Aktuelles und Termine

100 Tage vor der Bundestagswahl – Zeit zum Handeln: Sonntagsshopping darf kein Tabu sein

100 Tage vor der Bundestagwahl fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) die Politik auf, die Voraussetzungen für mehr Rechtssicherheit für gelegentliche Sonntagsöffnungen im Einzelhandel zu sorgen. Es brauche eine Enttabuisierung des Themas, Einkaufen sei genauso Teil der Freizeitgestaltung wie der Restaurant- oder Museumsbesuch. Kurzfristig sollten die Händler zum Ausgleich für die langen Lockdowns, in denen die Ladentüren geschlossen waren, für den Rest des Jahres auch sonntags öffnen dürfen.

„In vielen anderen Wirtschaftsbereichen ist eine Sonntagsöffnung vollkommen selbstverständlich. In Restaurants und Gaststätten gehört es zum Alltag, dass die Türen auch am Sonntag weit geöffnet sind“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Genauso sei es bei Theatern, Kinos oder Museen. Und auch an den Fließbändern vieler Fabriken werde ganz selbstverständlich sonntags gearbeitet. „Nur beim Einzelhandel muss sonntags im Regelfall alles dicht sein. Das ist längst nicht mehr zeitgemäß. Einkaufen dient heutzutage nicht mehr nur der Versorgung, sondern Bummeln und Shopping ist ein Freizeitevent – genauso wie der Besuch von Gaststätten oder Kultureinrichtungen“, so Genth weiter. Deshalb sei es höchste Zeit, diese systematische Benachteiligung der Händler zu beenden und mindestens gelegentliche Öffnungen rechtssicher und regelmäßig zu ermöglichen. Die Menschen erwarteten zu besonderen Anlässen auch sonntags zurecht eine vollständige Innenstadt – mit geöffneten Geschäften. Genth: „Nur als Gesamtkunstwerk können unsere Stadtzentren ihre volle Attraktivität entfalten und auch künftig erfolgreich und vital bleiben. Hier muss der kommende Bundestag nach den anstehenden Wahlen in die Debatte einsteigen und klare Pflöcke einschlagen.“ Andere Länder sind hier nach HDE-Angaben deutlich weiter. In keinem anderen EU-Staat sei die Sonntagsöffnung derart beschränkt wie in Deutschland. Eine deutsche Sonderrolle sei hier nicht nachvollziehbar.

Kurzfristig sollte es nach Meinung des HDE gerade mit dem Blick auf einen kraftvollen Neustart nach der Pandemie allen Einzelhändlern offenstehen, zumindest die restlichen Sonntage in diesem Jahr ihre Türen für alle Kunden zu öffnen. Genth: „Das wäre ein klares Signal an die Menschen, dass die Innenstädte wieder offen und die Geschäfte wieder für alle da sind. Zudem gibt das den Händlern die Chance, wenigstens ein bisschen des während der Lockdowns verlorenen Umsatzes nachzuholen.“

Über die aktuelle Situation hinaus setzt sich der HDE für verlässlichere Rahmenbedingungen für rechtssichere gelegentliche Sonntagsöffnungen ein. Genth: „Wenn die Gewerkschaft ver.di – wie in den vergangenen Jahren immer wieder geschehen – bereits genehmigte Sonntagsöffnungen kurzfristig erfolgreich vor Gericht wegklagt, dann ist das für die Einzelhändler ein auf Dauer nicht erträglicher Zustand. Denn die Unternehmen müssen in der Folge ihre Ausgaben für bereits geschaltete Werbung und ihre Personalplanung verloren geben.“ Im Übrigen sei es eine Mär, dass die Beschäftigten sich gegen Sonntagsarbeit wehren. Die Erfahrungen vor Ort zeigen, dass sich aufgrund der gewonnen Flexibilität und des zusätzlichen Entgelts für die Sonntagsarbeit in den allermeisten Fällen ausreichend Freiwillige finden, die gerne einspringen.

Alle HDE-Forderungen zur Bundestagswahl unter https://zeitzumhandeln.hde.de

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Großes Angebot an Ausbildungsstellen im Einzelhandel: Sehr gute Aussichten für Bewerber

Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass der Einzelhandel beim Angebot von Ausbildungsstellen erneut Spitzenplätze belegt. Mit ihrem wachsenden Ausbildungsplatzangebot setzen die Handelsunternehmen in der Coronapandemie einen Gegentrend zu vielen anderen Branchen.

