Aktuelles und Termine

HDE gegen Schnellschuss bei Reform der Betriebsverfassung

Dem aktuellen Regierungsentwurf für ein Betriebsrätemodernisierungsgesetz steht der Handelsverband Deutschland (HDE) ablehnend gegenüber. Der Entwurf verstößt gegen das vom Bundeskabinett beschlossene und für den Neustart nach der Pandemie besonders wichtige Belastungsmoratorium. Gerade in Zeiten der Corona-Krise sollte der Gesetzgeber auf unnötige bürokratische Belastungen für den finanziell meist ausgezehrten Nonfood-Handel verzichten.

Der Regierungsentwurf sieht unter anderem eine erhebliche Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmung vor, insbesondere bei der Ausgestaltung der mobilen Arbeit. Nicht angegangen wird hingegen der Korrekturbedarf bei den Mitbestimmungsrechten etwa hinsichtlich der ausufernden Auslegung der Gerichte bei der Einführung neuer Software.

„Eine echte Reform des Betriebsverfassungsgesetzes bedürfte vorab einer breiten politischen Debatte und umfassender juristischer Vorüberlegungen. Ein Schnellschuss kurz vor Ende der Legislaturperiode ist nicht nötig und viel zu riskant“, betont Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales. Dringend erforderlich und längst überfällig sei hingegen die Entfristung der noch bis zum 30. Juni 2021 geltenden pandemiebedingten Ausnahmeregelung in Paragraph 129 des Betriebsverfassungsgesetzes. „Diese Regelung zur virtuellen Betriebsratsarbeit hat sich in der Praxis mehr als bewährt und muss jetzt zwingend entfristet werden. Das ist simpel und sehr sinnvoll“, so Haarke weiter.

Der Regierungsentwurf wird am kommenden Montag Gegenstand einer öffentlichen Anhörung im Bundestagsausschuss sein und soll voraussichtlich spätestens zum 1. Juli 2021 in Kraft treten können.

Die Stellungnahme des HDE zum aktuellen Regierungsentwurf können Sie hier nachlesen.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen

Zeit zum Handeln: Handel formuliert Forderungen zur Bundestagswahl 2021

Mit Blick auf die im Herbst stattfindende Bundestagswahl stellt der Handelsverband Deutschland (HDE) die zentralen Erwartungen des Einzelhandels an den künftigen Bundestag vor. Unter dem Motto „Zeit zum Handeln!“ zeigt der HDE sechs Handlungsfelder auf, vom Neustart nach der Krise über Nachhaltigkeit, Innenstädte, Digitalisierung und freiem Wettbewerb bis hin zur Beschäftigung. Auf der Aktionswebseite zeitzumhandeln.hde.de sind die Forderungen des Handels zusammengefasst.

Logo ZEIT ZUM HANDELN positiv RGB klein„Die Pandemie stellt den Handel, unsere Gesellschaft und den künftigen Bundestag vor große Herausforderungen. Es ist jetzt Zeit für eine Zukunftsagenda“, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Die Parteien müssten zur Bundestagswahl deutlich machen, wie sie die Wirtschaft ankurbeln wollten. „Nach der Corona-Krise müssen wir einen kraftvollen Neustart auslösen. Dafür braucht es in der nächsten Legislaturperiode eine echte Entfesselungsoffensive für die Wirtschaft“, so Sanktjohanser weiter. Die Politik müsse der Kraft des freien Unternehmertums wieder mehr zutrauen. Neue Regulierungsinitiativen seien keine Lösung.

Vielmehr gehe es darum, den Handel als drittstärkste Wirtschaftskraft zu unterstützen und so den Wohlstand nachhaltig zu sichern. Gerade in den Innenstädten sei die Lage pandemiebedingt extrem angespannt. „Die vergangenen Monate haben ihre Spuren im Einzelhandel hinterlassen. Viele Unternehmen im Nicht-Lebensmittelhandel sind jetzt ganz besonders auf politischen Rückenwind angewiesen“, betont Sanktjohanser. Viele Händler kämpften noch immer um ihre Existenz, befänden sich in einer Notlage. Dadurch sei die Vielfalt ganzer Stadtzentren bedroht. „Damit es auch in Zukunft lebenswerte Innenstädte gibt, muss die Politik Anreize für Investitionen in Innovationen und Innenstadtstandorte schaffen“, so der HDE-Präsident.

Zu berücksichtigen sei hierbei, dass sich der Einzelhandel innerhalb des vergangenen Jahres verändert habe. „Die Pandemie hat den Trend zur Digitalisierung erheblich beschleunigt. Mit dieser großen Aufgabe darf der Handel nicht alleine gelassen werden“, so Sanktjohanser. Besonders kleine und mittelständische Handelsbetriebe bräuchten Förder- und Beratungsangebote, um in digitale Infrastruktur investieren zu können und den Anschluss nicht zu verlieren. „Wir brauchen eine stimmige Politik für einen erfolgreichen Neustart. Es ist Zeit zum Handeln“, so Sanktjohanser.

Weitere Informationen zum Thema unter: https://zeitzumhandeln.hde.de 

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Klimaschutzgesetz: EEG-Umlage abschaffen – erneuerbare Energien über CO2-Preis finanzieren

Mit Blick auf die heutige Abstimmung im Bundeskabinett zu einem neuen Klimaschutzgesetz macht der Handelsverband Deutschland (HDE) deutlich, dass die Finanzierung der Energiewende auf eine gerechtere Grundlage gestellt werden und den Klimaschutz deutlicher in den Fokus nehmen muss. Die EEG-Umlage belastet Privatverbraucher und Handelsunternehmen überproportional hoch. Deshalb sollte der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie besser über den CO2-Preis bezahlt werden.

„Das Klimaschutzgesetz muss verlässliche und dauerhafte Vorgaben machen. Die Politik sollte jetzt zudem die Gelegenheit nutzen und die Energiewende endlich auf stabile Füße stellen. Wir brauchen eine faire Kostenverteilung. Dafür sollte der nationale CO2-Preis als Leitinstrument dienen und durch den europäischen CO2-Preis ergänzt werden“, so Antje Gerstein, HDE-Geschäftsführerin für Nachhaltigkeit. Bei einer konsequenten Nutzung der Einnahmen aus den CO2-Preisen bestünde die Möglichkeit der kompletten Finanzierung der Förderung erneuerbarer Energien über dieses Instrument. In der Folge sollte dann die ungerechte, den Handel und die Privatverbraucher überdurchschnittlich belastende, EEG-Umlage abgeschafft werden.„Dieser Ansatz nimmt den CO2-Ausstoß in den Fokus und nicht wie heute, allein die Nutzung von Strom. Das bringt einen ganz klaren Anreiz zur Einsparung von CO2 und wäre somit auch ein wichtiger Schritt hin zu einem effektiveren Klimaschutz“, so Gerstein weiter. Der Einzelhandel geht beim Klimaschutz bereits mit gutem Beispiel voran: So erreichten die Handelsunternehmen in Deutschland in den vergangenen Jahren eine

Treibhausgaseinsparung von 50 Prozent gegenüber dem Jahr 1990. Einzelhändler nutzen immer häufiger regenerative Energien für die eigene Stromversorgung, setzen effiziente Beleuchtungs- und Klimatechnik ein und investieren in Green-Building-Konzepte. Insbesondere mittelständischen und kleineren Händlern steht dabei die Klimaschutzoffensive des Handels mit Expertise und Ideen zur Seite.

Mehr Informationen unter www.hde-klimaschutzoffensive.de

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Zwischenbilanz für Januar bis Mai 2021 – 40 Milliarden Euro Umsatzverlust: Corona-Maßnahmen treffen von Schließungen betroffenen Handel hart

Die von den Lockdowns und Geschäftsschließungen betroffenen Branchen im Nicht-Lebensmittelhandel verlieren in den ersten fünf Monaten des Jahres 2021 im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit bis zu 40 Milliarden Euro Umsatz. Nach einer aktuellen HDE-Umfrage unter knapp mehr als 1000 Händlern, sieht sich deshalb mehr als die Hälfte der Bekleidungshändler ohne weitere staatliche Hilfen im Jahresverlauf in Existenzgefahr. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert angesichts der dramatischen Zahlen weiterhin Anpassungen und mehr Tempo bei den staatlichen Corona-Hilfen.

