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Wir suchen das Gesicht des Handels 2026

Der HDE sucht auch 2026 wieder ein Gesicht des Handels. Bewerben können sich alle, die im Einzelhandel beschäftigt sind. Zu gewinnen gibt es eine Reise nach Berlin und 1.000 Euro Taschengeld sowie die Teilnahme am Handelskongress Deutschland.

Mit dem Preis für das Gesicht des Handels würdigt der HDE das große Engagement und die wichtige Rolle der Beschäftigten im Einzelhandel. Bewerben können sich alle, die im Einzelhandel tätig sind. Ausgeschlossen sind Inhaber und Unternehmenseigentümer. Der HDE verleiht die Auszeichnung bereits seit 2011. Das Gesicht des Handels wird von einer Jury aus Personalexperten von Handelsunternehmen ausgewählt.

Die Verleihung des Titels erfolgt sodann im Rahmen des Handelskongresses Deutschland, der am 18. und 19. November 2026 in Berlin stattfindet (mehr Informationen unter www.handelskongress.org). Als Preis winken dem Gesicht des Handels und einer Begleitperson eine Reise nach Berlin inklusive zwei Karten für den Handelskongress, zwei Hotelübernachtungen sowie 1.000 Euro Taschengeld. Es warten Blicke hinter die Kulissen der Veranstaltung und spannende Begegnungen in der Hauptstadt.

Wer das Gesicht des Handels 2026 werden möchte, kann sich bis zum 1. September 2026 online bewerben. Um an dem Wettbewerb Gesicht des Handels teilnehmen zu können, müssen die Bewerberinnen und Bewerber ihre persönlichen Daten, ein Foto und ein kurzes Motivationsschreiben (max. 4.000 Zeichen) absenden.

Hier geht’s zur Bewerbung

Schlechte Stimmung bei Händlern und Verbrauchern – Handelsverband fordert Politik zum Handeln auf

Viele Einzelhändler in Deutschland sehen sich in schwierigem Fahrwasser. Kosten für Energie und Beschäftigung steigen, gleichzeitig bewegen sich Umsätze und Gewinne auf einem zu niedrigen Niveau. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen aus der Branche. Der Verband fordert deshalb klare und rasche Weichenstellungen von der Politik, um die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel zu verbessern.

„Die Lage kann und darf uns nicht zufriedenstellen. Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen ist auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Nach der aktuellen HDE-Umfrage bewerten 42 Prozent der befragten Handelsunternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Bei fast zwei Dritteln der Befragten hat sich die Geschäftslage im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verschlechtert. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 51 Prozent. Im Ergebnis stehen häufig rückläufige Gewinne. 69 Prozent berichten von gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Gewinnen. „Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf – bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen“, so von Preen weiter.

Und auch der Blick auf die kommenden Monate fällt nicht positiv aus: Für das laufende Jahr rechnen 65 Prozent der Befragten mit Umsätzen leicht oder deutlich unter Vorjahr. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei 53 Prozent. Nur 18 Prozent gehen von Umsatzsteigerungen im Vergleich zu 2025 aus. Der HDE hält angesichts der aktuellen Lage an seiner bereits Anfang des Jahres getroffenen Prognose für das laufende Jahr fest und kalkuliert somit mit einem nominalen Umsatzplus im Einzelhandel in Deutschland von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wird der Einzelhandel in diesem Jahr demnach 697,4 Milliarden Euro umsetzen. Davon entfallen 601,1 Milliarden Euro auf den stationären Einzelhandel und 96,3 Milliarden Euro auf den Online-Handel.

„Der Einzelhandel ist wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine wichtige Säule für die gesamte Gesellschaft. Das große Engagement der Branche in den Innenstädten, in der kommunalen Arbeit vor Ort und in Ehrenämtern ist für alle unverzichtbar. Auch deshalb muss die Politik nun sehr schnell die richtigen Entscheidungen treffen und umsetzen, um die Rahmenbedingungen zu verbessern“, so der HDE-Präsident weiter. Die jüngsten Einigungen der Koalition seien dabei ein wichtiger erster Schritt, es gebe aber nach wie vor sehr viel mehr zu tun.

