Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt die jüngsten Ankündigungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Senkung der Stromsteuer für alle. Schon im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD eine Absenkung auf das europäische Mindestmaß für alle Verbraucher und Unternehmen angekündigt. Bislang wurde die Stromsteuer jedoch nur für bestimmte Wirtschaftsbereiche gesenkt.
„Es wird Zeit, dass die Koalition endlich ihr Versprechen einlöst. Eine Senkung der Stromsteuer wäre ein wichtiges Signal für die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Handelsunternehmen. Gerade in der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage brauchen wir spürbare Entlastungen, um die Konsumstimmung zu stärken und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu unterstützen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Der HDE fordert die Bundesregierung bereits seit Längerem auf, die Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß zu senken. „Strom muss für alle bezahlbar sein. Über Steuern und Abgaben hat die Bundesregierung einen wichtigen Hebel, um die Stromkosten zu reduzieren. Eine Senkung würde die Verbraucher und zugleich die Unternehmen bei ihren Energiekosten entlasten. Das wäre ein wichtiger Beitrag, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu stärken und den Konsum nachhaltig anzukurbeln. Die Politik muss jetzt rasch handeln“, so Genth.
Seit Dienstag verhandelt das Bundesverfassungsgericht über steuerliche Privilegien von Unternehmenserben. Derzeit zahlen Erben eines Unternehmens unter bestimmten Voraussetzungen deutlich weniger und manchmal auch gar keine Erbschaftsteuer. Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor den Folgen einer möglichen Einschränkung der geltenden Verschonungsregeln für Betriebsvermögen.
„Die steuerliche Behandlung von Betriebsvermögen muss die besonderen Herausforderungen der Unternehmensnachfolge berücksichtigen. Wer ein Familienunternehmen übernimmt, soll die wirtschaftliche Substanz des Betriebs erhalten und in seine Zukunft investieren können, statt Kapital für zusätzliche Steuerzahlungen aufbringen zu müssen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Gerade im Einzelhandel mit seinen vielen inhabergeführten Familienunternehmen sei es wichtig, dass Betriebe auch über Generationen hinweg erfolgreich weitergeführt werden könnten.
Eine Verschärfung der Erbschaftsteuer könnte die Nachfolge für viele Handelsunternehmen erschweren. Insbesondere Unternehmen mit mehreren Filialen müssten dann mit einer höheren Belastung rechnen und in der Folge möglicherweise schließen. Zusätzliche Steuerzahlungen könnten notwendige Investitionen erschweren und im schlimmsten Fall die Fortführung einzelner Standorte gefährden.
Aus Sicht des HDE sollte die Politik deshalb die steuerlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen verlässlich und investitionsfreundlich gestalten. Der Erhalt tragfähiger steuerlicher Regelungen bei der Unternehmensnachfolge ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Sollte die Bundesregierung dennoch an den Plänen für eine Plastikabgabe festhalten, steht der HDE weiterhin für Gespräche zur Verfügung. Ziel muss es sein, zusätzliche Belastungen und Doppelstrukturen für die Unternehmen zu vermeiden.
Fake-Shops sind im Internet weit verbreitet und stellen Verbraucher zunehmend vor Herausforderungen. Im Frühjahr 2026 identifizierte der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentralen den 100.000sten betrügerischen Online-Shop. Viele Fake-Shops sehen mittlerweile täuschend echt aus und sind auf den ersten Blick kaum von seriösen Angeboten zu unterscheiden. Daher warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor den gefälschten Angeboten und gibt Tipps, worauf Verbraucher beim Online-Kauf achten sollten.
Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention nutzen Kriminelle zunehmend Künstliche Intelligenz, um in kurzer Zeit professionell wirkende Shops mit optisch überzeugenden Layouts, fehlerfreien Rechtstexten, AGB und gefälschten Impressumsangaben zu erstellen. Klassische Warnsignale wie sprachliche Fehler oder ein schlechtes Design reichen daher nicht mehr aus.
„Fake-Shops schädigen nicht nur die unmittelbar betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher, sondern untergraben auch das Vertrauen in den gesamten Online-Handel und damit in die vielen rechtstreuen Händlerinnen und Händler“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.
Käufer sollten daher vor einer Bestellung immer genau prüfen, ob ein vollständiges und überprüfbares Impressum sowie erreichbare Kontaktmöglichkeiten vorhanden sind und ob der Shop transparente Angaben zu Gesamtpreis, Versand, Widerruf und Datenschutz macht. Vorsicht ist insbesondere bei auffällig günstigen Lockangeboten geboten. Auch bei den Zahlungsmethoden sollten Verbraucher auf sichere Optionen achten und nicht ausschließlich per Vorkasse zahlen. „Bei angegebenen Gütesiegeln lohnt es sich, diese anzuklicken und das dahinterliegende Zertifikat zu überprüfen. Zudem sollten Bewertungen außerhalb des jeweiligen Shops recherchiert werden. Bei unbekannten Anbietern kann schließlich der Fake-Shop-Finder dabei helfen, die Seriosität eines Online-Shops vor dem Kauf zu überprüfen“, so Tromp.