„Für den Lockdown-Handel war 2021 bis jetzt ein katastrophales Jahr. Die Umsätze liegen in den betroffenen Branchen bis Ende Mai voraussichtlich im Durchschnitt um rund 60 Prozent unter dem Vorkrisenniveau“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Das entspricht nach HDE-Berechnungen einem Minus von bis zu 40 Milliarden Euro im Vergleich zum Vor-Krisenjahr 2019. Dementsprechend schlecht fällt auch die aktuelle HDE-Umfrage für die vergangene Woche aus. So sehen sich im Bekleidungshandel für dieses Jahr ohne weitere staatliche Hilfen 53 Prozent der Händler in Existenzgefahr, im Schuh- und Lederwarenhandel sind es sogar knapp 60 Prozent. So wertvoll Signale wie eine Öffnung der Geschäfte mit Testpflicht oder Terminvereinbarung für die Stimmung sind, wirtschaftlich ist das für viele Geschäfte nicht. So sprechen die Händler, die mit Testpflicht geöffnet sind, in der HDE-Umfrage im Durchschnitt von Umsatzverlusten von beinahe 60 Prozent, beim Shoppen mit Terminvereinbarung liegen die Verluste bei knapp 50 Prozent. Und auch das Shoppen mit Begrenzung der Kundenzahl beschert den befragten Händlern mehr als ein Drittel weniger Umsatz als vor der Krise.

„Die Lage im Nicht-Lebensmittelhandel ist vielerorts alarmierend schlecht. Deshalb müssen die Corona-Hilfen jetzt schnellstmöglich komplett ausgezahlt werden“, so Genth weiter. Bisher haben der HDE-Umfrage zufolge fast drei Viertel der betroffenen Händler seit Beginn der Krise staatliche Unterstützung bekommen. 60 Prozent jedoch warten noch auf ausstehende Zahlungen und 60 Prozent der Empfänger von Abschlagszahlungen erhielten weniger als die Hälfte der Auszahlungssumme. Neben der Geschwindigkeit der Hilfe bemängelt der HDE schon seit Monaten zwei wesentliche Lücken. Für inhabergeführte Händler gibt es nach wie vor keine Möglichkeit zur Auszahlung eines Unternehmerlohns. Das zwingt die Unternehmer im Ergebnis, zum Sozialamt zu gehen, um ihren privaten Lebensunterhalt bestreiten zu können. Für größere Unternehmen fordert der HDE die Aufhebung der Deckelung auf Bundes- und EU-Ebene bzw. einen entsprechenden Schadensausgleich nach EU-Recht. „Größere Händler mit vielen Filialen haben höhere Fixkosten und brauchen mehr Unterstützung“, so Genth. Starre und viel zu niedrig angesetzte Höchstgrenzen für die Auszahlung von Coronahilfen pro Unternehmen sorgten im Ergebnis dafür, dass viele Handelsunternehmen keine Chance mehr hätten, die Krise zu überstehen.

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HDE-Online-Monitor 2021: Corona löst Wachstumsschub für Click & Collect und Online-Marktplätze aus

Die Corona-Pandemie mit wiederholten Geschäftsschließungen und Lockdowns hatte im vergangenen Jahr massive Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten. Das machen aktuelle Daten aus dem HDE-Online-Monitor 2021 deutlich. Demnach gewann Click & Collect, also die Abholung online oder per Telefon vorbestellter Ware im Geschäft, immens an Bedeutung. Gleichzeitig erhöhten sich die Umsätze stationärer Händler aus dem Verkauf von Waren über Online-Marktplätze.

Click„Die wiederholten Ladenschließungen und die massiven Corona-Einschränkungen beim Einkauf zwangen Kunden und Händler, andere, neue Wege zu suchen. Sehr gut angenommen haben die Verbraucher die Möglichkeit zu Click & Collect. Die Abholung vorbestellter Waren half vielen Händlern dabei, die Lockdowns zumindest ein wenig abzufedern“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp. Laut HDE-Online-Monitor kennen den Service mittlerweile drei Viertel der Internetnutzer. Im vergangenen Jahr konnten die Händler in Deutschland über Click & Collect immerhin einen Umsatz in Höhe von 4,6 Milliarden Euro erzielen. Das entspricht einem Anteil von mehr als sechs Prozent am gesamten Online-Umsatz 2020. 44 Prozent der Internetnutzer geben an, diesen Service 2020 mindestens einmal genutzt zu haben. Die größten Umsatzanteile erzielten dabei Händler aus den Bereichen CE/Elektro (27 %), Fashion und Accessoires (21 %) sowie Freizeit und Hobby (15 %). „Click & Collect kann auch nach Corona weiterhin eine gute Rolle spielen“, so Tromp. Daten aus dem HDE-Online-Monitor zeigen, dass sich knapp 60 Prozent der Kunden, die den Service schon einmal genutzt haben, das auch für normale Zeiten ohne Lockdown vorstellen können.

Einen großen Umsatzschub gab es auch beim Verkauf über Online-Plattformen. Das Wachstum lag bei mehr als 40 Prozent. Dadurch erreicht Amazon (mit Marktplatz und Eigenhandel) einen Anteil von 53 Prozent am gesamten deutschen Onlinehandelsumsatz. Die Aktivitäten der stationären Händler im Online-Handel stiegen im vergangenen Jahr weiter an: 45 Prozent sind nun auch im Internet vertreten. Gleichzeitig sinkt allerdings die Zahl der Händler mit eigenem Online-Shop. „Die Bedeutung von Online-Marktplätzen nimmt weiter zu. Viele stationäre Händler nutzen die Chance, online Waren zu verkaufen, ohne einen eigenen Online-Shop aufbauen zu müssen“, so Tromp weiter.

Insgesamt lag der Umsatz des Online-Handels in Deutschland 2020 bei 73 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Zuwachs von fast 14 Milliarden Euro bzw. 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Weitere Informationen zum Thema unter: www.einzelhandel.de/online-monitor

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HDE fordert Wiedereröffnung aller Geschäfte

Angesichts sinkender Corona-Inzidenzen und einer wachsenden Zahl an Geimpften fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) die Politik auf, einen bundesweit einheitlichen Plan zur Wiedereröffnung aller Geschäfte vorzulegen. Aus Sicht des Verbandes gibt es auch mit Blick auf die laut Robert Koch Institut und TU Berlin niedrige Infektionsgefahr beim Einkauf keinen Grund mehr für weitere Einschränkungen oder Schließungen im Einzelhandel. Gleichzeitig warnt der Verband vor den hohen gesellschaftlichen und finanziellen Kosten, wenn viele Einzelhändler ihren Beruf nicht wie gewohnt ausüben können.

„Immer mehr Menschen sind geimpft, die Inzidenzen sinken vielerorts unter 100. Das sind gute Nachrichten für uns alle. Jetzt muss die Politik den nächsten Schritt machen und den Einzelhandel wieder komplett öffnen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. In Gebieten mit Inzidenzen unter 100 müsse zudem die Testpflicht vor dem Einkauf entfallen. Gleichzeitig sollten die Maskenpflicht und die bewährten Hygienekonzepte der Händler weiter gelten. Wissenschaftliche Erkenntnisse unter anderem des Robert Koch Instituts hatten gezeigt, dass das Infektionsrisiko beim Einkauf mit Hygienekonzept gering ist. Der Handelsverband spricht sich für ein entschiedenes, bundesweit einheitliches Vorgehen aus. Eine HDE-Umfrage hatte in der Kalenderwoche 16 deutlich gemacht, wie groß die wirtschaftliche Not bei vielen Händlern mittlerweile ist. Demnach sehen sich zwei Drittel der Bekleidungshändler in Existenzgefahr und rechnen für dieses Jahr damit, Insolvenz anmelden zu müssen. Insgesamt könnten durch die Coronakrise bis zu 120.000 Geschäfte verschwinden. Das hinterlässt auch in Städten, Gemeinden und Kommunen tiefe Spuren. Die Gewerbesteuereinnahmen werden teilweise massiv einbrechen, bis zu 250.000 Jobs könnten verloren gehen. „Der Einkauf ist für die meisten Menschen der wichtigste Grund für einen Besuch in der Innenstadt. Wenn der Handel coronabedingt schwächelt, taumeln ganze Stadtzentren. Das reißt auch andere Branchen wie die Gastronomie oder den Tourismus noch tiefer in den Abgrund“, so Genth weiter.

Eine aktuelle HDE-Umfrage unter 1.000 Händlern zeigt zudem die gesellschaftlichen und sozialen Folgen, wenn der Einzelhandel in der Fläche in Probleme gerät. Demnach engagieren sich die Händler in Deutschland mit einer Milliarde Euro pro Jahr für das Gemeinwohl. Schwerpunkte liegen hier unter anderem im ehrenamtlichen Engagement bei Vereinen, der Unterstützung von Festen und Veranstaltungen oder dem Sponsoring von örtlichen Sportvereinen. Genth: „Es steht viel auf dem Spiel. Der Handel muss wieder arbeiten dürfen. Die Unternehmen wollen wieder für ihre Kunden da sein. Und die Kunden wollen wieder bummeln und einkaufen. Beides ist beim Shoppen mit Hygienekonzept mit der weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie vereinbar.“

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HDE fordert verlässliche Klimaziele sowie weniger Bürokratie bei Ausbau und Nutzung erneuerbarer Energien – Einzelhandel leistet großen Beitrag zum Klimaschutz

Angesichts der Ankündigungen für ein neues, ehrgeizigeres Klimaschutzgesetz fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) verlässliche und realistische Ziele für die CO2-Einsparung. Der Einzelhandel stehe wie schon in den vergangenen Jahren bereit, seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Damit hier möglichst schnell Fortschritte erzielt werden können, setzt sich der HDE für einfachere Regelungen für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien und beim Betrieb von Elektroladesäulen ein. Nach einer aktuellen HDE-Umfrage unter 1000 Händlern erzeugen mehr als 15 Prozent der Handelsunternehmen Strom mit erneuerbaren Energien, viele von ihnen speisen Teile davon in das Stromnetz ein. 6,5 Prozent bieten ihren Kunden Elektroladesäulen an.

„Es muss jetzt schnell klar werden, wie viel CO2 der Einzelhandel bis wann reduzieren muss. Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit, die jetzt diskutierte Neufassung des Klimaschutzgesetzes muss den Weg über die nächsten Jahrzehnte verbindlich regeln“, so die HDE-Geschäftsführerin für Nachhaltigkeit, Antje Gerstein. Der Einzelhandel könne insbesondere durch den Aufbau erneuerbarer Energien, die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur für den klimafreundlichen Verkehr und eine Umstellung der Antriebe seiner Logistik einen Beitrag leisten. In den vergangenen Jahren erreichten die Einzelhändler in Deutschland eine Treibhausgaseinsparung von 50 Prozent gegenüber dem Jahr 1990. „Einzelhändler nutzen immer häufiger regenerative Energien für die eigene Stromversorgung, setzen effiziente Beleuchtungs- und Klimatechnik ein und investieren in Green-Building-Konzepte“, so Gerstein weiter.

