Bei einer Anhörung im Bundestag wandte sich der Handelsverband Deutschland in dieser Woche gegen Verschärfungen im Entgelttransparenzgesetz.

Bereits dessen Einführung im Jahr 2017 habe für Arbeitgeber erhebliche bürokratische Belastungen und Kosten verursacht, so HDE-Experte Steven Haarke. Diese waren unverhältnismäßig, da das neue Gesetz an den wahren Ursachen für den statistischen Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern vorbeigeht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die sogenannte „unbereinigte Entgeltlücke“ zwischen Frauen und Männern im Jahr 2018 bei 21 Prozent. Rechnet man strukturbedingte Faktoren wie etwa häufigere familiär bedingte Erwerbsunterbrechungen, ein geringeres Arbeitszeitvolumen sowie das typische Berufswahlverhalten von Frauen heraus, beträgt die verbleibende Differenz noch höchstens sechs Prozent. Aber auch diese kann nicht automatisch mit Entgeltdiskriminierung gleichgesetzt werden. Um die statistische Entgeltlücke weiter zu reduzieren, wäre es erforderlich, dass der Gesetzgeber den Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten konsequent weiter verbessert, so Haarke weiter.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen