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Vor Rede zur Lage der EU: HDE fordert EU-Politik für bezahlbare Preise und mehr Wettbewerbsfähigkeit

„In Deutschland und Europa spricht man gerade viel über gestiegene Lebenshaltungskosten. Bei diesem Thema muss endlich konsequent mitgedacht werden, welche Auswirkungen die Politik der EU auf die Verbraucherpreise hat. Politische Eingriffe in Lieferketten sollten immer das letzte Mittel sein, denn oft schlagen sie auf die einzelnen Stufen durch und lösen so höhere Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher aus“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Entscheidend müsse sein, einen funktionierenden Wettbewerb entlang der gesamten Lieferkette zu sichern. Wer über bezahlbare Verbraucherpreise spreche, müsse zudem dafür sorgen, dass der Binnenmarkt in der Praxis funktioniert. „Wenn Handelsunternehmen daran gehindert werden, Waren dort in Europa einzukaufen, wo sie günstiger angeboten werden, bleibt das Potenzial des Binnenmarkts für niedrigere Preise ungenutzt“, so von Preen. Die sogenannten Territorial Supply Constraints sieht der HDE deshalb als dringend zu beseitigendes Binnenmarkthindernis.

Positiv bewertet der Handelsverband den mit den Omnibus-Initiativen eingeschlagenen Kurs der EU-Kommission zum Bürokratieabbau: „Die Richtung stimmt, da muss aber noch mehr Entschlossenheit dahinter. Die Omnibusse sind ein wichtiges Signal mit dem Blick zurück. Jetzt muss die EU-Kommission zeigen, dass aus dem angekündigten Bürokratieabbau eine dauerhafte Entlastung wird. Europa darf nicht auf der einen Seite bestehende Pflichten vereinfachen und auf der anderen Seite ständig neue schaffen“, so von Preen.

Darüber hinaus setzt sich der HDE für gleiche Regeln für europäische Händler sowie Anbieter aus Drittstaaten, die ihre Produkte auf dem EU-Binnenmarkt anbieten, ein. Vom angekündigten European Product Act erwartet der Handelsverband deshalb eine wirksamere Durchsetzung von geltendem Recht gegenüber Drittstaatenhändlern. Es brauche insbesondere einen verantwortlichen Wirtschaftsakteur innerhalb der EU, sowie zusätzlich eine bessere Zusammenarbeit von Zoll- und Marktüberwachungsbehörden.

„Europa braucht einen starken Binnenmarkt, wettbewerbsfähige Unternehmen und bezahlbare Preise für die Verbraucher. Die Rede zur Lage der Union sollte das Signal setzen, dass die EU-Kommission ihre Politik künftig konsequenter an diesen Zielen ausrichtet. Wettbewerbsfähigkeit und ein bezahlbares Leben sind die Grundlage für alles weitere und müssen jetzt Vorrang genießen“, so von Preen abschließend.

Quelle: HDE

Einkommensteuer: HDE fordert Nachbesserung für den Mittelstand

„Die Erhöhung der Einkommensteuer für die höheren Einkommen belastet zahlreiche mittelständische Handelsunternehmen in diesen ohnehin schon schwierigen Zeiten. Denn für die zahlreichen Personenunternehmen im mittelständischen Handel ist die Einkommensteuer die Unternehmensteuer. Viele Einzelhändler leiden seit Corona unter der anhaltend schlechten Verbraucherstimmung. Da kann es nicht der Ernst der Bundesregierung sein, diese mittelständischen Unternehmen jetzt auch noch steuerlich schlechter zu stellen. Da spielt die Politik mit dem Überleben vieler mittelständischer Unternehmen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Das Bundeswirtschaftsministerium weise zu Recht darauf hin, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Verbesserung der Thesaurierungsbegünstigung bei der Einkommensteuer sowie des Optionsmodells zur Körperschaftsteuer zeitnah folgen müsse. Im Übrigen müsse der Effekt der kalten Progression vollständig ausgeglichen werden.

„Bei der Einkommensteuer muss auf jeden Fall noch einmal nachgerüstet werden. Für die mittelständischen Unternehmen ist der jetzige Beschluss in der Form nicht tragbar. Und auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher bringt er zu wenig Entlastung. Daher erwarten wir auch mit Blick auf die Konsumstimmung keinen positiven Effekt“, so Genth.

Quelle: HDE

Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt: Handelsverband warnt vor hohen wirtschaftlichen Schäden einer Politik der Abschottung und mahnt zu Reformen

Mit Blick auf das gestrige Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor politischen Extremen und einer Politik der Abschottung. Der Einzelhandel als stärkste Kraft der Binnenwirtschat brauche mehr internationalen Austausch und einen funktionierenden EU-Binnenmarkt. Der Weg zum wirtschaftlichen Erfolg führe nur über die entschlossene Umsetzung der auf dem Tisch liegenden Reformen.

„Eine Politik der Abschottung und der Ausgrenzung führt in die Irre. Die wirtschaftliche Lage ist insgesamt und im Einzelhandel nicht gut. Wer jetzt aber glaubt, dass sich das im nationalen Alleingang am besten lösen ließe, der liegt falsch. Es geht um mehr internationalen Austausch und um eine konsequentere Nutzung des EU-Binnenmarktes. Nationale Abschottung ist eine Sackgasse“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Der Handel wirke seit Bestehen der Menschheit völkerverbindend und sei auf möglichst einfach funktionierende internationale Lieferketten angewiesen. Wer hier auf höhere Grenzzäune und mehr Hindernisse setze, lege die Axt an den Wohlstand des Landes.

„Die Wahlen in Sachsen-Anhalt wurden auch international mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Ich befürchte hohen Schaden für den Standort Deutschland, wenn potentielle Fachkräfte aus dem Ausland nun davor zurückschrecken, zu uns zu kommen. Der Einzelhandel ist zur Deckung seines Personalbedarfs auf Zuwanderung angewiesen. In der Branche arbeiten schon heute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der ganzen Welt erfolgreich zusammen“, so von Preen.

Man dürfe die Lösung der aktuellen wirtschaftlichen Krise nicht den politischen Extremen überlassen, so der HDE-Präsident: „Die demokratischen Parteien der Mitte müssen sich nun umso mehr zusammenraufen und ihre Reformen entschlossen und rasch umsetzen. Ansonsten ist zu befürchten, dass immer mehr Menschen auf die schädlichen Scheinlösungen extremer Parteien setzen.“ Die Bundesregierung dürfe jetzt in keinem Fall die falsche Schlussfolgerung ziehen und in ihrem Reformeifer nachlassen. „Die Menschen und die Wirtschaft warten auf spürbare positive Veränderungen. Die Politik muss jetzt mutig nach vorne gehen und ein klares Zielbild kommunizieren“, so von Preen.

HDE-Konsumbarometer im September: Verbraucherstimmung bleibt trotz Verbesserung schwach

Nach einer leichten Verschlechterung der Konsumlaune im August erholt sie sich im September 2026 wieder. Die Stimmung bleibt jedoch insgesamt schwach. Das Konsumbarometer ist seit Jahresbeginn gesunken und liegt auch unter dem Vorjahresniveau. Das macht das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) deutlich. Eine spürbare Belebung des privaten Konsums zeigt sich aktuell nicht. Die geopolitische Lage ist weiterhin unruhig und eine durchgreifende Besserung ist nicht absehbar.

Immerhin sinkt das HDE-Konsumbarometer nicht weiter. Damit bleibt die Hoffnung erhalten, dass die Konsumstimmung zumindest im letzten Quartal des Jahres eine positive Entwicklung nehmen könnte. Gegenüber dem Vorjahr ist die Stimmung aber weiterhin eingetrübt. Insgesamt ist die Entwicklung der Verbraucherstimmung in diesem Jahr schwach. Ein Lichtblick ist die leichte Verbesserung bei der Anschaffungsneigung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Septemberwert befindet sich auf einem vergleichbaren Niveau zum Vorjahr. Zudem zeigt sich aktuell eine Verschiebung vom Sparen zum Konsum.