Um ihren Beitrag für den Klimaschutz weiter erhöhen zu können, ist die Branche aber auf die Politik angewiesen. So krankt der Ausbau erneuerbarer Energien an bürokratischen Hürden, der Komplexität vieler Prozesse und den damit verbundenen rechtlichen Risiken. „Es muss einfacher werden, seinen selbst erzeugten Solarstrom auch an Dritte weiterzuleiten oder eine öffentliche Förderung für den Aufbau von Elektroladesäulen zu bekommen“, so Gerstein. Der Handel hält Parkflächen in attraktiven Lagen, die sich für den Aufbau von Ladeinfrastruktur und somit den Ausbau klimafreundlicher Mobilität bestens eignen. Allerdings sieht die geltende Regelung vor, dass die Aufbauförderung für Ladesäulen halbiert wird, wenn der Parkplatz nicht 24 Stunden pro Tag zur Verfügung steht. Das wiederum aber verbieten häufig städtebauliche Abreden und der Immissionsschutz. Für eine klimafreundliche Logistik fordert der HDE die schnelle Bereitstellung von Fahrzeugen, die den Fahrprofilen und Anforderungen der Handelslogistik entsprechen. Gerstein: „Hier müssen die Hersteller schnell vorankommen und liefern.“

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UTP-Richtlinie eins zu eins umsetzen

Anlässlich der im Bundestag anstehenden Verabschiedung des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Agrarmarktstrukturgesetzes, mit dem die europäische UTP-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden soll, warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor Verschärfungen des Regierungsentwurfs. Mit der UTP-Richtlinie will der EU-Gesetzgeber kleinere landwirtschaftliche Erzeuger und Hersteller bei den Vertragsverhandlungen mit größeren Abnehmern besser schützen. Nun wollen die Regierungsfraktionen auch internationale Großkonzerne mit Milliardenumsätzen in den Schutzbereich einbeziehen.

„Der EU-Gesetzgeber hat den Anwendungsbereich der Neuregelung bewusst auf kleine und mittelgroße Vertragspartner beschränkt, um Marktstörungen zu vermeiden“, erläutert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Richtlinie greife intensiv in die Vertragsbeziehungen der Lebensmittellieferkette ein, um die Verhandlungsposition der Lieferanten und Erzeuger zu stärken. „Wenn durch die Erweiterung des Anwendungsbereichs nun die Marktposition von Großkonzernen verbessert wird, konterkariert dies die Ziele der EU“, stellt Genth fest. Die großen Lieferanten würden nämlich die neuen Vorschriften zur Margenverbesserung nutzen. Steigende Verbraucherpreise und verstärkte Konzentrationstendenzen wären die Folge. „Wenn gleichzeitig auch noch Listungsgebühren weitgehend verboten werden sollten, würde sich die Wettbewerbsposition mittelständischer Lieferanten durch die deutsche Gesetzgebung im Verhältnis zu ihren großen Konkurrenten weiter verschlechtern“, prognostiziert Genth. Ohne Listungsgebühren hätten kleinere Lieferanten deutlich schlechtere Chancen, ins Regal der Supermärkte zu gelangen. „Während die großen Konzerne mit umfangreichen Werbemaßnahmen Listungsdruck auf den Einzelhandel ausüben und sich so ihren Regalplatz sichern, verlieren die kleineren Lieferanten bei einem Verbot der Listungsgebühren eine Möglichkeit, bei unsicheren Erfolgsaussichten ihres Produkts gleichwohl eine Aufnahme ins Sortiment des Lebensmitteleinzelhandels zu erreichen.

„Die EU-Richtlinie geht bereits über die ursprünglichen Pläne der Kommission hinaus. Im Interesse der Verbraucher und eines funktionierenden Wettbewerbs sollten sich die Regierungsfraktionen im Bundestag auf eine Eins-zu-eins-Umsetzung beschränken“, resümiert Genth.

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Tarifauftakt: Eine historische Herausforderung für die Branche

Die Lage im Nonfood-Handel ist wegen der monatelangen staatlichen Ladenschließungen extrem angespannt. Durch neue Varianten des Corona-Virus ist eine Verschlechterung der Lage jederzeit möglich, trotz fortschreitender Impfquote. Viele der vom Lockdown betroffenen Handelsunternehmen sind wirtschaftlich vollkommen ausgezehrt. Diese Dramatik spiegelt sich auch in einer aktuellen HDE-Umfrage wider. Danach gaben im April knapp die Hälfte der vom Lockdown betroffenen Einzelhändler an, ohne weitere staatliche Unterstützung das laufende Jahr nicht überstehen zu können. „Tarifrunden sind traditionell schwierig. Allerdings handelt es sich dieses Mal um eine wahrlich historische Herausforderung. Es lastet eine immense Verantwortung auf den Sozialpartnern“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales.