Zudem warnt der HDE ausdrücklich vor einer Abschaffung von oder Verschlechterungen bei den Minijobs. „800.000 Minijobber im Einzelhandel und viele Unternehmen in der Branche sind auf einen vernünftigen und zukunftssicheren Umgang mit dieser Beschäftigungsform angewiesen. Da sollte die Politik nicht mit den Lebensmodellen vieler Menschen spielen“, so von Preen. Darüber hinaus brauche es einen verbindlichen Deckel von 40 Prozent bei den Lohnnebenkosten.

Mehr unter www.einzelhandel.de/hdepk

GKV-Stabilisierungsgesetz: HDE warnt vor Fehlanreizen zulasten von Wirtschaft und Beschäftigung

Das Beitragsstabilisierungsgesetz für die gesetzliche Krankenversicherung soll bereits am Freitag in zweiter und dritter Lesung im Bundestag sowie kurz darauf im Bundesrat verabschiedet werden. Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt angesichts der aktuellen Wirtschaftslage vor Fehlanreizen im Gesetzgebungsverfahren.

„Das Reformvorhaben von Bundesministerin Nina Warken weist in die richtige Richtung. Die finanzielle Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung muss jetzt angegangen werden. Tun wir nichts, steigen die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung weiter an. Das kostet am Ende wertvolle Wettbewerbsfähigkeit und bremst das dringend benötigte Wachstum, um die aktuelle Wirtschaftskrise zu überwinden. Allerdings darf es jetzt nicht zu falschen Weichenstellungen kommen“, so HDE-Präsident Alexander von Preen.

Punktuelle, sinnvolle Korrekturen müssten im weiteren Verfahren möglich bleiben, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. Das gelte letztlich für den gesamten Reformprozess in der Sozialversicherung. „Perspektivisch müssen die Lohnnebenkosten so schnell wie möglich wieder unter die 40-Prozent-Grenze sinken“, so von Preen. Vorrangig sei es, versicherungsfremde Leistungen in der Sozialversicherung zu hinterfragen. Falsch wäre es zudem, die bereits in der Koalition vereinbarten Einschränkungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten nachträglich wieder aufzuweichen und Elternteile mit Kindern bis zum 12. Lebensjahr weiterhin kostenlos mitzuversichern. Auch die außerordentliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze lehnt der HDE strikt ab. Bereits die Finanzkommission Gesundheit hatte aus Sorge um die Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung davor gewarnt.

Kritisch sieht der HDE außerdem die im Gesetzentwurf vorgesehene Anhebung des Krankenversicherungsbeitrags in der ohnehin allein arbeitgeberfinanzierten Pauschalabgabe für Minijobs um 4,5 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent. Laut Gesetzentwurf würden den Arbeitgebern branchenübergreifend allein durch diese Maßnahme zusätzliche Kosten von 1,9 Milliarden Euro pro Jahr entstehen. „Minijobs sind aufgrund ihres optimierten Brutto-Netto-Effekts beliebt. Für den Einzelhandel sind sie operativ nahezu unverzichtbar, um die branchentypischen Stoß- und Randzeiten abzudecken und damit die Versorgung der Verbraucher sicherzustellen. Die Rentenkommission hat nun sogar ihre faktische Abschaffung empfohlen. Angesichts der dringend benötigten Flexibilität in der Praxis und der Bedeutung von Minijobs für Millionen Menschen wäre das ein historisch fatales Signal“, so von Preen. Stattdessen wäre es wichtiger gewesen, dass der Staat seiner gesamtgesellschaftlichen Verantwortung nachkommt und endlich kostendeckende Beiträge zur Krankenversicherung für Grundsicherungsbeziehende leistet.

Quelle: HDE

Ergebnisse des Koalitionsausschusses: HDE befürwortet wichtige Reformsignale – weitere Entlastungen bleiben notwendig

Die heute von der Bundesregierung vorgestellten Ergebnisse des Koalitionsausschusses setzen aus Sicht des Handelsverbandes Deutschland (HDE) wichtige Signale für die Wirtschaft. Positiv bewertet der HDE insbesondere, dass auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer verzichtet werden soll. Gleichzeitig bleibt bei den angekündigten Maßnahmen noch Luft nach oben.

Die Pläne zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher im Rahmen der Einkommenssteuer bewertet der HDE als Schritt in die richtige Richtung. Das vorgesehene Volumen dürfte allerdings nicht ausreichen, um den privaten Konsum spürbar zu beleben. Dass die Bundesregierung zugleich auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer verzichtet, sendet dagegen ein wichtiges Signal für Verbraucher und Unternehmen. „Die vorgestellten Reformen enthalten aus Sicht des Einzelhandels wichtige und richtige Ansätze, auch wenn sie hinter den Erwartungen an einen großen wirtschaftspolitischen Impuls zurückbleiben. Gerade bei den Entlastungen werden die Auswirkungen auf den Konsum vermutlich überschaubar sein“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Positiv bewertet der HDE zudem die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. „Das haben wir jahrelang gefordert und war überfällig. Auch die Ausweitung der sachgrundlosen Befristung nunmehr auf eine Maximaldauer von 48 Monaten sowie den Wegfall des Schriftformerfordernisses bei Befristungen ab 2027 befürworten wir. Umso bedauerlicher ist es, dass die notwendige Flexibilisierung der Arbeitszeit im heutigen Paket nicht enthalten ist. Ein Wechsel hin zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit direkt im Arbeitszeitgesetz wäre sehr wichtig gewesen“, so Genth.

Mit Blick auf die Vorschläge der Alterssicherungskommission warnt der HDE zudem vor Einschränkungen bei den Minijobs. „Minijobs sind bei den Menschen sehr beliebt und für den Handel mit Blick auf die branchentypischen Stoßzeiten operativ von großer Bedeutung. Die von der Alterssicherungskommission empfohlene de facto Abschaffung der Minijobs lehnen wir ab, die vorgesehene Ausnahme für Schüler greift zu kurz. Mindestens Studierende sowie Rentnerinnen und Rentner müssten ebenfalls ausgenommen werden“, fordert Genth.

Auch die angekündigten Maßnahmen zum Bürokratieabbau bewertet der HDE positiv. Ein wirksames Berichtsentlastungsgesetz mit dem Abbau von Berichts- und Dokumentationspflichten könne Unternehmen spürbar entlasten. „Entscheidend ist jetzt, dass die angekündigten Vorhaben schnell umgesetzt werden. Viele der bislang angekündigten Entlastungen sind im Unternehmensalltag noch nicht angekommen“, betont Genth.

Aus Sicht des HDE muss die Bundesregierung den eingeschlagenen Kurs nun konsequent fortsetzen. Dazu gehören insbesondere eine Rückführung und auch dauerhafte Deckelung der Lohnnebenkosten bei 40 Prozent. Außerdem braucht es eine Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen. „Gerade angesichts der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage braucht es weitere Maßnahmen, um den Standort Deutschland zu stärken und den Konsum nachhaltig anzukurbeln“, so Genth.

Quelle: HDE

Neue Zollgebühren: HDE drängt auf schnelleren Customs Data Hub

Ab heute gelten die neuen EU-Zollgebühren für Pakete aus Drittstaaten. Für Warensendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro werden künftig je nach Warenkategorie drei Euro Gebühren erhoben.

„Das ist ein wichtiges Signal und ein großer Schritt. Wir haben uns seit rund drei Jahren für diese Maßnahme eingesetzt und werten die Einführung der Gebühr als klaren Erfolg. Die neue Regelung allein wird jedoch nicht verhindern, dass weiterhin unsichere Produkte, falsch deklarierte Waren oder Verstöße gegen europäische Verbraucher-, Umwelt- und Produktsicherheitsstandards auf den Binnenmarkt gelangen. Die Zollgebühr gleicht lediglich einen finanziellen Wettbewerbsnachteil aus, sie kann eine wirksame Marktüberwachung nicht ersetzen. Hier besteht nach wie vor erheblicher Handlungsbedarf“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.

Abhilfe schaffen soll der EU-weit geplante Customs Data Hub. Der Start des Hubs ist jedoch erst für das Jahr 2028 vorgesehen. „Wir brauchen den Customs Data Hub deutlich früher als bislang vorgesehen. Importeure und Onlinehändler aus Drittstaaten sollten ihre Zolldaten zentral und einheitlich bereitstellen müssen, damit Auffälligkeiten bei Warenwerten, Sendungsmengen oder Herkunftsangaben schneller erkannt werden können. Angesichts von täglich rund zwölf Millionen Paketen, die allein Temu und Shein in die Europäische Union liefern, ist ein Start erst im Jahr 2028 nicht ausreichend“, erklärt Tromp.

„Darüber hinaus muss klar sein, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen finanziell leistungsfähigen und tatsächlich erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss. Nur so können Verstöße wirksam sanktioniert und die Einhaltung europäischer Vorschriften sichergestellt werden“, so Tromp.

Um die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter zu schützen und einen fairen Wettbewerb zu ermöglich, fordert Tromp: „Wer sich dauerhaft nicht an die Regeln hält, darf daraus keinen Wettbewerbsvorteil ziehen. Deshalb muss im äußersten Fall auch die Sperrung von Plattformen oder Händlern möglich sein, die wiederholt gegen geltendes Recht verstoßen. Sanktionen entfalten nur dann Wirkung, wenn sie glaubwürdig sind und bei Regelverstößen konsequent angewendet werden. Erst dann können faire Wettbewerbsbedingungen dauerhaft gewährleistet werden.“

Quelle: HDE

Vor dem Koalitionsausschuss: Einzelhandel unter Druck – rasche Reformen gefordert

Der Einzelhandel in Deutschland steht unter großem wirtschaftlichem Druck. Seit 2022 hat die Branche mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse verloren, seit 2015 mussten bundesweit über 70.000 Geschäfte endgültig schließen. Steigende Energie-, Miet-, Logistik- und Personalkosten, Bürokratie sowie wachsende regulatorische Anforderungen belasten die Händler massiv. Die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung bewerten sie mit der Schulnote fünf sehr kritisch. Das zeigt eine HDE-Umfrage unter 600 Händlern. Mit Blick auf den Koalitionsausschuss am 1. Juli fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) die Bundesregierung zu raschen und mutigen Reformen auf.

„Der Handel erwartet von der Politik mehr Tatkraft, mehr Tempo und vor allem spürbare Entlastungen. Die anstehenden Reformen müssen in ihrer Gesamtheit zur Überwindung der Wirtschaftskrise, zur Stabilisierung der Sozialsysteme und zu mehr Investitionen in Deutschland führen“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Viele angekündigte Maßnahmen würden nicht oder zu langsam umgesetzt. Gleichzeitig stiegen die Belastungen durch Steuern, Energiepreise, Löhne und Bürokratie weiter an.

Der HDE fordert daher in einem Papier zum Koalitionsausschuss wirksame Reformen. „Es braucht weniger Bürokratie. Auskunfts- und Berichtspflichten müssen abgeschafft werden. Gleichzeitig muss der Wettbewerb fair sein. Player aus dem fernen Osten wie Temu oder Shein unterlaufen unsere Regelungen und verschaffen sich unfaire Vorteile. Das muss sich endlich spürbar ändern“ so von Preen. Zudem setzt sich der HDE für eine Stärkung der Kaufkraft und niedrigere Unternehmenskosten ein. Die Einkommensteuer soll spürbar gesenkt und der Tarif abgeflacht werden. „Entlastungen müssen nicht nur bei den unteren Einkommen, sondern auch in der breiten Mittelschicht und bei den Personenunternehmen ankommen“, so der HDE-Präsident. Darüber hinaus fordert der HDE dauerhaft niedrigere Energiekosten für alle. Die zuletzt diskutierte Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent zur Gegenfinanzierung möglicher Einkommensteuersenkungen lehnt der HDE strikt ab. „Der private Konsum befindet sich bereits in einer Schockstarre und der Einzelhandel hat nach sechs Jahren ohne reales Wachstum keine Puffer mehr“, mahnt von Preen.

Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht der HDE größeren Reformbedarf. „Die Kosten für den Faktor Arbeit dürfen nicht weiter ansteigen, versicherungs-fremde Leistungen sind konsequent zu hinterfragen. Wichtig ist zudem, dass die Reformen in der Krankenkasse, Pflege und Rente konsistent bleiben und sich nicht widersprechen. Die von der Alterssicherungskommission empfohlene de facto Abschaffung der Minijobs lehnen wir entschieden ab – das ist ein Irrweg. Zumindest müssten neben Schülern zwingend auch Studenten und Rentner ausgenommen werden. Minijobs sind für die Branche wichtig, um Stoßzeiten abzudecken, und bei den Beschäftigten beliebt. Durch die neue Abgabenlast würden ehemalige Minijobber entweder deutlich weniger verdienen oder für das gleiche Netto mehr arbeiten müssen“, so von Preen weiter. Das sei kaum vermittelbar und für die Unternehmen operativ nicht sinnvoll. Nötig sei jetzt entschlossenes und zielgerichtetes Handeln – jedes Zögern bringe die Wirtschaft in noch schwierigeres Fahrwasser.

Die Forderungen des HDE finden Sie unter www.einzelhandel.de/koalition

Aktuelle HDE-Umfrage zur Fußball-WM: Viele Handelsunternehmen erwarten kleinere, positive Umsatzeffekte

Mit Blick auf die am 11. Juni beginnende Fußball-Weltmeisterschaft rechnet der Einzelhandel in Deutschland mit positiven Umsatzeffekten. Eine aktuelle HDE-Umfrage unter rund 400 Unternehmen macht aber gleichzeitig deutlich, dass es in der Regel um Impulse geringeren Umfangs geht. Nur im Sport- und im Lebensmittelhandel sind die Erwartungen größer.

„Große Sportereignisse können sich positiv auf die Konsumstimmung auswirken und für Umsatzimpulse sorgen. Bei Veranstaltungen, die nicht in Deutschland stattfinden, sind die Umsatzeffekte jedoch weitestgehend auf einzelne Branchen und Warenbereiche begrenzt. Eine nennenswerte Belebung des Einzelhandelskonsums über alle Branchen hinweg ist durch die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko somit nicht zu erwarten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Nach der aktuellen HDE-Umfrage hat rund ein Viertel der befragten Händler Aktionswaren oder Produkte mit WM-Bezug im Sortiment. Spitzenreiter ist dabei der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Bekleidung und Schuhen, Sportartikeln sowie die Baumärkte, der Elektronikeinzelhandel und der Spielwarenhandel.

Die Unternehmen mit fußball-affinen Produkten rechnen mit positiven Umsatzeffekten, in der Regel aber nur in geringem Maße. Einen spürbaren Umsatzimpuls erwarten der Sporthandel und der Lebensmittelhandel in den jeweiligen Sortimenten.

„Je weiter die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Turnier kommt, desto besser für die Stimmung im Land. Konsum ist zu einem hohem Anteil Psychologie. Gerade in diesen schwierigen Zeiten mit den Kriegen in der Ukraine und in Nahost brauchen wir positive Anknüpfungspunkte für die Menschen“, so Genth.

Quelle: HDE

Gipfeltreffen der Sozialpartner im Kanzleramt: Faktor Arbeit muss günstiger werden – Warnung vor negativen Effekten für Minijobs

Vor dem morgigen Gipfeltreffen von Arbeitgebern und Gewerkschaften im Kanzleramt mahnt der Handelsverband Deutschland (HDE) zu klaren Reformen bei den Sozialversicherungen und warnt zugleich vor weiteren Verteuerungen des Faktors Arbeit.

„Mit Blick auf die miserable Finanzlage der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ist völlig klar, dass wir hier dringend Strukturreformen brauchen. Das gilt auch für die gesetzliche Rentenversicherung. Tun wir als Gesellschaft nichts und schauen nur dabei zu, laufen wir bald auf einen Kollaps unseres gesamten Sozialsystems zu. Wirtschaftswachstum ist die finanzielle Basis für alle staatlichen Einnahmen und Ausgaben, daran muss sich die Politik orientieren“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Wichtig sei vor allem, dass die Politik die geplanten Reformen nun richtig austariere.

„Der Einzelhandel bekommt die aktuelle Wirtschaftskrise deutlich zu spüren. In den letzten drei Jahren hat die Branche mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren“, so von Preen weiter. Als Ursache sieht der HDE dabei vor allem die immer weiter ansteigende Bürokratie- und Regulierungslast für die Unternehmen und dabei vor allem die immer höheren Kosten für den Faktor Arbeit durch immer teurere Gesamtsozialversicherungsbeiträge. Als unverzichtbar sieht der Handelsverband deshalb die konsequente Einhaltung einer 40-Prozent-Obergrenze für die Lohnnebenkosten. Dafür sei es von großer Bedeutung, versicherungsfremde Leistungen konsequent zu hinterfragen. So sei die Finanzierung der Beiträge zur Krankenversicherung für Bürgergeldempfänger mehrheitlich aus Beitragsmitteln nicht sinnvoll. Zudem müsse die Rente mit 63 abgeschafft sowie das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung angepasst werden. Richtig sei es außerdem, die kostenlose Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung und auch in der Pflegversicherung zu beenden.

Besorgt zeigt sich der HDE mit Blick auf aktuelle Pläne bei den Minijobs: „Wenn die Bundesregierung die allein vom Arbeitgeber zu zahlende Pauschalabgabe bei Minijobs deutlich anhebt, dann droht hier eine nicht zu verkraftende Kostenexplosion. Minijobs sind bei Arbeitgebern und Beschäftigten gleichermaßen als flexible Beschäftigungsform sehr beliebt und werden gezielt angefragt. Für den Einzelhandel sind sie extrem wichtig, um die branchentypischen Stoßzeiten abzubilden und die Servicequalität zu sichern. Hier darf die Koalition nicht die Axt an eine sehr bewährte und erfolgreiche Beschäftigungsform legen“, so von Preen weiter. Auch die Anhebung der Kosten für die Midijobs sehe man sehr kritisch, da dies vor allem große Teilzeitbranchen wie den Einzelhandel sowie den Dienstleistungssektor insgesamt unverhältnismäßig hart treffe.

Quelle: HDE

Entgelttransparenz: HDE bewertet die Verschiebung der Umsetzung der Richtlinie positiv

Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) ist die Verschiebung der Umsetzung der Entgelttransparenz-Richtlinie positiv zu bewerten. „Die nationale Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie jetzt erstmal auszusetzen – noch dazu in der aktuellen schweren Wirtschaftskrise – war zwingend erforderlich und doch ein mutiger Schritt der Bundesregierung, um die Unternehmen in Deutschland vor diesem Bürokratie- und Regulierungswahnsinn zu bewahren.

Verglichen mit dem Bürokratiesupertanker Entgelttransparenzrichtlinie sind alle übrigen wichtigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Bürokratiebekämpfung nicht mehr als ein Quietscheentchen. Die Zeit muss nun genutzt werden, um die Richtlinie, die in dieser Form keinerlei Mehrwert bietet, in Brüssel grundsätzlich zu überarbeiten“, fordert Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik.

Die umfassende neue Berichtspflicht sowie der Auskunftsanspruch aus der Richtlinie sollen laut Ministerium erstmals zum Juni 2028 fällig werden; das Inkrafttreten sei für Anfang 2027 geplant. Nach Auffassung des Ministeriums soll die Richtlinie dabei aber auf das Notwendige beschränkt, möglichst bürokratiearm und wirksam umgesetzt werden. Ein Referentenentwurf liegt aktuell noch nicht vor, es seien hierfür weitere Abstimmungen erforderlich.

„Entgeltgleichheit als Ziel zu formulieren ist richtig, allerdings ist noch mehr Bürokratie hierfür nicht das richtige und effektivste Mittel. Wenn die Politik dieses Ziel erreichen will, muss sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf allen Ebenen jetzt konsequent in den Fokus nehmen. So braucht es im gesamten Bundesgebiet dazu zunächst eine verlässliche Kitaversorgung an allen Werktagen (inklusive samstags) auch nach 17 Uhr, auch die optimierte Pflege von Angehörigen ist ein wichtiger Baustein. Außerdem braucht es ein modernes Arbeitszeitrecht mit einer flexiblen wöchentlichen Höchstarbeitszeit direkt im Arbeitszeitgesetz. In der Folge würden sich die Erwerbsbiografien der Geschlechter in absehbarer Zeit automatisch immer weiter angleichen, sogar ganz ohne weitere Bürokratie“, so Haarke weiter.