Auch die konjunkturelle Entwicklung bewerten die Verbraucherinnen und Verbraucher etwas optimistischer als im Vormonat. Allerdings liegt der Wert weiterhin unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats. Mit Blick auf die Einkommenserwartung zeigt sich keine nennenswerte Veränderung zum Vormonat. Zudem erwarten die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin eine steigende Inflationsrate.

Das jeweils am ersten Montag eines Monats erscheinende HDE-Konsumbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren. Das Konsumbarometer, das vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE erstellt wird, hat eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

Weitere Informationen unter: https://einzelhandel.de/konsumbarometer

Deutschland hat unter G20-Staaten die höchsten Strompreise: HDE fordert Senkung der Kosten

Nach einer Analyse des Vergleichsportals Verivox hat Deutschland in der G20-Gruppe führender Industrie- und Schwellenländer die höchsten Strompreise. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert deshalb eine rasche Senkung der Stromsteuer für alle.

Nach der Untersuchung ist der Strom in Deutschland mit 35,6 Cent pro Kilowattstunde am teuersten, gefolgt von Italien (34,5 Cent) und Großbritannien (32,4 Cent). Dabei ist der Abstand zu Frankreich (23,3 Cent) und den USA (18,3 Cent) deutlich.

„Die Zahlen zeigen anschaulich, dass die Stromkosten hierzulande viel zu hoch sind. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag eine Senkung der Stromsteuer für alle versprochen. Es wird Zeit, dieses Versprechen einzulösen – und zwar noch in diesem Jahr. Hier geht es um Glaubwürdigkeit, aber auch um Entlastungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Handelsunternehmen. Die Konsumstimmung braucht solch positive Signale, die Wirtschaft ist in schwerem Fahrwasser“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die hohe Steuer- und Abgabenlast sieht der HDE als einen entscheidenden Faktor für die hohen Strompreise in Deutschland. „Strom muss für alle bezahlbar sein. Die Bundesregierung hat mit den staatlichen Steuern und Abgaben einen wichtigen Schlüssel in der Hand, die Preise nach unten zu drücken. Wir müssen alles dafür tun, um den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder konkurrenzfähig zu machen und den Konsum nachhaltig anzukurbeln. Das wäre in der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage enorm wichtig. Die Politik muss jetzt handeln“, so von Preen.

Quelle: HDE

Chinesische Plattformen und Händler: Neue Zollgebühren zeigen erste Wirkung

Die seit dem ersten Juli 2026 geltenden EU-Zollgebühren für Pakete aus Drittstaaten zeigen laut aktuellen Zahlen des französischen Zolls einen spürbaren Effekt. Die Einfuhren der Pakete mit einem Warenwert von unter 150 Euro, vor allem aus China, sind demnach um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. Für Warensendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro werden seit Juli 2026 je nach Warenkategorie drei Euro Gebühren erhoben.

„Die Meldung des französischen Wirtschaftsministeriums stimmt uns zuversichtlich, dass die neuen Zollgebühren Wirkung zeigen. Es war höchste Zeit, dem unfairen Wettbewerb, dem sich unsere hiesigen Händler ausgesetzt sehen, Maßnahmen entgegenzusetzen. Da macht sich nun auch die konsequente Arbeit des Handelsverbandes bezahlt“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.

Nichtsdestotrotz seien die neuen Zahlen noch kein Grund zum Aufatmen. „Wir dürfen jetzt keinen Haken an das Problem des unfairen Wettbewerbs durch Plattformen und Händler aus Fernost machen. Es sind immer noch Millionen von Paketen pro Tag, die aus China in die EU geliefert werden und unsere Märkte mit teils unsicheren, qualitativ minderwertigen Waren überschwemmen“, erklärt Tromp.

Daher sei es wichtig, den EU-weit geplanten Customs Data Hub so schnell wie möglich einzuführen. Der vorgesehene Start im kommenden Jahr sei zu spät. Über den Customs Data Hub sollen Importeure und Onlinehändler aus Drittstaaten ihre Zolldaten zentral und einheitlich bereitstellen müssen, damit Auffälligkeiten bei Warenwerten, Sendungsmengen oder Herkunftsangaben schneller erkannt werden können.

