Aktuelles und Termine

Hohe Energiekosten und schlechte Konsumstimmung: Krisenmodus im Einzelhandel

Die aktuell stark gedämpfte Konsumstimmung und die Entwicklung der Energiepreise bereiten dem Einzelhandel in Deutschland große Sorge. Mit Blick auf die krisenbedingt angespannte wirtschaftliche Lage fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) gezielte und wirksame Maßnahmen, die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Handelsunternehmen direkt unterstützen.

„Die Konsumstimmung ist im Keller. Händlerinnen und Händler spüren eine zuvor nie dagewesene Verunsicherung ihrer Kundschaft und das branchenübergreifend“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Schon die Pandemie habe das Kaufverhalten der Verbraucher deutlich verändert, doch die Energiekrise verstärke die Kaufzurückhaltung. Kunden zeigten sich bei größeren Anschaffungen extrem verhalten. Zwar sei die Kaufkraft grundsätzlich vorhanden, doch auch Haushalte mit mittleren und hohen Einkommen hielten sich bei ihren Einkäufen zurück. „Die Konsumzurückhaltung zeigt sich in allen Branchen des Handels. Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen wesentlich preisorientierter ein“, so Genth weiter. Im Lebensmittelhandel griffen sie etwa vermehrt zu Produkten mit niedrigen Preisen und zu Discount-Ware. Zudem würden größere Anschaffungen derzeit zurückgestellt und auch beim Kauf von Kleidung überwiegt die Zurückhaltung. Viele Betriebe insbesondere im Non-Food-Handel bringe die schwache Konsumstimmung in eine außerordentlich schwierige Situation. „Bis heute hat der Einzelhandel mit den Folgen von inzwischen über zweieinhalb Jahren Pandemie zu kämpfen. Der Konsumeinbruch und die hohen Energiekosten fordern die Branche nun zusätzlich heraus“, betont Genth. 

Aus Sicht des Verbandes bedarf es daher gezielter Entlastungen. „Die Gießkanne ist nicht das richtige Instrument, um Konsumimpulse zu setzen. Unterstützungsmaßnahmen sind nur wirksam und sinnvoll, wenn sie direkt bei den Haushalten und Unternehmen ankommen“, so Genth. Viele Händlerinnen und Händler könnten pandemiebedingt nicht mehr auf Eigenkapital zurückgreifen und daher die steigenden Energiekosten nicht ohne Weiteres allein abfangen. Unterstützen könne der Staat mittelständische Unternehmen mit einer Absenkung der Stromsteuer oder mit einem Gaspreisdeckel. „Der Einzelhandel ist in dieser Energiekrise nicht nur darauf angewiesen, dass die Versorgungssicherheit mit Energie gewährleistet ist. Es braucht auch eine Kostensicherheit“, so Genth weiter. 

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Klimawandel verändert Anforderungen an Innenstadtgestaltung

Angesichts der in den Sommermonaten wiederkehrenden Hitzeperioden mahnt der Handelsverband Deutschland (HDE) eine klimagerechte und an die Herausforderungen des Klimawandels angepasste Gestaltung von Städten und Stadtzentren an. Der HDE sieht etwa im Ausbau innerstädtischer Grün- und Wasserflächen eine sinnvolle Maßnahme im Umgang mit der Erwärmung der Städte.  

