitik durch den Gesetzgeber abschließend geregelt würden. Zum anderen müsse den Tarifvertragsparteien noch häufiger als bisher durch zusätzliche Öffnungsklauseln die Möglichkeit eingeräumt werden, in Tarifverträgen vom gesetzlichen Status quo abzuweichen. „Die Tarifpartner könnten dann praxisnahe und zeitgemäße Tarifverträge vereinbaren, die den Unternehmen einen echten Mehrwert bieten. In der Folge würde die Attraktivität von Tarifverträgen insbesondere im Mittelstand wieder deutlich ansteigen“, so Haarke weiter.

Branchenübergreifend waren in Deutschland 2021 noch immer 52 Prozent der Arbeitnehmer in einem tarifgebundenen Unternehmen beschäftigt. Dies entspricht für 2021 gesamtwirtschaftlich im Vorjahresvergleich sogar einem leichten Zuwachs von einem Prozent (2020: 51 Prozent).

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen

Umsätze und Frequenzen im Einzelhandel bleiben weiterhin hinter Vorkrisenniveau zurück

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie und des russischen Krieges in der Ukraine erreichen die Umsätze und Kundenfrequenzen im Einzelhandel ihr Vorkrisenniveau bislang nicht. Das zeigt eine aktuelle bundesweite Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter mehr als 700 Handelsunternehmen. Demnach sind weiterhin insbesondere der Non-Food-Handel und innerstädtische Geschäfte von niedrigen Umsätzen und Frequenzen betroffen. Der HDE bekräftigt daher seine Forderung nach gezielten zukunftsorientierten Maßnahmen zur Innenstadtentwicklung.

„Der Einzelhandel bleibt im Krisenmodus. Während die Pandemie noch nicht vorbei ist, stellen die wirtschaftlichen Auswirkungen des russischen Krieges in der Ukraine die Branche vor zusätzliche Herausforderungen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Trotz leichter Erholungseffekte und des Wegfalls vieler Corona-Maßnahmen seien bislang weder die Umsätze noch die Kundenfrequenzen im Handel auf ihr Vorkrisenniveau zurückgekehrt. Aus der in der Vorwoche (KW 20) durchgeführten HDE-Umfrage geht hervor, dass die Umsätze im stationären Non-Food-Handel zuletzt durchschnittlich 13 Prozent unter dem Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 lagen. Die Frequenzen blieben in Non-Food-Geschäften 21 Prozent hinter dem Vorkrisenniveau zurück. Ebenfalls groß ist die Betroffenheit demnach weiterhin im innerstädtischen Handel, der im Vergleich zum Jahr 2019 Umsatzeinbußen in Höhe von 20 Prozent verzeichnete. Die Frequenzen in den Innenstädten erreichten in der Vorwoche nur 80 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Angesichts anhaltender Krisen und der bis heute besonders betroffenen Händlerinnen und Händlern insbesondere im Non-Food-Sektor und in den Innenstädten warnt der HDE vor einer Verödung der Stadtzentren. „Die Pandemie hat deutliche Spuren in vielen Handelsunternehmen hinterlassen. Hinzu kommt, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Branche noch nicht abzuschätzen sind“, so Genth. Für attraktive Innenstädte brauche es jedoch einen starken Einzelhandel. Es sei daher wichtig, Stadtzentren gerade in dieser schwierigen Zeit gemeinsam für die Zukunft aufzustellen.

Der HDE setzt sich für die Einführung eines Sonderprogramms zur Innenstadtentwicklung ein, das für eine Laufzeit von fünf Jahren mit 500 Millionen Euro pro Jahr unterstützt. Im Rahmen des Sonderprogramms sollen Konzepte und Maßnahmen gefördert werden, die zur Attraktivitätssteigerung und Modernisierung bestehender sowie neuer Geschäfte und innerstädtischer Einrichtungen beitragen. „Wir müssen jetzt die Innenstädte der Zukunft gestalten. Gelingen kann das nur mit einem gemeinsamen Engagement von Politik, Handel und Kommunen“, so Genth weiter.

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Innenstadtdialog Hannover

10 Vorschläge der Wirtschaft

Mit 10 gemeinsamen Vorschlägen bietet die hannoversche Wirtschaft in großer Geschlossenheit ihre Mitwirkung bei der notwendigen Neu­aufstellung der Innenstadt an, damit die berechtigten Interessen der Wirtschaft hier angemessen berücksichtigt werden. Die beteiligten Institutionen greifen dabei alle wichtigen innerstädtischen Zukunftsthemen von Multifunk­tionalität, Aufenthalts- und Erlebnisqualität über Erreichbarkeit bis hin zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf.