Zudem fordert Tromp: „Aus Regelverstößen darf kein Wettbewerbsvorteil entstehen. Daher muss bei wiederholtem Verstoß gegen geltendes Recht auch die Möglichkeit bestehen, Plattformen oder Händler zu sperren. Sanktionen entfalten nur dann Wirkung, wenn sie glaubwürdig sind und bei Regelverstößen konsequent angewendet werden. Erst dann können faire Wettbewerbsbedingungen dauerhaft gewährleistet werden.“

Quelle: HDE

Ausbildungsstart 2026: Handel bleibt eine der wichtigsten Ausbildungsbranchen – kämpft aber weiter um Nachwuchs

Im August und September starten bundesweit wieder tausende Berufseinsteiger in ihr erstes Ausbildungsjahr. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht sich in seiner Branche mit anhaltenden Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen konfrontiert.

Trotz einer konjunkturell angespannten Lage bleibt die Ausbildung ein wichtiger Pfeiler des deutschen Arbeitsmarktes: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit wurden im Zeitraum von Oktober 2025 bis Juli 2026 rund 451.000 Ausbildungsplätze gemeldet. Dem standen etwa 433.000 registrierte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Rechnerisch kamen damit auf 100 betriebliche Ausbildungsplätze 96 Ausbildungsgesuche.

In der Praxis gestaltet sich die Zusammenführung von Ausbildungsbetrieben und Jugendlichen jedoch zunehmend schwierig. Häufig passen Ausbildungsplatzangebot und Bewerberseite weder regional noch hinsichtlich Berufswünschen, Qualifikationen oder Erwartungen ausreichend zusammen.

„Neben Defiziten im Arbeits- und Sozialverhalten, etwa hinsichtlich Belastbarkeit, Verlässlichkeit und Eigenverantwortung, berichten die Betriebe von fehlenden kognitiven Grundlagen sowie Schwächen in Mathematik, Deutsch und wirtschaftlichem Basiswissen. Darüber hinaus fehlt es aus Sicht vieler Unternehmen häufig an einer ausreichenden Berufsorientierung und an realistischen Vorstellungen über die Inhalte und Anforderungen der jeweiligen Ausbildungsberufe“, sagt Anna Noack, HDE-Leiterin Berufsbildung und Bildungspolitik.

Die Folgen sind deutlich sichtbar: Laut einer Befragung des HDE konnten im Ausbildungsjahr 2025 nur etwas mehr als ein Viertel der Unternehmen sämtliche angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Gleichzeitig blieb bei mehr als einem Drittel der Betriebe trotz vorhandener Ausbildungsbereitschaft mindestens eine Ausbildungsstelle unbesetzt, vielfach sogar das gesamte Ausbildungsplatzangebot.

Der Ausbildungsstart 2026 macht damit zweierlei deutlich: Der Handel bleibt eine tragende Säule der dualen Ausbildung in Deutschland und bietet weiterhin hervorragende Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass die Gewinnung geeigneter Nachwuchskräfte zunehmend zur Schlüsselaufgabe wird. „Um das Potenzial der dualen Ausbildung künftig noch besser auszuschöpfen, braucht es eine stärkere Berufsorientierung, eine frühzeitige Heranführung junger Menschen an die Arbeitswelt sowie gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsreife“, fordert Noack.

Nur wenn es gelinge, Angebot und Nachfrage besser zusammenzuführen, könne die duale Ausbildung ihre zentrale Rolle für Fachkräftesicherung, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt dauerhaft erfüllen.

Die HDE-Forderungen zur Ausbildung unter: einzelhandel.de/15332

Textil- und Modeindustrie sowie Handel schmieden breite Allianz für textile Kreisläufe

Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. (Gesamtverband textil+mode) und der Handelsverband Deutschland (HDE) haben die „Allianz für textile Kreisläufe“ gegründet. In einem gemeinsamen Aufruf laden die Verbände Unternehmen, Institutionen und weitere Akteure entlang der textilen Wertschöpfungskette ein, sich der Initiative anzuschließen und die zukünftige Ausgestaltung der textilen Kreislaufwirtschaft aktiv mitzugestalten.