„Innenstädte dürfen nicht die heißesten Zonen innerhalb eines Stadtgebietes sein. Sie sollten Orte sein, die auch bei hohen Temperaturen zum Verweilen einladen“, so Michael Reink, HDE-Bereichsleiter Standort- und Verkehrspolitik. Hitzewellen gingen derzeit in der Regel mit einem Rückgang der Kundenfrequenzen in den Stadtzentren einher. Da es in vielen innerstädtischen Räumen noch an grünen und schattigen Flächen mangele, vermieden die Menschen den Stadtbesuch an heißen Tagen häufig. Um den Aufenthalt in der Innenstadt auch im Sommer so angenehm wie möglich zu machen, brauche es dort unter anderem mehr Grünanlagen und Wasserflächen. „Ein klimagerecht gestaltetes Stadtzentrum vereint graue, versiegelte Flächen mit grünen Elementen wie Schatten spendenden Bäumen und blauer Infrastruktur wie Wasserläufen“, so Reink weiter. Dabei müsse selbstverständlich immer auch ein kluger Kompromiss in Hinblick auf die Verkehrsflächen gefunden werden, denn eine schlecht erreichbare Innenstadt lade auch nicht zum Besuch ein. Große Bedeutung komme zudem ressourcenschonendem Bauen und der Nutzung erneuerbarer Energien zu. Mit Blick auf den Klimawandel gelte es, vorhandene und bislang ungenutzte Potenziale zu identifizieren und die Stadtgestaltung zukunftsgewandt weiterzudenken.

Die vom HDE als Mitglied des Beirates Innenstadt und der Autorengruppe der Innenstadtstrategie des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen miterarbeiteten Ziele und Instrumente zeigen, dass es in Deutschland bereits vielfältige und wirksame Maßnahmen für einen klimagerechten und klimaangepassten Stadtumbau gibt. „Allerdings ist der Städtebau ein Prozess, der sich an langfristigen Leitlinien orientiert. Einige Städte gehen voran, doch in zu vielen Kommunen gibt es bisher keine Leitlinien für den klimagerechten Umbau ihrer Innenstädte“, betont Reink. Um den veränderten Anforderungen an die Innenstadtgestaltung begegnen zu können, seien innovative Konzepte und Förderprogramme gefragt. 

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Einzelhandel erwartet Umsatzimpulse zum Schulanfang

Mit dem Ende der Sommerferien beginnt in den nächsten Wochen für Schülerinnen und Schüler ein neues Schuljahr. Viele Kinder feiern dann ihre Einschulung mit Geschenken aus der Verwandtschaft und Nachbarschaft. Für den Einzelhandel ist die Zeit des Schulanfangs traditionell mit Umsatzimpulsen verbunden, wie zuletzt eine vom Handelsverband Deutschland (HDE) beauftragte Umfrage aus dem Vorkrisenjahr 2019 zeigte.

Die Mehrheit der Befragten beschenkt demnach zur Einschulung Kinder im näheren Umfeld. Nur ein Viertel kauft zu diesem Anlass Geschenke für die eigenen Kinder. Die Schultüten des ersten Schultages werden in der Regel vor allem mit Süßwaren, Schulausstattung, Büchern und Schreibwaren sowie Spielzeug befüllt.

Zum Schulanfang investieren die meisten der befragten Verbraucherinnen und Verbraucher insbesondere in die Schulausstattung der Kinder, kaufen also Schulranzen, Mäppchen, Turnbeutel oder Schreibtische. Hierfür geben sie durchschnittlich 181 Euro aus. Die anlassbezogenen Ausgaben für Bücher und Schreibwaren liegen im Schnitt bei 47 Euro. Insgesamt wurden laut Umfrage im Jahr 2019 zur Einschulung in Deutschland 580 Millionen Euro für Geschenke und Schulmaterialien ausgegeben.

Auch in diesem Jahr rechnet der HDE zu Beginn des neuen Schuljahres mit Umsatzimpulsen, die sich wie gewohnt voraussichtlich besonders im Schreibwarenhandel zeigen werden. Der Möbelhandel könnte zudem vom Kauf des Schreibtisches für das Kinderzimmer profitieren. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich die krisenbedingte Zurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber größeren Anschaffungen auch in den diesjährigen Ausgaben zum Schulanfang widerspiegeln wird.