Quelle: HDE

Online-Handel als Wachstumstreiber für den Einzelhandel – Marktplätze von großer Bedeutung, Nutzer werden älter

Der Online-Handel in Deutschland wächst auch im Jahr 2026 weiter und wird nach Prognose des Handelsverbands Deutschland (HDE) seine Umsätze um nominal 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Damit bleibt die Branche der Wachstumstreiber des Einzelhandels, der stationäre Bereich wird voraussichtlich nur 1,6 Prozent zulegen können. Der heute veröffentlichte HDE-Online-Monitor 2026 macht dabei deutlich: Wichtigster Kanal bleiben wie in den vergangenen Jahren die Online-Marktplätze, über die im vergangenen Jahr rund 57 Prozent der Online-Umsätze liefen. Gleichzeitig werden die Online-Shopper älter und nehmen ihr Einkaufsverhalten aus jüngeren Jahren mit – immer mehr Ältere sind aktive Onliner.

„Der Online-Handel ist auf dem Wachstumspfad. Die Branche hat es angesichts der schlechten Konsumstimmung nicht leicht, behauptet sich aber als Wachstumstreiber für den gesamten Einzelhandel“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp. Ein Blick auf die einzelnen Märkte zeigt, dass es keinen Bereich mehr gibt, in dem Online-Handel eine untergeordnete Rolle spielt. Lediglich im Bereich FMCG (Lebensmittel und Drogerien) liegt der Online-Anteil für 2025 bei nur 4,9 Prozent. Dafür sind dort die Wachstumsraten immens. Allein im vergangenen Jahr wuchs dieser Bereich um 10,4 Prozent.

Getrieben wird das Wachstum im Online-Handel insbesondere von Online-Marktplätzen: 56,7 Prozent der Online-Umsätze in Deutschland wurden im Jahr 2025 über diese Plattformen erzielt. Das ist ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 5,9 Prozent. „Die hohe Dynamik im Bereich der Online-Marktplätze macht deutlich, wie wichtig es ist, dass es einen fairen Wettbewerb unter allen Anbietern gibt. Das ist leider mit Blick auf Temu oder Shein bis heute nicht der Fall. Da muss von der Politik noch deutlich mehr kommen. Es braucht konsequente und spürbare Strafen. Aber eben auch klar kontrollierbare Regelungen, damit jeder Beteiligte davon ausgehen muss, dass er auch erwischt wird“, so Tromp weiter. Der HDE-Online-Monitor zeigt, dass bereits 65 Prozent der Deutschen schon einmal im Ausland bestellt haben, 49 Prozent davon in China. Der Umsatzanteil ausländischer Onlineanbieter am Online-Handel in Deutschland liegt mittlerweile bei knapp elf Milliarden Euro, davon entfallen rund 4,7 Milliarden Euro auf Temu und Shein.

Eine weitere deutliche Entwicklung macht sich in der Altersstruktur der Online-Shopper deutlich. „Wer als Jugendlicher angefangen hat, online zu shoppen, hört mit steigendem Alter nicht plötzlich damit auf. Dasselbe gilt für die Nutzung von Social Media oder das Folgen von Influencern“, so Tromp. So stieg die Zahl der Online-Shopper 2025 durchschnittlich über alle Altersgruppen um 1,2 Prozent im Vorjahresvergleich, während es bei den über 55-jährigen ein Plus von 3,1 Prozent zu verzeichnen gab.

Der Blick in Gegenwart und Zukunft richtet sich vor allem auf die Verknüpfungen mit künstlicher Intelligenz. „Wir erleben, dass KI-Lösungen immer häufiger in den Kaufprozess eingebunden werden. Man wird sehen, was die Kunden in diesem Bereich annehmen“, so Tromp. Schon heute nutzen 35 Prozent der Menschen in Deutschland KI zur Recherche beim Kauf von Produkten.

Den HDE-Online-Monitor 2026 finden Sie unter: www.einzelhandel.de/online-monitor