Um für die verschiedenen Formen des Online-Betrugs zu sensibilisieren, beteiligt sich der HDE an der aktuellen Kampagne „Machen wir Phishen impossible“ unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bundesbank und des Bundesfinanzministeriums. Die Kampagne ist am 10. Oktober gestartet und sensibilisiert rund einen Monat lang zu Phishing und anderen Formen des Zahlungsbetrugs.
In der Bundesregierung wird aktuell über die Einführung einer nationalen Plastiksteuer diskutiert. Der Handelsverband Deutschland (HDE) lehnt die Pläne entschieden ab und hat sich in einem gemeinsamen Verbändebrief an das Bundeskanzleramt und das Bundeswirtschafts-, das Bundesumwelt- und das Bundeslandwirtschaftsministerium gewandt. Angesichts der bereits bestehenden finanziellen und bürokratischen Belastungen wäre eine weitere Abgabe eine zusätzliche schwere Bürde für die Handelsunternehmen.
„Unseren Informationen zufolge soll die neue Regelung als Änderungsantrag in das bereits laufende Verfahren zum Haushaltsbegleitgesetz 2027 eingebracht werden – ohne Beteiligung der fachlich betroffenen Bundesministerien und einer Befassung des Bundeskabinetts mit dem konkreten Regelungsvorschlag. Ein solches Vorgehen lehnen wir entschieden ab“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Zudem betreibe die Bundesregierung mit der Einführung einer nationalen Plastiksteuer Wortbruch. „Die Bundesregierung hat wiederholt angekündigt, die Wirtschaft zu entlasten und Bürokratie abzubauen. Zudem haben Vertreter der Koalition öffentlich Steuererhöhungen ausgeschlossen. Eine neue Plastikabgabe würde diesem Anspruch und dem im Koalitionsvertrag festgehaltenen Verzicht auf Steuererhöhungen widersprechen“, so Genth weiter.
Die Handelsunternehmen sehen sich bereits heute mit zahlreichen finanziellen und regulatorischen Anforderungen im Verpackungsbereich konfrontiert. Dazu zählen die seit August geltende EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die Lizenzentgelte für die dualen Systeme, die Vorgaben des Einwegkunststofffondsgesetzes sowie zusätzliche Belastungen durch kommunale Verpackungssteuern. Hinzu kommt die geplante Ökomodulierung der Lizenzentgelte. Die Vielzahl der Regelungen erhöht den finanziellen und bürokratischen Aufwand für die Unternehmen erheblich. Gleichzeitig zielen die bestehenden Vorgaben bereits auf die Reduzierung von Verpackungsabfällen und den verstärkten Einsatz nachhaltiger Verpackungslösungen ab.
„Die Unternehmen, die Kunststoffverpackungen in Verkehr bringen, tragen bereits heute erhebliche finanzielle und regulatorische Lasten. Eine zusätzliche Plastiksteuer würde diese Belastungen weiter verschärfen. Wir sehen zudem die Gefahr, dass eine weitere Abgabe zusätzliche Kosten verursacht, ohne einen entsprechenden ökologischen Nutzen zu erzielen. Das würde sich auch in den Verbraucherpreisen niederschlagen. Eine pauschale Verteuerung von Kunststoffverpackungen kann zudem Ausweichbewegungen hin zu anderen Materialien auslösen, die ökologisch nicht zwingend besser abschneiden. Statt neue Belastungen zu schaffen, sollte die Politik bestehende Regelungen auf ihre Wirksamkeit überprüfen und unnötige Bürokratie abbauen“, sagt Genth.
Sollte die Bundesregierung dennoch an den Plänen für eine Plastikabgabe festhalten, steht der HDE weiterhin für Gespräche zur Verfügung. Ziel muss es sein, zusätzliche Belastungen und Doppelstrukturen für die Unternehmen zu vermeiden.
Mit Blick auf den heutigen Koalitionsausschuss warnt der HDE vor den Folgen steigender Arbeitskosten und mahnt zudem weiter Tempo bei den unmittelbar bevorstehenden Sozialreformen in der Pflege und Rente an. Diese Reformen sind wichtig für die Zukunft unseres Landes und im Grundsatz sehr zu befürworten. Allerdings dürfe die Beitragslast in der Sozialversicherung und damit die Kosten für den Faktor Arbeit nicht weiter ansteigen. Im Gegenteil: Die Kosten für Arbeit müssten dringend stabilisiert und wieder zurückgeführt werden. Nach den aktuellsten Quartalszahlen der Bundesagentur für Arbeit (Stichtag: 31.03.2026) ist die Beschäftigung im Einzelhandel im Vorjahresvergleich erneut spürbar zurückgegangen.
„Wir haben allein in den letzten zwölf Monaten rund 4.000 Arbeitsplätze pro Monat im Einzelhandel verloren“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales. Die Gesamtbeschäftigung im Einzelhandel liegt weiter bei mehr als drei Millionen und ist damit nach wie vor auf einem im Branchenvergleich hohem Niveau, die Tendenz ist aber rückläufig. Die Kosten für den Faktor Arbeit sind schlicht zu hoch: Steigende Sozialversicherungsbeiträge, eine explodierende Kostenpauschale für Arbeitgeber bei den Minijobs, ein Mindestlohn, der zum Jahreswechsel auf 14,60 Euro pro Stunde angehoben wird und damit seit seiner Einführung im Jahre 2015 bereits um mehr als 70 Prozent gestiegen ist sowie weiter wachsende Bürokratie- und Regulierungskosten. Diese Faktoren drücken auf die Beschäftigungsneigung in allen Branchen. Erschwerend komme hinzu, dass durch die steigende Beitragslast in der Sozialversicherung auch noch die Konsumlaune der Menschen leide, was den Einzelhandel besonders hart treffe.
Allein die von der Alterssicherungskommission empfohlene gesetzliche Kapitalrente wird die Beiträge in der Rentenversicherung von heute 18,6 Prozent um weitere 2 Prozent bis 2031 anheben. Diese Beitragssteigerungen müssen daher zumindest auf tarifliche oder betriebliche Regelungen zur arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge anrechenbar gemacht werden, damit Arbeitgeber, die diese Leistungen gewähren, nicht dadurch noch zusätzlich belastet werden. Völlig falsch wäre es auch, in dieser schwierigen Lage auch noch über eine Abschaffung der Minijobs, beziehungsweise deren Begrenzung auf einzelne Personengruppen, nachzudenken. „Minijobs sind zur Abdeckung der Stoß- und Randzeiten traditionell von herausragender operativer Bedeutung für den gesamten Dienstleistungssektor und zudem bei den Menschen äußerst beliebt. Auch das Blockmodell bei der Altersteilzeit muss erhalten bleiben. Eine Abschaffung des Blockmodells verkenne die wichtige Rolle der Altersteilzeit in Restrukturierungsprozessen, dies noch dazu in der Krise. Das wäre in der aktuellen Lage das völlig falsche Signal“, so Haarke.
Mit der heutigen Kabinettssitzung rückt die Umsetzung der Reform der sozialen Pflegeversicherung einen Schritt näher. Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) ist es richtig, dass die Bundesregierung die Finanzierungsprobleme der Pflegeversicherung angeht. Eine kurzfristige finanzielle Stabilisierung reicht aber nicht aus. Es braucht strukturelle Reformen, damit die Beiträge langfristig finanzierbar bleiben.
„Die heutige Einigung zur Pflegereform ist im Grundsatz zu begrüßen, damit sendet die Bundesregierung ein sehr wichtiges Signal der Handlungsfähigkeit. Die Stabilisierung der Pflegeversicherung darf aber nicht über weitere Belastungen der Arbeitgeber finanziert werden. Gerade unsere Einzelhandelsbranche ist personalintensiv und daher auf wettbewerbsfähige Arbeitskosten angewiesen. Aus diesem Grund plädieren wir schon seit längerem dafür, den Faktor Arbeit wieder zu entlasten“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik.
Die geplante zusätzliche Belastung von Minijobs in der Pflegeversicherung lehnt der HDE entschieden ab, nachdem die allein arbeitgeberfinanzierte Beitragspauschale für Minijobs bereits im Zuge der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung unlängst angehoben wurde. „Die geplante zusätzliche Belastung von Minijobs auch in der Pflegeversicherung ist strikt abzulehnen“. Minijobs haben im Einzelhandel eine wichtige Funktion, insbesondere zur Abdeckung von branchentypischen Randzeiten und saisonalen Spitzen“, so Haarke.
Statt weiterer Belastungen des Faktors Arbeit, braucht es aus Sicht des HDE mutige und echte Strukturreformen. Andernfalls drohten in der sozialen Pflegeversicherung dauerhaft steigende Lohnnebenkosten und zusätzliche Belastungen für Handelsunternehmen.
Der europäische Zahlungsverkehr steht vor wichtigen politischen Weichenstellungen. Mit der Überarbeitung der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie (PSD3/PSR), der geplanten Einführung eines digitalen Euro sowie der Einführung einer Bargeld-Akzeptanzpflicht werden derzeit zentrale Rahmenbedingungen für das Bezahlen in Europa neu gestaltet. Der Handelsverband Deutschland (HDE) setzt sich dabei für einen wettbewerbsfähigen, kostengünstigen und praxistauglichen Zahlungsverkehr ein.