Weitere Informationen unter: https://einzelhandel.de/einschulung

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Großes Ausbildungsangebot im Handel: Noch viele offene Stellen

Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) für Juli 2022 zeigen, dass die Handelsunternehmen in Deutschland ein stetig wachsendes Angebot an Ausbildungsplätzen bieten und damit ihre Fachkräftesicherung weiter fest im Blick haben.

Eine Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz ist auch aktuell noch möglich, viele Stellen sind derzeit noch unbesetzt.

Am Ausbildungsangebot mangelt es nicht: So verzeichnet die BA die zahlenmäßig meisten Ausbildungsstellen für angehende Kaufleute im Einzelhandel sowie für Verkäuferinnen und Verkäufer, insgesamt 13 Prozent aller angebotenen Stellen. Handelsunternehmen bieten für das beginnende Ausbildungsjahr 2022/2023 rund 35.100 Stellen für eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel (+0,6% zum Vorjahresmonat) sowie für die Ausbildung zum Verkäufer oder zur Verkäuferin 30.200 Stellen (+ 22,3% zum Vorjahresmonat) an. Auch die Abiturientenprogramme des Handels, ein dreijähriges kombiniertes Qualifizierungsprogramm aus Aus- und Fortbildung, schaffen es mit insgesamt 11.300 angebotenen Stellen (+15,3% zum Vorjahresmonat) in die Top 10 des Ausbildungsmarktrankings. Gleichzeitig meldet die Bundessagentur aber für die Kaufleute im Einzelhandel noch 18.400 sowie für die Verkäufer 18.000 unbesetzte Stellen.

„Die Handelsunternehmen haben ihre Fachkräftescherung fest im Blick und wollen ihren Bedarf zuvörderst mit eigens ausgebildeten Fachkräften decken, dafür nutzen sie ihr gesamtes Angebot: Über 60 zwei- und dreijährige Ausbildungen, Abiturientenprogramme und duale Studiengänge“, so Katharina Weinert, HDE-Abteilungsleiterin für Bildungspolitik und Berufsbildung. Die beiden Kernberufe des Einzelhandels gehören jedes Jahr zu den beliebtesten Berufen in Deutschland. Spitzenreiter ist dabei der dreijährige Beruf Kaufleute im Einzelhandel, dicht gefolgt vom zweijährigen Ausbildungsberuf Verkäufer.

„Die Karrierechancen im Handel sind für Absolventen einer dualen Ausbildung und eines Studiums gleichermaßen gut. In keiner anderen Branche kann man über beide Karrierewege so schnell in Führungsverantwortung kommen, wie im Einzelhandel. Den Schwerpunkt bei der Fachkräftegewinnung legen die Handelsunternehmen aber nach wie vor auf die duale Ausbildung. Über 80 Prozent der Führungskräfte im Einzelhandel haben ihre Karriere mit einer Ausbildung begonnen“, so Weinert weiter. Allerdings sieht der HDE auch die Herausforderungen bei den Handelsunternehmen, denn voraussichtlich können durch den seit 2017 allgemein verzeichneten Bewerberrückgang nicht alle offenen Ausbildungsstellen besetzt werden. „In den Sommermonaten werden regulär noch viele Ausbildungsstellen besetzt. Wir gehen davon aus, dass sich die Stellenbesetzung in diesem Jahr erneut bis weit in den Herbst hineinziehen wird. Bewerberinnen und Bewerber haben aktuell noch sehr gute Chancen, einen Ausbildungsplatz im Einzelhandel zu bekommen“, so Weinert. Der HDE fordert von der Politik mehr Aufmerksamkeit für die Berufliche Bildung. Jungen Menschen müsse die Attraktivität einer dualen Ausbildung deutlicher kommuniziert werden, denn die Chancen auf einen Ausbildungsplatz und eine gute berufliche Laufbahn stehen im Handel sehr gut. In diesem Zusammenhang fordert der HDE den Ausbau von digitalen Berufsorientierungsangeboten, ebenso wie eine verlässliche Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen und bei den Arbeitsagenturen. Zudem müssen die beruflichen Schulen attraktiver werden. Hier geht es um eine Investitions- und Innovationsoffensive bei den Ausbildungskonzepten, die moderne technische Ausstattung und um Weiterbildungen für Lehrkräfte. Dabei sieht der HDE Bund und Länder gemeinsam gefordert.