„Die Chancen, einen Ausbildungsplatz im Einzelhandel zu bekommen, stehen aktuell sehr gut. Es sind noch viele Plätze frei. Bewerber erwartet im Einzelhandel ein vielfältiges Ausbildungsangebot mit guten Entwicklungsperspektiven“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Nach der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur entfallen auf die beiden Kernberufe des Einzelhandels im Mai 2021 insgesamt mehr als zwölf Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen. Damit nehmen der dreijährige Ausbildungsberuf Kaufmann / Kauffrau im Einzelhandel mit rund 32.500 Ausbildungsstellen und einem Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat sowie der zweijährige Ausbildungsberuf Verkäufer / Verkäuferin mit über 23.200 Stellenangeboten und damit einem Plus von mehr als 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat wieder die beiden Spitzenpositionen im Ranking ein. Auch der neue Ausbildungsberuf Kaufmann / Kauffrau im E-Commerce verzeichnet ein Plus von 10,5 Prozent. Die praxisnahe Alternative zum Studium, die sogenannten Abiturientenprogramme des Handels, rangieren mit rund 9.400 Stellen weiterhin in den Top-Ten. Durch das Programm können hochschulzugangsberechtigte Teilnehmer bis zu drei Abschlüsse in drei Jahren erreichen: Ausbildung, Fortbildung und Ausbilderschein. Insgesamt bietet der Einzelhandel duale Ausbildungen in über 60 Berufen sowie Abiturientenprogramme und duale Studiengänge an.

Jedoch stehen dem großen Ausbildungsplatzangebot bei den Kaufleuten im Einzelhandel noch rund 18.800 unbesetzte Stellen und bei den Verkäufern knapp 15.200 unbesetzte Stellen gegenüber. „Das Angebot ist groß, aber es fehlen Bewerber. Das stellt viele Einzelhändler in ihrer Hauptrekrutierungsphase vor große Herausforderungen“, so Genth weiter. Aufgrund der Coronapandemie sind sowohl die Berufsberatungen an den Schulen als auch die Ausbildungsmessen weitgehend ausgefallen, Berufspraktika waren gar nicht bis kaum möglich. „Es muss verhindert werden, dass sich die Recruitingphase wie im letzten Jahr erneut weit in dem Winter hineinzieht oder gar Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Jungen Menschen muss die Attraktivität der dualen Berufsausbildung mit ihren guten Karrierechancen im Einzelhandel deshalb jetzt durch verstärkte und gegebenenfalls auch digitale Berufsberatungsangebote beispielsweise der Bundesagentur für Arbeit deutlicher kommuniziert werden“, so Genth.

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Preisangabenverordnung: HDE begrüßt wichtige rechtliche Klarstellungen

Den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) verfassten Referentenentwurf einer Novelle der Preisangabenverordnung (PAngV) begrüßt der Handelsverband Deutschland (HDE). In einer dem BMWi vorgelegten Stellungnahme bewertet der HDE insbesondere die Eins-zu-eins-Umsetzung der EU-Vorschriften positiv. In der Preisangabenverordnung ist unter anderem geregelt, wie die Preise für Waren im Einzelhandel ausgezeichnet werden müssen.

„Mit der Novelle wird nicht nur die neue EU-Vorschrift zur Preisauszeichnung bei Preisherabsetzungen eins zu eins umgesetzt. Es erfolgen auch wichtige Klarstellungen im Hinblick auf die aktuelle Rechtsprechung“, erläutert Peter Schröder, HDE-Bereichsleiter Recht und Verbraucherpolitik. So begrüße der HDE ausdrücklich die Regelung zur Preisauszeichnung pfandpflichtiger Getränke. Zuvor sei hier in Folge der Rechtsprechung des Kammergerichts und wegen der Abmahntätigkeit einzelner Verbände im Einzelhandel eine erhebliche Rechtsunsicherheit entstanden. Die Verordnung stelle nun klar, dass der Pfandbetrag wie bislang und vom Verbraucher gewohnt separat ausgewiesen werden könne und nicht in den Gesamtpreis einzubeziehen sei. „Damit ist sichergestellt, dass die Verbraucher Getränkepreise wie bisher einfach vergleichen können. Zudem wird ein umweltpolitisch unerwünschter Wettbewerbsvorteil für pfandfreie Einweggebinde verhindert“, so Schröder.