Unter der Überschrift „Kreislauf braucht Zusammenarbeit“ setzt sich das Bündnis für eine praxisnahe, effiziente und unbürokratische Umsetzung der EU-Vorgaben für die sogenannte Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) ein. Ein entsprechender Gesetzentwurf dazu ist gerade in Vorbereitung. Erstmals sollen Inverkehrbringer von Textilien in Deutschland Gebühren für deren spätere Entsorgung zahlen.  

Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes textil+mode:

„Die Einführung der Erweiterten Herstellerverantwortung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer funktionierenden textilen Kreislaufwirtschaft. Entscheidend ist jedoch, dass die Unternehmen, die die Finanzierung und Verantwortung tragen, ihre Expertise auch aktiv in die Ausgestaltung des Systems einbringen können. Die innovative deutsche Textil- und Modeindustrie mit ihrer leistungsfähigen Textilforschung verfügt über eine umfassende Expertise. Dieses Wissen muss genutzt werden, um praktikable und wirksame Lösungen für mehr Kreislaufwirtschaft zu schaffen.“

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE):

„Die Erweiterte Herstellerverantwortung kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie für alle Marktteilnehmer gleichermaßen gilt. Es darf nicht sein, dass deutsche und europäische Unternehmen die Kosten und Pflichten eines EPR-Systems tragen, während internationale Plattformen oder Anbieter aus Drittstaaten von diesen Verpflichtungen ausgenommen bleiben. Wer Produkte auf den europäischen Markt bringt, muss gleichermaßen Verantwortung übernehmen. Nur so schaffen wir faire Wettbewerbsbedingungen und eine tragfähige Grundlage für die textile Kreislaufwirtschaft.“

Die Textil-, Bekleidungs-, Schuh- und Handelsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig stehen die Unternehmen in Deutschland und Europa unter erheblichem Wettbewerbsdruck durch globale Marktverwerfungen, ungleiche Wettbewerbsbedingungen sowie das starke Wachstum internationaler Direktvertriebs- und Plattformmodelle.

Vor diesem Hintergrund setzt sich die Allianz für eine verbindliche Beteiligung von Herstellern und Handel an der Ausgestaltung des Systems, eine klare und effiziente Systemarchitektur, eine transparente und verursachergerechte Kostenverteilung, einen rechtssicheren und europäisch harmonisierten Anwendungsbereich sowie für faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktakteure ein. Ziel der Allianz ist ein EPR-System für Textilien und Schuhe, das ökologische Ziele erreicht, wirtschaftlich tragfähig ist und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärkt.

Mehr Informationen auf www.allianz-textile-kreislaeufe.de.

Kabinettsklausur: Handelsverband fordert rasche Umsetzung von Reformen und mahnt weitere Schritte an

Vor der zweitägigen Kabinettsklausur der Bundesregierung macht der Handelsverband Deutschland (HDE) deutlich, wie herausfordernd die Lage für den Einzelhandel ist. Der Verband fordert deshalb die rasche Umsetzung der bereits geeinten Reformen und mahnt weitere Schritte für die Wirtschaft an.

„Die Lage im Einzelhandel ist dramatisch. Seit Jahren kommt die Verbraucherstimmung nicht richtig in Schwung, das hinterlässt tiefe Spuren in der Branche und in den Innenstädten. Die Bundesregierung hat den großen Reformbedarf richtig identifiziert und ist erste Schritte gegangen. Jetzt geht es aber um eine schnelle Umsetzung. Die Menschen und die Unternehmen müssen endlich positive Auswirkungen der Reformen im Alltag zu spüren bekommen. Nur dann können das Vertrauen und damit auch eine bessere Verbraucherstimmung zurückkehren“, so HDE-Präsident Alexander von Preen.