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Einzelhandel schafft trotz Krise viele neue Vollzeitjobs

Trotz Pandemie und eines schwierigen wirtschaftspolitischen Umfeldes bleibt die Gesamtbeschäftigung im Einzelhandel erfreulich stabil und legt im Vergleich zum Vorkrisenniveau erneut zu.

Wie aus den aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht, waren zum Stichtag 31. Dezember 2021 somit 3.155.941 Menschen im Einzelhandel in Deutschland beschäftigt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wuchs in der Branche im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 (Stichtag: 31. Dezember 2019) damit um rund 46.000 Stellen an. Erfreulich ist vor allem, dass es sich bei mehr als der Hälfte dieser neu geschaffenen Jobs um sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen handelt. Im selben Zeitraum ging die Zahl der Minijobber in der Branche um knapp 20.000 Stellen zurück. Die Anzahl der Minijobber in der Branche ist seit vielen Jahren rückläufig und liegt aktuell noch bei rund 800.000 Stellen.

„Die Branche ist als Arbeitgeber auch in Krisenzeiten weiterhin extrem verlässlich und damit auch ein starker Partner für die Politik“, so der HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik, Steven Haarke. Ein zentraler Punkt für die positive Entwicklung bei der Beschäftigungsentwicklung dürfte auch der zunehmende Fachkräftemangel sein. „Die Handelsunternehmen sind sehr bestrebt, ihr Stammpersonal zu halten und neues Personal an sich zu binden“ so Haarke weiter. Es gelte jedoch, bei der Bewertung der Beschäftigtenzahlen etwas vorsichtig zu sein. Denn diese positive Entwicklung wäre ohne den großflächigen Einsatz von Kurzarbeit sicher nicht möglich gewesen. „Die Krise ist zudem längst nicht vorbei. Die Verbraucherstimmung ist besonders wegen der Verunsicherung der Menschen bei den Energiepreisen extrem schlecht. Es bleibt abzuwarten, inwieweit dies dann auch Effekte auf die Beschäftigung in der Branche haben wird“, so Haarke weiter.

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HDE-Konsumbarometer im August: Verbraucherstimmung fällt auf Allzeittief

Nachdem das HDE-Konsumbarometer im Vormonat auf niedrigem Niveau stagnierte, stürzt der Index im August ab und erreicht einen neuen Allzeit-Tiefststand. Zurückzuführen ist die starke Eintrübung der Verbraucherstimmung insbesondere auf die in den vergangenen Wochen gewachsenen Unsicherheiten in der Energieversorgung und Energiepreisentwicklung. In den kommenden drei Monaten ist vor diesem Hintergrund mit Konsumzurückhaltung zu rechnen.

Bei der Anschaffungsneigung der Verbraucherinnen und Verbraucher ist ein markanter Rückgang zu beobachten. Auch sie sinkt auf ein neues Allzeittief und trägt damit maßgeblich zum Einbruch des HDE-Konsumbarometers bei. Angesichts der anhaltend hohen Inflationsrate sowie der in ihrer Höhe nicht absehbaren Nebenkostennachzahlungen und -steigerungen ist der Blick auf Anschaffungen von Zurückhaltung geprägt. Hinzu kommt, dass sich die eigenen Einkommenserwartungen im Vergleich zum Vormonat verschlechtern und somit weniger Spielraum für Konsumaktivitäten oder den Ausbau von Ersparnissen besteht. Der noch vor einigen Monaten für möglich gehaltene Konsum-Boom bei Entspannung der Pandemie fällt somit aus.

Besorgt zeigen sich Unternehmen und Verbraucher zudem wegen der medial, politisch und ökonomisch diskutierten Aussicht auf eine etwaige Rezession in Deutschland. Entsprechend pessimistisch beurteilen die Verbraucherinnen und Verbraucher die gesamtwirtschaftliche Situation. Sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat gehen ihre Konjunkturerwartungen zurück. Etwas zuversichtlicher sind die Verbraucher bei der Inflation und rechnen mit keinem weiteren Anstieg, sondern hoffen auf eine nachlassende Dynamik bei den Preissteigerungen.

In der Verschlechterung der Verbraucherstimmung spiegelt sich die derzeitige Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher wider. Die weitere Entwicklung des privaten Konsums ist angesichts der anhaltenden Krisen ungewiss und hängt von der geopolitischen Lage und ihren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft sowie die Energieversorgung ab. In den nächsten Wochen ist von einer Konsumzurückhaltung auszugehen.

Das HDE-Konsumbarometer erscheint monatlich und basiert auf einer Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und anderen konsumrelevanten Faktoren. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

Weitere Informationen unter: https://einzelhandel.de/konsumbarometer

 

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HDE und ZIA fordern in gemeinsamem Vorstoß eine „effektive Strategie“ im Kampf gegen Corona – Verbände lehnen erneute Lockdowns ab

Mit einem gemeinsamen Vorstoß wollen der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) und der Handelsverband Deutschland (HDE) die politischen Entscheiderinnen und Entscheider vor dem Herbst für eine effektive Strategie und einen evidenzbasierten Umgang mit der Pandemie gewinnen. Deshalb haben die beiden Verbände ein Strategiepapier mit dem Titel „Corona vor dem nächsten Herbst: Was jetzt zu tun ist“ vorgelegt.

„Der Schutz der Gesundheit muss auch im dritten Jahr der Pandemie oberste Priorität haben“, heißt es in dem Papier. „Hierzu bedarf es einer gezielten Präventions- und Eindämmungsstrategie, die auf den Lehren aus dem bisherigen Pandemiemanagement aufbaut und ausschließlich auf nachweislich wirksame Maßnahmen setzt.“ Dabei betonen die Verbände: „Der Sachverständigenausschuss der Bundesregierung hat Lockdowns und 2G/3G-Regelungen eine klare Absage erteilt. Eine Wiederholung der pauschalen Eindämmungsmaßnahmen der Vergangenheit würde zudem die weiterhin prekäre wirtschaftliche Lage weiter verschlimmern und vor allem die besonders betroffenen Branchen Handel, Hotellerie und Gastronomie massiv unter Druck setzen.“

ZIA und HDE lehnen daher Lockdowns sowie 2G/3G in Handel und Hotel ab.

Die Forderungen an Bund und Länder im Einzelnen:
• Die aktuellen gesetzlichen Regelungen im Infektionsschutzgesetz (IfSG) sollen weitgehend beibehalten werden.
• In § 28a des Gesetzes braucht es Anpassungen: Lockdowns oder Zugangsbeschränkungen (2G oder 3G) sollen auch bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite ausgeschlossen werden.
• Bei der Prävention soll es weitere Anstrengungen geben: Die „Impfkampagne der Bundesregierung muss wieder verstärkt werden“, so die Forderung.
• Der hohe Wert von Masken („Mund-Nasen-Bedeckung“) zum Schutz gegen Corona soll durch bessere Kommunikation stärker vermittelt werden
• Die Gesundheitsämter sollen die digitalen Möglichkeiten nutzen.

„Selbstverständlich steht der Schutz der Gesundheit an oberster Stelle“, erläutert der Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) , Dr. Andreas Mattner, den gemeinsamen Vorstoß. „Deshalb müssen Maßnahmen zur Vorbeugung gegen und zur Eindämmung von Corona-Infektionen gezielt und sehr entschieden angegangen werden.“ Der ZIA-Präsident ergänzt: „Generelle, nunmehr durch den Sachverständigenausschuss belegte Schließungsmaßnahmen erfüllen diesen Anspruch an einen ziel- und passgenauen Kampf gegen Corona definitiv nicht. Von Verhältnismäßigkeit der Mittel kann da keine Rede sein.“ Lockdowns seien angesichts der höheren Immunisierung und des flächendeckenden Impfangebots in Deutschland „nicht mehr zu rechtfertigen“.

„Im dritten Jahr der Pandemie sind Augenmaß und Zielgenauigkeit bei der Pandemiebekämpfung gefragt. Die Zeit der Schnellschüsse mit Geschäftsschließungen oder Zugangsbeschränkungen muss vorbei sein“, so der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser. „Die Bundesregierung ist gefordert, einen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Rahmen zu setzen, mit dem Corona gezielt und effizient bekämpft werden kann. Und auch die Impfkampagne muss noch einmal Fahrt aufnehmen. Der Einzelhandel und die Handelsimmobilienbranche werden dabei mit ihrer brancheneigenen Kampagne ,Leben statt Lockdown´ auch weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten“, so der HDE-Präsident.

In dem Papier von ZIA und HDE werden die zum Teil dramatischen Folgen der Corona-Krise für viele Unternehmen beschrieben: „Auch wirtschaftlich leiden gerade die Branchen, die stationär operieren und vom Publikumsverkehr abhängen, wie Handel, Hotellerie und Gastronomie, nach wie vor unter den Folgen der zweifachen Lockdowns und der weiteren Beschränkungen.“ Und: „Sie haben einen Großteil ihrer Reserven aufgebraucht, einige Unternehmen mussten sogar schon Insolvenz anmelden.“ Umsatzeinbußen konnten oft nicht ausgeglichen werden. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine – die Energiekosten-Explosion, unterbrochene Lieferketten und steigende Inflation – verstärken den Effekt. Hinzu kommt oft noch Fachkräftemangel. „Umso übler würden nun erneute generelle Schließungen wirken. Sie sind für viele Unternehmen eine ernste, für manche sogar eine existentielle Bedrohung“, mahnt Mattner.

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Unternehmensverbände fordern: Gemeinsam mehr Energie sparen!

Schon heute sind die Energiepreisentwicklungen für viele Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen kaum noch zu stemmen. Energie zu sparen ist deshalb so sinnvoll wie nie – für den eigenen Geldbeutel und warme Wohnungen im Winter – aber auch für den Erhalt unserer Volkswirtschaft.

Die Heizperiode liegt weniger als 100 Tage vor uns und rückt Tag für Tag näher. Gleichzeitig bleibt ein dauerhafter Ausfall russischer Erdgaslieferungen ein realistisches Szenario. Damit auch im nahenden Winter Wohnungen und Betriebe gleichermaßen sicher mit Energie versorgt werden können, wird es deshalb darauf ankommen, die Zeit zu nutzen und den Energieverbrauch in allen Sektoren in den kommenden Wochen effektiv zu senken.

Unternehmen, Kommunen, Verbraucherinnen und Verbraucher – wir alle sind gefragt und müssen gemeinsam ran!

Ob in Werkshallen und Bürogebäuden oder in Eigenheim und Mietwohnung – überall dort, wo täglich Energie verbraucht wird, lassen sich Sparmaßnahmen oft schnell und effektiv umsetzen. Viele dieser Maßnahmen hat die Bundesregierung unter https://www.energiewechsel.de/ zusammengestellt – inklusive Sofort-Tipps. Als unterzeichnende Verbände unterstützen wir die Energiesparkampagne der Bundesregierung ausdrücklich und stehen gemeinsam für ambitionierte Energiesparmaßnahmen in der deutschen Wirtschaft.

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth: „Der Handelsverband Deutschland informiert und berät den Einzelhandel mit seiner Klimaschutzoffensive schon seit einigen Jahren bei Energiesparmöglichkeiten. Angesichts der aktuellen Energiepreissteigerungen und der drohenden Gasknappheit gilt es jetzt, alle noch vorhandenen Potentiale zu heben und in einer gemeinsamen Kraftanstrengung den Energieverbrauch noch weiter zu senken. Wir müssen es gemeinsam schaffen, noch effizienter und noch sparsamer zu werden – für den Klimaschutz sowie für mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit und damit für mehr Verlässlichkeit und Stabilität bei der Energieversorgung.“

Gegenseitige Unterstützung als Schlüssel zum Erfolg

Nur zusammen wird es uns gelingen, möglichst viele Einsparpotentiale auszuschöpfen. Deshalb möchten wir als Unternehmensverbände betonen, dass bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen niemand allein dasteht. Um bei allen Fragen und Problemen schnell und unbürokratisch Hilfestellung leisten zu können, haben die beteiligten Verbände daher eine regelmäßige, niedrigschwellige Energiespar-Sprechstunde für Unternehmen eingerichtet. Hier beantworten Energiespar-Expertinnen und Experten der DENEFF in gemeinsamer Runde die initialen Fragen Rat suchender Unternehmen. Eine Anmeldung kann unter https://deneff.org/sprechstunde/ erfolgen. Die Sprechstunde soll ab dem 29. Juli 2022 regelmäßig stattfinden.

Die Bundesregierung unterstützt Unternehmen beim Energiesparen mit vielfältigen Fördermöglichkeiten. Wir fordern die Bundesregierung auf, hierbei unbedingt für kontinuierlich verfügbare Mittel in ausreichender Höhe zu sorgen.

 

Die beteiligten Verbände:

– Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V.
– Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF)
– Der Mittelstand. BVMW e.V.
– Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
– B.A.U.M. e.V. – Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
– Handelsverband Deutschland e. V. (HDE)
– European Industrial Insulation Foundation
– Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK)
– VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V.

Mehr Informationen zum Thema auch bei der HDE-Klimaschutzoffensive unter www.hde-klimaschutz.de

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Sommerschlussverkauf startet am 25. Juli 2022

Am letzten Montag im Juli startet im Einzelhandel für gewöhnlich der freiwillige Sommerschlussverkauf (SSV). In diesem Jahr fällt der Auftakt des SSV damit auf den 25. Juli. Mit aktuellen Sonderangeboten beteiligen sich in der Regel vor allem Handelsunternehmen aus der Textil- und Bekleidungsbranche, aber auch viele Baumärkte, Möbelhäuser, Sporthändler und Elektrogeschäfte gehen mit besonderen Angeboten auf ihre Kundschaft zu.

Für dieses Jahr geht der Handelsverband Deutschland (HDE) allerdings davon aus, dass nicht alle Handelsunternehmen am SSV teilnehmen werden und weist auf die unterschiedlichen Lagersituationen im Einzelhandel hin. Zwar werden nach Einschätzung des HDE viele Händlerinnen und Händler die Aktionswochen nutzen, um ihre Lager zu räumen und Platz für die Herbstkollektionen und neue Produkte zu schaffen. Doch einige Handelsunternehmen haben insbesondere wegen des guten Abverkaufs der aktuellen Kollektionen sowie weltweit angespannter Lieferketten nur geringe Restbestände. Dort ist somit nicht genug Ware im Lager, um sich zum Abschluss der Sommersaison am SSV zu beteiligen. Zu erwarten ist daher, dass nur ein Teil der Händlerinnen und Händler mit Rabatten arbeiten wird.

Dennoch lohnt es sich für Verbraucherinnen und Verbraucher auch in diesem Jahr, nach Angeboten Ausschau zu halten. Der SSV dauert in der Regel zwei Wochen. Da viele Menschen die traditionellen Schlussverkäufe fest eingeplant haben, bietet der Einzelhandel SSV und Winterschlussverkauf (WSV) auch nach dem Wegfall der gesetzlichen Grundlage im Jahr 2004 weiterhin an.

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Wachsende Bedeutung von Cybersicherheit für Bundesregierung und Einzelhandel

Die vom Bundesinnenministerium vorgestellten Maßnahmen für mehr Cybersicherheit bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) als wichtigen Schritt im Umgang mit Cyberangriffen und Cyberspionage auf deutsche Unternehmen. Die Bundesregierung mache deutlich, dass auch sie der Cybersicherheit und der für die Funktionsfähigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft entscheidenden Informationssicherheit Bedeutung beimesse. Auch der Einzelhandel arbeite mit persönlichen Daten und sei zunehmend von Internetangriffen betroffen. Daher fordert der HDE eine schnellere und bessere Koordination der Gefahrenabwehr, die bislang überwiegend in die Zuständigkeit der Bundesländer fällt.

„Wir müssen weg von der Zuständigkeitsfrage, hin zu einer konsolidierten Handlungsfähigkeit. Eine Stärkung der Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes ist hierfür der erste richtige Schritt“, so Stephan Tromp, stellvertretender HDE-Hauptgeschäftsführer. Auch Investitionen in sogenannte Cyber-Resilienzmaßnahmen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sehe der HDE positiv, insbesondere aufgrund der im Rahmen der Investitionsstudie des Verbandes gesammelten Erkenntnisse. „Unsere Investitionsstudie zeigt, dass KMU im Handel zwar in Digitalisierung, aber kaum in Cybersicherheit investieren. Häufig sind sie hierzu finanziell nicht in der Lage. Daher ist es wichtig, die notwendigen Investitionen zu fördern und für die Infrastruktur zu sorgen“, betont Tromp. Um Händler zu befähigen, sich und ihre Kunden vor Cyberkriminellen zu schützen, kooperiert der HDE seit Jahren mit dem Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik.

Aus Sicht des HDE ist es längst überfällig, das Thema Cybersicherheit oben auf die Agenda zu setzen. In einem sich zur Tech-Branche wandelnden deutschen Handel seien geschützte Kunden-, Waren-, Hersteller- und Logistikdaten wettbewerbsentscheidend. So warne etwa das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik regelmäßig vor massiven Cyber-Attacken, bei denen mit Millionen Zugriffen innerhalb kürzester Zeit die IT-Infrastrukturen der Händler überlastet würden und dadurch für die Kundschaft nicht mehr erreichbar seien. Deshalb brauche es schnelle, transparente und niedrigschwellige Hilfen für Betroffene von Cyberattacken. Fraglich bleibe, inwieweit die Beschleunigung der Gefahrenabwehr ohne bundesweiten Chief Information Security Officer (CISO) möglich sei, der als übergreifender Koordinator auf strategischer Ebene eine direkte Sichtbarkeit für das Thema Informationssicherheit schafft, das Informationssicherheitsmanagement des Bundes bündelt, aber auch bei der operativen Umsetzung der IT-Sicherheitsanforderungen unterstützt. „Behördliche IT-Sicherheitsbeauftragte spielen faktisch noch eine untergeordnete Rolle. In Anbetracht der Cyberkriminalität in Deutschland ist das eine grobe Fahrlässigkeit. Deshalb muss das Bundesinnenministerium das Vorhaben eines CISOs rasch vorantreiben“, erklärt Tromp. Die diskutierte aktive Cyberabwehr, sogenannte Hackbacks, kritisiert Tromp hingegen: „Wir sollten den Schutz des Staates und der Unternehmen in den Vordergrund stellen und hierfür die begrenzten vorhandenen Ressourcen einsetzen. Eine Angriffsinfrastruktur aufzubauen, ist aufwendig und langwierig.“ Hacker könnten zudem ihre Infrastruktur schnell auf andere Server und Botnetze verlagern, insbesondere wenn sie mit Gegenangriffen rechneten.

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