Im Zusammenhang mit der Umsetzung der neuen EU-Vorgaben zur Preisauszeichnung bei Preisherabsetzungen sieht der HDE allerdings Nachbesserungsbedarf. Die EU verpflichtet Händler in diesen Fällen grundsätzlich, als Referenz den niedrigsten Preis der vergangenen 30 Tage anzugeben. „Diese zusätzliche Anforderung kann insbesondere bei verderblichen Lebensmitteln zu Problemen führen, den Abverkauf erschweren und damit eine unnötige Lebensmittelvernichtung zur Folge haben“, betont Schröder. Zwar habe die EU diese Problematik erkannt und dem nationalen Gesetzgeber die Möglichkeit gegeben, in diesen Fällen ausnahmsweise auf die Angabe eines Referenzpreises zu verzichten. Doch nach dem Referentenentwurf mache man von dieser Möglichkeit nicht vollumfänglich Gebrauch. „Das ist sehr bedauerlich. Wer es mit der Nachhaltigkeit ernst meint, sollte die von der EU vorgesehene Öffnungsklausel vollständig zu nutzen und verderbliche oder kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehende Waren von der neuen Vorschrift komplett ausnehmen. Hier gilt es nachzubessern“, fordert Schröder.

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HDE-Handlungsprinzipien: Handelsunternehmen unterzeichnen gemeinsames Leitbild für verantwortliches Handeln

Mit der Unterzeichnung einheitlicher Handlungsprinzipien bekennt sich der deutsche Einzelhandel zu verantwortlichem, nachhaltigem Handeln. In fünf Leitprinzipien definiert der mit Vertretern großer und mittelständischer Handelsunternehmen besetzte Vorstand des Handelsverbands Deutschland (HDE) das gemeinsame Verständnis der gesellschaftlichen Rolle als Unternehmer, Versorger, Partner und Arbeitgeber.

„Dass sich der deutsche Einzelhandel geschlossen positioniert, ist ein starkes Signal an alle Kunden und kommende Generationen. Der Handel nimmt seine Verantwortung in die Hand und stellt sich dieser wichtigen Zukunftsaufgabe“, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Die Handlungsprinzipien seien die Basis für einen Neustart nach der Krise und für eine Zukunft, in der Klimaneutralität, geschlossene Kreisläufe und langfristiges Wirtschaften die Zielgrößen sind. „So unterschiedlich die einzelnen Branchen auch sind, allen Händlerinnen und Händlern ist ihr Engagement für ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit gemein. Und zusammen können wir nicht nur ein Zeichen setzen, sondern etwas bewegen“, so Sanktjohanser weiter.

Die fünf übergeordneten Handlungsprinzipien halten fest, wovon sich die Handelsunternehmen im Bereich Nachhaltigkeit sowie als Unternehmer, Versorger, Partner und Arbeitgeber leiten lassen. So hat nachhaltiges Wachstum für sie Priorität vor kurzfristigem Gewinn und sie bekräftigen ihren Einsatz für den Klimaschutz sowie menschen- und werteorientierte Geschäftsmodelle. Als Unternehmer orientieren sie sich zudem an der sozialen Marktwirtschaft und dem freien Handel. Darüber hinaus leitet sie die Aufgabe, auch in Krisenzeiten eine zuverlässige Versorgung ihrer Kunden sicherzustellen und dabei mit starken Partnern sowohl Standorte als auch Wertschöpfungsketten zu gestalten. Als Arbeitgeber investieren die Handelsunternehmen in ihre vielfältige Belegschaft und legen Wert auf Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Mit den Handlungsprinzipien werden Maßstäbe für den gesamten Handel gesetzt, den die Vision nachhaltiger Lösungen für die Zukunft eint. „Der Handel ist schon heute mehr als nur ein Ort zum Einkaufen. Er ist auch ein Ort der Begegnung, des Austauschs, des Zusammenlebens“, so Sanktjohanser. Die Handelswelt präge die Gesellschaft und leiste einen Beitrag für das Gemeinwohl. „Hier setzen die Handlungsprinzipien an“, so der HDE-Präsident.