Es sei richtig und wichtig, die Einkommensteuer und das Rentensystem zu reformieren. Dabei sei insbesondere die Abschaffung der Rente mit 63 unausweichlich. Allerdings gelte es bei den anstehenden Reformen, unnötige und sehr schädliche Kollateralschäden zu vermeiden. So dürften die Minijobs bei den Sozialreformen nicht unter die Räder geraten. In der Krise gelte es stattdessen die Arbeitskosten zu reduzieren und mehr Flexibilität zu ermöglichen. „800.000 Minijobber im Einzelhandel und viele Unternehmen in der Branche sind auf einen vernünftigen und zukunftssicheren Umgang mit dieser Beschäftigungsform angewiesen. Da sollte die Politik nicht mit den Lebensmodellen vieler Menschen spielen“, so von Preen weiter. Bei der Einkommensteuer dürfe am Ende keine Mehrbelastung für Personenunternehmen stehen. Denn für diese Unternehmensformen ist die Einkommenssteuer die Unternehmenssteuer. „Es darf nicht passieren, dass die vielerorts ohnehin in schwieriger Lage befindlichen kleineren Händler nun auch noch eine Steuererhöhung übergebraten bekommen. Das kann und darf nicht im Sinne des Erfinders sein. Das schlägt vielen Mittelständler ansonsten endgültig die Beine weg“, so der HDE-Präsident.

Darüber hinaus mahnt der HDE die rasche Umsetzung der Senkung der Stromsteuer für alle an. „Die Kosten müssen insgesamt runter. Für viele Handelsunternehmen sind die steigenden Kosten für Arbeit, Energie und Bürokratie ein echter Giftcocktail. Da muss die Bundesregierung ein schnell wirkendes Gegengift verabreichen“, so von Preen.

Quelle: HDE

Handel bildet Zukunft aus – Hohe Ausbildungsqualität und ein Stück Identität

Der Handel gehört zu den größten Ausbildungsbranchen Deutschlands und investiert trotz Fachkräftemangels und wirtschaftlicher Herausforderungen kontinuierlich in die Qualifizierung junger Menschen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) betont die hohe Qualität der Ausbildung, die vielfältigen Karriereperspektiven und das besondere Engagement der Unternehmen.

Mit mehreren hunderttausend Auszubildenden und jährlich zehntausenden neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ist der Handel eine der wichtigsten Ausbildungsbranchen in Deutschland.

„Der Handel investiert jeden Tag erheblich in die Ausbildung junger Menschen. Unsere Unternehmen vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern eröffnen vielfältige Karrierewege und bieten langfristige berufliche Perspektiven“, so Stefan Genth, HDE-Hauptgeschäftsführer.

Dabei hat sich die Ausbildung im Handel in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Neben klassischen kaufmännischen Inhalten gehören heute digitale Kompetenzen, umfangreiche Logistikprozesse und Nachhaltigkeitsthemen zum Ausbildungsalltag. Viele Unternehmen setzen auf moderne Lern- und Lehrkonzepte sowie auf individuelle Mentoring-Angebote. Die Qualität der Ausbildung hat dabei einen hohen Stellenwert. Zudem sind die Ausbildungsvergütungen in vielen Bereichen des Handels in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Gleichzeitig steht der Ausbildungsmarkt weiterhin vor strukturellen Herausforderungen. Obwohl viele Unternehmen ausbilden möchten, bleiben zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt: „Die Betriebe leisten enorme Anstrengungen, um junge Menschen für eine duale Ausbildung zu gewinnen. Parallel beobachten wir, dass berufliche Orientierung und Ausbildungsreife vieler Schulabgängerinnen und Schulabgänger zunehmend zur Herausforderung werden“, erklärt Genth.

Vor diesem Hintergrund greift eine pauschale Kritik an der Ausbildungsqualität im Handel zu kurz. Für die große Mehrheit der Handelsunternehmen ist Ausbildung nicht nur eine wirtschaftliche Investition, sondern auch Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung.

Der Handel bietet jungen Menschen darüber hinaus hervorragende Entwicklungsperspektiven. Nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss stehen vielfältige Weiterentwicklungs- und Karrierewege offen. Im Vergleich zu vielen anderen Branchen können Ausbildungsabsolventen früh Verantwortung übernehmen und sich schnell zu Fach- und Führungskräften entwickeln.

„Die duale Ausbildung im Handel bleibt ein Erfolgsmodell und Teil der Identität der Branche“, betont Genth.