Die meisten vom Lockdown betroffenen Unternehmen können eine Erhöhung der Personalkosten einfach nicht mehr verkraften. „Eine Lösung kann daher nur über eine Differenzierung führen“, so Haarke weiter. Zu beachten sei auch die Flächenwirkung des Tarifvertrags. So würden im Einzelhandel trotz rückläufiger Tarifbindung mittelbar nach wie vor zwei Drittel der Beschäftigten nach dem Tarifvertrag bezahlt.

Im Übrigen zahle die Branche gutes Geld für gute Arbeit. So sind die Tarifentgelte im Einzelhandel in den letzten zehn Jahren um knapp 24 Prozent angestiegen. Inflationsbereinigt entspricht das einem Nettoanstieg der Tarifentgelte in diesem Zeitraum um elf Prozent. Auch im vergangenen Jahr, welches gerade für den Nonfood-Handel wegen der Corona-Pandemie bereits sehr schwierig war, haben die tarifgebundenen Unternehmen die vereinbarte Anhebung der Tarifentgelte um 1,8 Prozent an ihre Mitarbeiter weitergegeben. „Das war eine wirklich große Leistung der Arbeitgeber, gerade im Nonfood-Bereich“, so Haarke. Gezahlt werde im Einzelhandel zusätzlich auch noch das tarifliche Urlaubs- sowie Weihnachtsgeld. Das Arbeiten ab 18.30 Uhr wird zusätzlich mit 20 Prozent Zuschlag belohnt, ab 20 Uhr mit 50 Prozent. Außerdem haben die meisten großen Handelsketten als Anerkennung für die besonderen Umstände während der Corona-Pandemie längst umfassende Sonderzahlungen und Warengutscheine an ihre Mitarbeiter ausgezahlt. „Es handelte sich also nicht etwa um ein Lippenbekenntnis, die Arbeitgeber haben hier bereits nachweislich geliefert“, so Haarke weiter.

Der Einzelhandel ist als Branche mit 3,1 Millionen Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Vor Beginn der Corona-Krise konnte in der Branche über viele Jahre hinweg jedes Jahr weitere sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgebaut werden. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist dank des großflächigen Einsatzes von Kurzarbeit in der Branche auch trotz Corona bislang noch recht stabil. Im April waren nach aktuellster Schätzung des ifo-Instituts aber allein im Einzelhandel knapp 300.000 Beschäftigte in Kurzarbeit.

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Umsatzplus im März kein Grund für Entwarnung im Einzelhandel

Nach Meldungen des Statistischen Bundesamtes ist der Einzelhandelsumsatz im März gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen, sowohl im Lebensmitteleinzelhandel als auch in Teilen des Nonfood-Handels. Im ersten Quartal konnte der Einzelhandel laut Statistischem Bundesamt insgesamt seinen Vorjahresumsatz halten.

Nach Einschätzung des Handelsverbands Deutschland (HDE) geben die aktuellen Zahlen allerdings keinen Grund zur Entwarnung. Vielmehr führt der Vergleich zum Lockdownmonat März 2020 in die Irre. So brachen etwa die Umsätze des Bekleidungshandels im Vorjahresmärz um fast 60 Prozent gegenüber 2019 ein. Von diesem lockdownbedingt niedrigen Umsatz aus konnten Händler nun nach den Meldungen des Statistischen Bundesamtes ein Umsatzplus erzielen. Hierzu haben Click & Collect sowie andere Verkaufsoptionen beigetragen. Im Vergleich zu März 2019 liegt der Bekleidungshandel weiterhin nur bei einem Umsatzniveau von 50 Prozent. Betrachtet man das erste Quartal 2021 im Vergleich zu 2019, so liegt der Bekleidungshandel bei einem Minus von 66 Prozent.

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