Unterzeichnet wurden die HDE-Handlungsprinzipien vom Vorstand des HDE, der sich aus Unternehmensvertretern verschiedener Branchen zusammensetzt. Unter den Unterzeichnern sind etwa Rewe, die Schwarz-Gruppe, Ernsting’s family, Edeka, Douglas, Otto, Aldi, Galeria Karstadt Kaufhof, Ceconomy, Globetrotter und SuperBioMarkt AG sowie weitere mittelständische Unternehmer.

Die Erklärung finden Sie unter www.einzelhandel.de/Handlungsprinzipien

 

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Handel begrüßt Verlängerung und Anpassung der Überbrückungshilfen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt die heute vom Bundeswirtschaftsminister bekannt gegebenen Veränderungen an den Coronahilfen. Demnach sollen Handelsunternehmen ab sofort für Monate mit mindestens 30 Prozent coronabedingtem Umsatzverlust insgesamt bis zu 52 Millionen Euro statt wie bisher bis zu zwölf Millionen Euro Überbrückungshilfe beantragen können. Der HDE hatte dies mit Blick auf die hohen, schließungsbedingten Verluste größerer Handelsunternehmen bereits seit Monaten gefordert. Positiv sieht der Verband auch die Verlängerung der Überbrückungshilfe bis Ende September.

„Die Bundesregierung hat zurecht erkannt, dass die Krise mit der Ladenöffnung noch lange nicht für alle Einzelhändler vorbei ist. Viele Geschäfte leiden nach wie vor unter den Einschränkungen, Schließungen und Maßnahmen der vergangenen Monate. Deshalb ist es nur folgerichtig, die Überbrückungshilfen zu verlängern. Mit Blick auf die nach wie vor ungewisse Pandemie-Lage im kommenden Herbst wäre es aber sicher noch besser gewesen, gleich bis Ende des Jahres zu verlängern, um auf alle Eventualitäten gut vorbereitet zu sein“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Beantragt werden könnten die Hilfen dann ja ohnehin nur ab Umsatzausfällen von 30 Prozent – also nur, wenn erneute Corona-Einschränkungen Anwendung finden sollten.

Mit großer Erleichterung nimmt der HDE auch die Veränderungen bei den monatlichen Höchstsummen für die Überbrückungshilfe zur Kenntnis. „Der HDE fordert seit Monaten, dass die Deckelung bei der Überbrückungshilfe nach oben gesetzt werden muss. Dass dies nun endlich geschieht, ist gerade für die größeren, filialisierten Handelsunternehmen eine sehr gute Nachricht“, so Genth weiter. Die Obergrenze für die Zuschüsse aus den Corona-Hilfen wird pro Unternehmen insgesamt auf bis zu 52 Millionen Euro festgelegt, bisher galt eine Höchstgrenze von zwölf Millionen Euro. Der HDE hatte immer wieder bemängelt, dass der niedrige Deckel dafür sorgt, dass größere Händler noch nicht einmal annähernd ihre Mietzahlungen sowie weitere Nebenkosten bestreiten können.

„Was lange währt, wird endlich gut. Der Bundeswirtschafts- und der Bundesfinanzminister haben mit den heutigen Beschlüssen eine wichtige und richtige Entscheidung getroffen, die vielen Händlern das wirtschaftliche Überleben der Krise deutlich einfacher macht“, so Genth.

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Tarifbindung im Einzelhandel 2020 wieder leicht angestiegen

Im Jahr 2020 ist die Tarifbindung im Einzelhandel bundesweit leicht angestiegen. Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Demnach legte die Anzahl der Einzelhandelsbeschäftigten bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber mit Branchen- oder Haustarifvertrag im Vorjahresvergleich um ein Prozent auf 29 Prozent zu.

Branchenübergreifend waren in Deutschland 2020 sogar noch 51 Prozent der Arbeitnehmer in einem tarifgebundenen Unternehmen beschäftigt. Dies entspricht gesamtwirtschaftlich einem Rückgang von einem Prozent im Vorjahresvergleich. Um die Tarifbindung zu stärken, ist aus Sicht des Handelsverbandes Deutschland (HDE) insbesondere wieder mehr Handlungsspielraum für die Sozialpartner gefragt.