Hannovers Innenstadt steht bereits unter massivem Veränderungs­druck, der sich noch verstärken wird. Die wesentlichen Treiber dafür sind die fortschreitende Digitalisierung, der Klimawandel, das verän­derte Kundenverhalten sowie die demografische Entwicklung. Durch die Corona-Pandemie wurde der Wandel noch einmal dramatisch beschleunigt.

Die Wirtschaft von Hannover, vertreten durch

  • IHK Hannover
  • Handwerkskammer Hannover
  • Kreishandwerkerschaft Hannover
  • Architektenkammer Niedersachsen
  • City-Gemeinschaft-Hannover e. V.
  • DEHOGA Bezirksverband Hannover
  • Unternehmerverbände Niedersachsen e. V.
  • Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen e. V.
  • Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e. V.
  • Handelsverband Hannover e. V.

hat deshalb die Vorschläge für eine zukunftsfähige und lebenswerte Innen­stadt erarbeitet. Erstmals haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft in dieser Breite gemeinsam positioniert.

„Lebendige Innenstädte sind ein Stück Lebensqualität. Sie zu erhalten, muss daher im elementaren Interesse aller Beteiligten liegen. Ohne den Handel in all seiner Vielfalt kann es keine attraktiven Innenstädte geben“ stellt Karin Schindler-Abbes, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Hannover e.V., klar. Zur Stärkung des Einzelhandels der hannoverschen Innenstadt, der während Corona stark gelitten hat, fordert die Einzelhandelsorganisation insbesondere auch die Zulassung verkaufsoffener Sonntage, die stets auf reges Interesse der Kunden stoßen und geeignet sind,  die Menschen an einem freien Tag wieder in die Innenstadt zu locken. „Hier ist auch die Unterstützung der Politik gefragt“ betont Schindler-Abbes.

10 Vorschläge der Wirtschaft hier:

HDE sieht Umsetzungshürden im EU-Energieplan „REPowerEU“

In dem heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten Plan „REPowerEU“ für ein gemeinsames europäisches Vorgehen hin zu einer unabhängigen und nachhaltigen Energieversorgung sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) Licht und Schatten. Der Verband begrüßt die von der Europäischen Kommission formulierten Ziele, die Abhängigkeit von Gas- und Ölimporten zu reduzieren und erneuerbare Energien zu fördern. Allerdings sind die vorgesehenen Strategien aus Sicht des HDE bislang nicht ausgereift.

„Es ist wichtig, die europäische Energieversorgung unabhängig und nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. In der Praxis gelingt das aber nur, wenn auch bürokratische Hürden abgebaut werden“, so Antje Gerstein, HDE-Geschäftsführerin Europapolitik und Nachhaltigkeit. So müsse etwa im Bereich der Energieeffizienz und der geplanten Verschärfung der Energieaudits der Aufwand für die damit einhergehenden Berichtspflichten bedacht werden. „Für Händlerinnen und Händler funktionieren Investitionen in Energieeffizienz nur dann, wenn sich diese für das Unternehmen rechnen. Sie durch bürokratische Vorgaben im Keim zu ersticken, untergräbt das Ziel“, betont Gerstein.

Der Abbau bürokratischer Hürden ist nach Einschätzung des HDE auch mit Blick auf die Solarstrategie notwendig. Eine Pflicht zur Installation von Solarstromanlagen auf den Dächern der Handelsunternehmen dürfe nicht vorgeschrieben werden. Vielmehr gehe es darum, richtige Anreize für Investitionen zu setzen. „Die Einführung einer allgemeinen Pflicht führt dazu, dass auch an für Solarenergie völlig ungeeigneten Standorten investiert werden muss. Das kann und sollte nicht das Ziel sein“, so Gerstein weiter. Hingegen könne die Europäische Kommission durch eine Anpassung des beihilferechtlichen Rahmens in einem ersten Schritt Geschäftsmodelle zur Nutzung des Solarstroms vereinfachen und bürokratische Hürden abbauen.

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Aufbau von Photovoltaik im Handel: Vergütungen für Einspeisung verbessern

Mit Blick auf die heutige erste Lesung des Gesetzes für Sofortmaßnahmen für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien sowie des Gesetzes zur Beschleunigung des Erneuerbaren Ausbaus im Bundestag sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) noch erheblichen Nachbesserungsbedarf.

„Wir brauchen den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Einzelhandel steht zu den Zielen der Bundesregierung und ist bereit, die Potentiale seiner Dachflächen für den Aufbau von Solarstromanlagen zu nutzen. Dafür müssen allerdings die Einspeisevergütungen und die Förderungen wirtschaftlich sinnvolle Investitionen ermöglichen. Da ist noch Einiges an Verbesserungspotential“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

So sieht der HDE insbesondere bei der Differenzierung der Einspeisevergütung großen Handlungsdruck. „Nach der aktuell vorgesehenen Regelung wird Kapazität verschenkt. Da lohnt sich der Aufbau von Solaranlagen für die Handelsunternehmen ausschließlich für den Eigenverbrauch des produzierten Stroms. Wenn darüber hinaus Dachfläche für Solarstromerzeugung vorhanden ist, lohnt sich die Einspeisung in das Netz nicht. Das hemmt den Aufbau unnötig“, so Genth weiter. So werde der Einzelhandel mit seinen 450.000 Verkaufsstellen die Potenziale für den Ausbau nicht heben können. Die ehrgeizigen Ziele von 22 Gigawatt Zubau an Photovoltaik pro Jahr könnten nur mit entschlossenen und mutigen Förderprogrammen erreicht werden.

Und auch für die Errichtung einer Parkplatz-Photovoltaik-Anlage gibt es aus Sicht des HDE keine ausreichenden Anreize. Die Kosten für eine Carport-Anlage für den Einzelhandel betragen rund das dreifache einer typischen Photovoltaik-Aufdachanlage. Genth: „Eine Vergütung von knapp über 6 Cent/kWh reicht damit bei weitem nicht aus. Die Handelsunternehmen müssen in die Lage versetzt werden, solche Investitionen wirtschaftlich tätigen zu können. Erfolg kann es nur geben, wenn sich das auch rechnet.“

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Payment muss auf die politische Agenda

Die Welt des Bezahlens ist im Umbruch. Im vergangenen Jahr ist der mit Bargeld getätigte Umsatz im Einzelhandel erneut signifikant zurückgegangen, inzwischen werden nur noch 38,8 Prozent des Umsatzes in bar gezahlt. Wie das Handelsforschungsinstitut EHI ermittelte, ist der Umsatzanteil von Bargeld in den beiden Krisenjahren um insgesamt acht Prozentpunkte gegenüber 2019 gefallen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert angesichts dieser Dynamik, eine aktivere politische Begleitung des Wandels.

„Wir brauchen eine nationale und europäische Payment-Strategie für zukunftsfähige Rahmenbedingungen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Die beiden vergangenen Jahre machen deutlich, dass die Kunden allmählich die Präferenz zum Bargeld verlieren. Deutschland nähert sich in großen Schritten den schon fast bargeldlosen Ländern Nordeuropas an. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sollten aber genau beobachtet werden. Die Ausgestaltung des zukünftigen Zahlungsverkehrs gehört daher auch auf die Tagesordnung der Politik“, so Genth weiter.

Der Handelsverband sieht, dass ein Rückgang der Bargeldzahlung und der gleichzeitig zu beobachtende schleichende Rückzug der Banken aus dem Bargeldangebot zu erhöhten Kosten bei sinkenden Mengen führen kann. Bereits heute ist die Beschaffung von Wechselgeld sowie die Abgabe der Tageseinnahmen bei Banken demnach für viele mittelständische Unternehmen kostenaufwändig. „Der noch funktionierende Bargeldkreislauf kann kippen, wenn einerseits die große Mehrheit der Kunden nicht mehr bar bezahlen wollen und andererseits die Vorhaltung von Kassenbeständen und Bargeldprozessen kostspielig ist. Daher sollte eine intensive Diskussion angestoßen werden, die durch politische Entscheidungsträger gesteuert wird und die auf die Frage eingeht, wieviel Bargeld wir uns künftig noch leisten wollen und wer die Lasten dafür trägt“, so Genth.

Neben einer nachfrageorientierten Gestaltung des Bargeldkreislaufes sei ebenso eine strenge Beobachtung der unbaren Zahlungssysteme notwendig, um bereits führende, marktdominante Zahlungssysteme in ihrer starken Stellung nicht noch zusätzlich zu stärken. Bargeld sei bislang auch ein Korrektiv für eine ausufernde Entgeltpolitik der oft global ausgerichteten Zahlungsanbieter. Entfalle dieses als Alternative, könnten bereits dominante Zahlungsarten noch zusätzlich an Stärke gewinnen. Daher sollten Maßnahmen zur gerechten Gestaltung von Entgelten erörtert werden. Genth: „Der HDE steht bereit, bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen für Zahlungssysteme seine Expertise einzubringen und aktiv mitzuwirken. Im Interesse des Handels liegt der transparente und vertrauensvolle Umgang aller Akteure – vom Zahler über Zahlungssysteme bis hin zu den empfangenden Unternehmen.“

Mit dem Bezahlen der Zukunft beschäftigt sich derzeit auch der HDE-Blog in mehreren Beiträgen (nachzulesen unter www.einzelhandel.de/blog). Zudem steht das Thema im Fokus der aktuellen Ausgabe des handelsjournal (www.einzelhandel.de/handelsjournal).