„Für die branchenübergreifend seit Jahren leicht rückläufige Tarifbindung gibt es gute Gründe. So werden traditionelle Gestaltungsfelder der Tarifpolitik zunehmend durch den Gesetzgeber abschließend geregelt“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales. Im Einzelhandel komme hinzu, dass ein teilweise veraltetes Tarifwerk die oft digital getriebenen, neuen Marktteilnehmer von einer Tarifbindung abhalte. Auch die überholten Zuschläge für Spätarbeit seien wegen der liberalen Öffnungszeiten nicht vermittelbar.

Aktuellen politischen Forderungen nach einer Allgemeinverbindlichkeit (AVE) der Tarifverträge im Einzelhandel erteilt der HDE eine klare Absage. Nach Auffassung des HDE stellt die AVE einen massiven Eingriff in die Tarifautonomie dar, der eine Ausnahme bleiben müsse und zudem besonderer Rechtfertigung bedürfe. Auch Erleichterungen bei den gesetzlichen Vorgaben für eine AVE seien strikt abzulehnen. Dies gelte vor allem für das beidseitige Antragserfordernis. „Unternehmen, die sich für eine Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband ohne Tarifbindung entscheiden, machen von ihrem verfassungsrechtlichen Recht auf negative Koalitionsfreiheit Gebrauch. Das kann man in der politischen Debatte nicht einfach ignorieren“, so Haarke weiter.

Zudem lasse sich über eine AVE die Tarifbindung in einer Branche auch nicht effektiv erhöhen, weil dadurch nicht die Akzeptanz der Tarifverträge gestärkt werde. Vielmehr erfolge eine staatlich angeordnete Erstreckung auf die nicht tarifgebundenen Unternehmen der Branche. Die Tarifbindung werde nur dann wieder steigen, wenn den Unternehmen zeitgemäße und praktikable Tarifverträge angeboten würden. „Die Sozialpartner brauchen wieder mehr Handlungsspielraum, um ihre Gestaltungskraft voll entfalten zu können. Etwa durch zusätzliche Öffnungsklauseln im Gesetz. Auch das Konzept einer modularen Tarifbindung ist sehr zu begrüßen“, betont Haarke. Damit würde insbesondere die Mittelstandstauglichkeit von Tarifbindung wieder gestärkt.

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HDE-Konsumbarometer im Juni: Öffnungsschritte hellen Verbraucherstimmung auf – Konsumanstieg jedoch verhalten

Bei rückläufigem Infektionsgeschehen und ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen setzt die Verbraucherstimmung ihren Aufwärtstrend im Juni fort. Bereits den vierten Monat in Folge steigt das HDE-Konsumbarometer. Zurückzuführen ist diese Entwicklung allein auf verbesserte Konjunkturerwartungen der Verbraucher, die angesichts von Öffnungsschritten und mit Blick auf die voranschreitende Impfkampagne optimistisch gestimmt sind. Hingegen lässt die Konsumdynamik nach.

Aufgrund des Lockdowns in Handel, Gastronomie und Tourismus traf der Konsumwille der Verbraucher in den vergangenen Monaten auf einen Mangel an Konsummöglichkeiten. Inzwischen sind in vielen Regionen Geschäfte und Restaurants unter Hygieneauflagen geöffnet, wodurch wieder mehr Möglichkeiten zum Konsum bestehen. Doch die Verbraucher zeigen sich zurückhaltend. Ihre Anschaffungsneigung geht im Vergleich zum Vormonat leicht zurück, während ihre Sparneigung etwas zulegt. So lässt die Konsumdynamik auf hohem Niveau nach, bevor sie im Sommer voraussichtlich insbesondere im Freizeit- und Tourismusbereich an Fahrt gewinnen wird.