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Berufsbildungsbericht 2022 im Bundeskabinett: Einzelhandel bietet viele Ausbildungsplätze

Mit Blick auf die heutige Behandlung des Berufsbildungsberichts im Bundeskabinett macht der Handelsverband Deutschland (HDE) deutlich, dass sich das Berufsbildungssystem weiterhin auch unter schwierigen Rahmenbedingungen als robust und krisenfest erweist. Das Angebot an Ausbildungsplätzen im Handel ist während der Coronapandemie sogar stetig weiter gewachsen, die Handelsunternehmen hatten aber mit der eingeschränkten Berufsorientierung und dem allgemein zu verzeichnenden Rückgang an Bewerberinnen und Bewerbern zu kämpfen. Der HDE fordert deshalb eine deutlichere Kommunikation zur Attraktivität der dualen Berufsausbildung und entsprechende Maßnahmen bei der Berufsorientierung und in den Schulen.

„Das Ausbildungsengagement der Handelsunternehmen ist auch 2022 ungebrochen hoch und die Zahl der angebotenen Stellen für die Verkaufsberufe steigt weiter an. Das zeigen die aktuellen Daten deutlich“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Nach der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit entfallen allein auf die beiden Kernberufe des Einzelhandels im April 2022 insgesamt 13,3 Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen. Damit nehmen der dreijährige Ausbildungsberuf Kaufmann / Kauffrau im Einzelhandel mit rund 32.400 Ausbildungsstellen und einem Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat sowie der zweijährige Ausbildungsberuf Verkäufer / Verkäuferin mit knapp 28.600 Stellenangeboten und damit einem Plus von 26,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat wieder die beiden Spitzenpositionen im Ranking ein. Auch der neue Ausbildungsberuf Kaufmann / Kauffrau im E-Commerce verzeichnet mit 1.600 angebotenen Stellen ein Plus von 20 Prozent. Die praxisnahe Alternative zum Studium, die sogenannten Abiturientenprogramme des Handels, rangieren aktuell mit mehr als 10.700 Stellen auf Platz 8 im Ausbildungsmarktranking, was ein Plus von 16,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet. Durch das Abiturientenprogramm können hochschulzugangsberechtigte Teilnehmer bis zu drei Abschlüsse in drei Jahren erreichen: Ausbildung, Fortbildung und Ausbilderschein. Insgesamt bietet der Einzelhandel als große Ausbildungsbranche jungen Menschen 60 verschiedene Ausbildungsberufe sowie Abiturientenprogramme und duale Studiengänge an.

„Es fehlen Bewerberinnen und Bewerber, um das große Ausbildungsangebot vollständig besetzen zu können. Das stellt viele Einzelhändler vor große Herausforderungen, zumal sie ihren Fachkräftebedarf decken müssen“, so Genth weiter. Auch wenn die Händler Ende letzten Jahres im sogenannten Nachvermittlungszeitraum noch einige Ausbildungsverträge schließen konnten, war die coronabedingt eingeschränkte Berufsorientierung, wie ausgefallene Ausbildungsmessen oder Berufsorientierung an Schulen, allgemein spürbar. „Jungen Menschen muss die Attraktivität der dualen Berufsausbildung deutlich kommuniziert werden. Im Einzelhandel haben über 80 Prozent der Führungskräfte ihre Karriere mit einer Ausbildung begonnen. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz und eine gute berufliche Laufbahn stehen sehr gut.“ so Genth. Der HDE fordert den Ausbau von digitalen Berufsorientierungsangeboten, ebenso wie eine verlässliche Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen und bei den Arbeitsagenturen. Genth: „Die beruflichen Schulen müssen attraktiver werden. Hier geht es um eine Investitions- und Innovationsoffensive bei den Ausbildungskonzepten, die moderne technische Ausstattung und um Weiterbildungen für Lehrkräfte. Bund und Länder sind gemeinsam gefordert.“

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Wirtschaftsverbände gegen Überregulierung bei Künstlicher Intelligenz

Der Handelsverband Deutschland (HDE) spricht sich gemeinsam mit anderen führenden Wirtschaftsverbänden gegen einen überbordenden EU-Regulierungsrahmen für Künstliche Intelligenz (KI) aus. Die Forderungen der deutschen Wirtschaft für eine Regulierung mit Augenmaß beinhalten eine engere Definition von KI, Risikodefinitionen, die Vermeidung von Doppelregulierung und eine Sicherstellung der Verhältnismäßigkeit.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) spricht sich gemeinsam mit anderen führenden Wirtschaftsverbänden gegen einen überbordenden EU-Regulierungsrahmen für Künstliche Intelligenz (KI) aus. Die Forderungen der deutschen Wirtschaft für eine Regulierung mit Augenmaß beinhalten eine engere Definition von KI, Risikodefinitionen, die Vermeidung von Doppelregulierung und eine Sicherstellung der Verhältnismäßigkeit.

Der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp sagt dazu: „Künstliche Intelligenz gehört zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts und bietet enorme wirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten. Der Handel ist Spielfeld für die größten und breitesten Anwendungsgebiete für smarte Innovationen. Neue Anforderungen und Vorgaben durch eine zusätzliche KI-Regulierung können daher zu Doppelregulierungen und einem inkonsistenten Rechtsrahmen führen, was nicht nur zusätzlichen Aufwand und erhebliche Rechtsunsicherheiten für Unternehmen zur Folge hätte, sondern langfristig auch Innovationen hemmt.“

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HDE-Online-Monitor 2022: Online-Handel bleibt Wachstumstreiber – Dynamik verlangsamt sich

Nach zwei Rekordjahren in 2020 und 2021 stößt das Umsatzwachstum im Online-Handel in diesem Jahr mit Blick auf die schlechte Konsumstimmung wegen des russischen Krieges in der Ukraine wohl an seine Grenzen. Die Umsätze wachsen zwar weiter, der Handelsverband Deutschland (HDE) senkt seine Prognose für das laufende Jahr jedoch um eine Milliarde, so dass der Online-Handel in Deutschland in diesem Jahr auf ein Plus von 12,4 Prozent im Vergleich zu 2021 kommen dürfte. Diese Entwicklung und zahlreiche Daten für einzelne Teil-Branchen in 2021 zeigt der frisch erschienene HDE-Online-Monitor 2022 auf.

OnlineMonitor22„Der HDE-Online-Monitor 2022 macht deutlich, dass der Online-Handel auch aufgrund der massiven Auswirkungen der Corona-Maßnahmen mit Geschäftsschließungen und Zugangsbeschränkungen auf zwei Rekordjahre zurückblicken kann. Klar ist aber auch, dass der Online-Bereich genau wie der gesamte Einzelhandel unter der aktuell schlechten Verbraucherstimmung leidet“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp. Der HDE geht deshalb für dieses Jahr entgegen seiner ursprünglichen Prognose für den Online-Handel in Deutschland nunmehr von einem Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 12,4 Prozent auf dann 97,4 Milliarden Euro aus. Ursprünglich hatte der Handelsverband ein Plus von 13,4 Prozent prognostiziert. In den Jahren 2020 und 2021 konnte der Online-Handel noch um 23 bzw 19 Prozent zulegen. Als Ursachen für die sinkende Konsumlaune benennt der Verband die noch nicht überwundene Corona-Pandemie und vor allem den russischen Krieg gegen die Ukraine.

„Nach zwei absoluten Rekordjahren normalisiert sich die Lage im Online-Handel in diesem Jahr wieder ein wenig. Insbesondere in den Bereichen Fashion sowie Unterhaltungselektronik und Elektro stiegen die Umsätze im vergangenen Jahr enorm“, so Tromp. Laut HDE-Online-Monitor konnte bei Fashion ein Plus von 3,2 Milliarden Euro sowie bei Unterhaltungselektronik und Elektro ein Plus von 2,9 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Der Online-Anteil wuchs am schnellsten in den Bereichen Wohnen und Einrichten (um knapp 30 Prozent) sowie bei Lebensmitteln und Kosmetik (um 30 Prozent). Weiter an Bedeutung gewinnt dabei der Einkauf über das Smartphone. So wurde im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der Onlineumsätze über diese Geräte generiert. Das entspricht Umsätzen in Höhe von 47 Milliarden Euro.

Tromp: „Online bleibt Wachstumstreiber für den gesamten Einzelhandel. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung mit einer Innovations- und Investitionsoffensive vielen durch die Corona-Krise ohne eigenes Verschulden in Not geratenen stationären mittelständischen Händlern dabei hilft, in Technologie und Digitalisierung zu investieren. Die Rücklagen sind vielerorts durch die Lockdowns der vergangenen beiden Jahre aufgebraucht.“

Weitere Informationen unter: www.einzelhandel.de/online-monitor

 

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