Bei den Konjunkturerwartungen der Verbraucher setzt sich Optimismus durch. Im Vergleich zum Vormonat zeigt sich ein deutlicher Anstieg, der diesen Teilindikator des Konsumbarometers auf das höchste Niveau seit Pandemiebeginn im März 2020 treibt. Die Einschätzungen der Verbraucher decken sich mit den Prognosen der Unternehmen und den gesamtwirtschaftlichen Kennzahlen. Trotz des Frühjahrsaufschwungs am Arbeitsmarkt fällt der Blick auf die eigene Einkommensentwicklung weniger optimistisch aus. Die Erwartungen der Verbraucher gehen in diesem Bereich im Vergleich zum Vormonat zurück, liegen allerdings weiterhin über dem Niveau aus dem Vorjahresmonat.

In der erneut verbesserten Verbraucherstimmung schlagen sich somit vor allem die gewachsenen Konjunkturerwartungen der Verbraucher nieder. Die Konsumdynamik nimmt zwar zunächst ab, doch im Zuge weiterer Öffnungsschritte ist von einer Zunahme des privaten Konsums auszugehen. Mit einem sprunghaften Konsumanstieg ist allerdings nicht zu rechnen.

Das HDE-Konsumbarometer erscheint monatlich und basiert auf einer Umfrage unter 2.000 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und anderen konsumrelevanten Faktoren. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

Weitere Informationen unter: www.einzelhandel.de/konsumbarometer

 

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Internationaler Umwelttag am 5. Juni: HDE-Nachhaltigkeits-Monitor zeigt wachsendes Umweltbewusstsein bei den Verbrauchern

Der zum Weltumwelttag am 5. Juni veröffentlichte Nachhaltigkeits-Monitor des Handelsverbandes Deutschland (HDE) macht deutlich, dass die Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln und Bekleidung immer mehr Wert auf die Nachhaltigkeit der Produkte legen. Corona beschleunigt diese Entwicklung demnach zusätzlich.

MonitorNachhaltig„Die Kunden legen bei ihrer Kaufentscheidung im Einzelhandel stetig steigenden Wert auf nachhaltige Produktionsmethoden und die Herkunft der Waren. Ganz besonders spürbar ist das in den Bereichen Fleisch und Fashion. Der Einzelhandel reagiert mit einem immer größeren Sortiment aus den Bereichen Bio oder Fair-Trade und treibt diese Entwicklung mit seinen Handelsmarken weiter voran“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der HDE-Nachhaltigkeits-Monitor zeigt, dass das Thema beim Kauf von Lebensmitteln für knapp mehr als die Hälfte der Menschen und speziell beim Kauf von Fleisch für knapp 60 Prozent eine hohe Relevanz hat. Und auch im Fashionmarkt liegt der Anteil der Verbraucher, denen Nachhaltigkeit beim Kauf wichtig oder sehr wichtig ist, bei knapp 50 Prozent. „Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass sich die Verbraucher noch stärker mit der Herkunft und der Nachhaltigkeit von Lebensmitteln auseinandergesetzt haben. Denn viele waren aufgrund der Corona-Lockdowns auf Selbstgekochtes angewiesen und haben so ihr Bewusstsein für die eigene Ernährung geschärft“, so Genth weiter.

Im vergangenen Jahr gaben die Verbraucher hierzulande pro Kopf 2.440 Euro für Lebensmittel aus, davon entfiel knapp mehr als ein Drittel auf nachhaltige Produkte. Mehr als ein Viertel der Deutschen isst täglich Fleisch oder Wurstwaren. Dabei geben die Deutschen pro Kopf und Jahr 295 Euro aus – 3,6 Prozent davon entfallen auf Biofleisch. Knapp über die Hälfte der für den HDE-Nachhaltigkeits-Monitor Befragten ist bereit, für Biofleisch tiefer in die Tasche zu greifen.

Der Bereich Bekleidung und Schuhe war im vergangenen Jahr vor allem von den Folgen der Corona-Pandemie geprägt. So lagen die Pro-Kopf-Ausgaben für Fashion bei 60 Euro pro Kopf und damit deutlich unter den 69 Euro aus dem Jahr 2019. Das entspricht für 2020 35 Kleidungsstücken pro Person. Corona wird auch hier Spuren hinterlassen: 13 Prozent geben an, sie würden beim Kauf von Bekleidung coronabedingt mehr auf Nachhaltigkeit achten als zuvor. Die Nachhaltigkeit der Produkte fällt hier aber noch etwas weniger ins Gewicht: So geben lediglich 19 Prozent an, mit Leichtigkeit auf ein Kleidungsstück zu verzichten, wenn es nicht nachhaltig ist.

Mehr Informationen im HDE-Nachhaltigkeits-Monitor unter www.einzelhandel.de/nachhaltigkeit-monitor.

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Fußball-Europameisterschaft: Effekt auf den Handel pandemieabhängig

Vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft geht der Handelsverband Deutschland (HDE) von einem nur begrenzten Einfluss des Ereignisses auf das Geschäft des Einzelhandels aus.

Da die EM-Spiele weitgehend außerhalb Deutschlands stattfinden, ist mit spürbaren Effekten lediglich in einzelnen Sortimenten zu rechnen. Eine aktuelle HDE-Umfrage bestätigt, dass insbesondere der Lebensmittelhandel und der Elektronikhandel durch das Sportgroßereignis höhere Umsätzen oder einen positiven Effekt auf die Verbraucherstimmung erwarten.

„Die EM steht in diesem Jahr unter dem Eindruck der Pandemie. Für gewöhnlich verbinden viele Menschen das Schauen von Fußballspielen mit Treffen im Freundeskreis oder Grillabenden. Ist das pandemiebedingt nicht möglich, werden die EM-Umsätze im Einzelhandel entsprechend gering ausfallen“, so Stefan Genth, HDE-Hauptgeschäftsführer. Würden zu Sportgroßereignissen normalerweise vermehrt Fanartikel, Trikots und Grillgut verkauft, seien die Umsätze in diesem Jahr vom Verlauf der Pandemie abhängig.

Wie eine aktuelle HDE-Umfrage unter mehr als 850 Handelsunternehmen zeigt, steht die Umsatzerwartung zudem in starker Abhängigkeit des angebotenen Sortiments. Mit einem Umsatzanstieg oder einem positiven Effekt auf die Verbraucherstimmung rechnen zur EM laut Umfrage vor allem Unternehmen, die Nahrungs- und Genussmittel oder Elektrogeräte verkaufen. Auch Händler für Sportartikel sowie Bau- und Heimwerkermärkte blicken optimistisch auf das bevorstehende Großereignis.

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Verpackungsgesetz-Novelle: Handel sieht Licht und Schatten

Die am vergangenen Freitag final vom Bundesrat beschlossene Novellierung des Verpackungsgesetzes birgt aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) Licht und Schatten.

Durch das neue Gesetz wird die Pfandpflicht erheblich ausgeweitet. So werden ab Anfang 2022 fast alle Einwegkunststoffflaschen und Dosen pfandpflichtig, unabhängig von ihrem Inhalt. Der HDE begrüßt die für die Umsetzung vorgesehene Übergangszeit, sieht allerdings auch Schwachstellen in der Ausgestaltung und Herausforderungen für den Einzelhandel.

Bis Mitte 2022 muss die Pfandpflicht für alle betroffenen Verpackungen eingeführt werden. Der HDE bewertet diese Übergangszeit von einem halben Jahr positiv, da sie den Abverkauf bereits im Handel befindlicher Getränkeverpackungen ermöglicht und Verpackungen nicht zu einem Stichtag aus dem Sortiment genommen oder ersetzt werden müssen.

Weiterhin warnt der HDE vor einer zumindest vorübergehenden Verschlechterung der Rezyklatqualität. Saftflaschen aus Kunststoff etwa besitzen bis heute recyclingschädigende Barriereschichten, die die Qualität des Rezyklats beeinträchtigen. Unverändert kritisch sieht der HDE aus Hygienegründen auch, dass ab 2024 Milch und Milchmischgetränke unter die Pfandpflicht fallen.

Das neue Verpackungsgesetz stellt Gastronomie und Lebensmittelhandel zudem vor die Herausforderung, ab 2023 Mehrwegalternativen anbieten zu müssen. Werden wie an einer Salatbar im Supermarkt Verpackungen vor Ort frisch mit Waren befüllt, muss künftig auch eine Alternative zur Einweg-Plastikverpackung angeboten werden. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es jedoch bislang keine entsprechenden Mehrwegsysteme für To-Go-Verpackungen. Sinnvolle Mehrwegsysteme müssen in der gegebenen Zeit zunächst aufgebaut werden.

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