Besonders aktuell ist die weitere Entwicklung des digitalen Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Mitte September einen Aufruf an Online- und Mobile-Händler gestartet, sich an einem geplanten Pilotprojekt zum digitalen Euro zu beteiligen, parallel laufen Vorbereitungen für Piloten im stationären Handel. Der zwölfmonatige Pilot soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 starten. Gleichzeitig laufen auf europäischer Ebene die Arbeiten an der für die Einführung erforderlichen Rechtsgrundlage. Die EZB bereitet das Pilotprojekt ausdrücklich im Hinblick auf eine mögliche spätere Einführung des digitalen Euro vor.
Aus Sicht des HDE kommt es bei der Ausgestaltung des digitalen Euro insbesondere auf ein faires und für den Handel tragbares Gebührenmodell an. „Der digitale Euro kann eine wichtige europäische Alternative im Zahlungsverkehr werden. Damit er sich im Alltag durchsetzt, muss er aber auch für die Handelsunternehmen attraktiv sein. Faire, transparente und möglichst niedrige Kosten sind dafür eine zentrale Voraussetzung“, sagt Ulrich Binnebößel, HDE-Experte für den Zahlungsverkehr. „Eine Orientierung der Entgelte an etablierten Zahlverfahren kann dabei allenfalls eine Orientierung für eine Übergangsfrist sein uns sollte nationale Eigenheiten einbeziehen“, so Binnebößel.
Für den Handel ist entscheidend, dass die Vielzahl neuer Vorgaben nicht zu zusätzlichen Kosten und bürokratischen Belastungen führt. Neben dem digitalen Euro betrifft dies auch die neuen europäischen Regeln für Zahlungsdienste. Gleichzeitig spielen die Akzeptanz von Bargeld und die weiteren Rahmenbedingungen für digitale Zahlverfahren eine wichtige Rolle. Aus Sicht des HDE braucht es einen europäischen Zahlungsmarkt, der Transparenz fördert sowie Wettbewerb und Innovation ermöglicht und zugleich die Kostenbelastung für Handelsunternehmen im Blick behält.
Der Bundesrat hat den ursprünglichen Vorstoß zur Reduzierung der Ausbildungsberufe am 25. September 2026 deutlich abgeschwächt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürwortet die Entscheidung und betont gleichzeitig, wie wichtig es aus Sicht des Handels ist, dass Veränderungen bei Ausbildungsberufen nicht losgelöst von den Bedarfen der betrieblichen Praxis beschlossen werden.
Ausgangspunkt für den Beschluss war ein Antrag des Freistaates Sachsen. Dieser hatte eine stärkere Bündelung der bestehenden Ausbildungsberufe und ihrer Fachrichtungen und Schwerpunkte gefordert. Konkret ging es unter anderem um die Reduzierung und Zusammenlegung artverwandter Ausbildungsberufe zu sogenannten Kernberufen, die Reduzierung von Fachrichtungen und Schwerpunkten sowie die Prüfung, ob Spezialisierungen künftig anders in der betrieblichen Ausbildung verortet werden können.
„Die betriebliche Praxis muss darüber entscheiden, welche Ausbildungsberufe und Qualifikationen gebraucht werden. Deshalb ist es richtig, dass der Bundesrat die Sozialpartner und die weiteren Verantwortlichen der dualen Ausbildung in den weiteren Abstimmungsprozess einbezieht. Der Beschluss ist damit ein wichtiger Schritt gegenüber dem ursprünglichen Antrag. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass die Rolle der Sozialpartner in der Ordnungsarbeit noch stärker berücksichtigt wird“, so Anna Noack, HDE-Abteilungsleiterin Berufsbildung und Bildungspolitik.
Die Herausforderungen bei der Beschulung an den Berufsschulen sind aus Sicht des HDE real und müssen gelöst werden. Eine Zusammenlegung von Ausbildungsberufen sollte jedoch nicht allein aus Gründen der schulischen Organisation erfolgen. Entscheidend müssen die tatsächlichen Qualifikationsbedarfe der Unternehmen und Branchen sein. Der HDE steht deshalb für einen konstruktiven Austausch mit Bund, Ländern und Sozialpartnern zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung zur Verfügung.
Um die Transparenz bei Gewährleistung und Garantie zu stärken, gelten ab dem 27. September 2026 neue Regeln dafür, wie Sie entsprechende Verbraucherhinweise bereitstellen müssen. Grundlage sind die EmpCo-Richtlinie (EU 2024/825), die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960 und das deutsche Umsetzungsgesetz.
1. EU-Gewährleistungslabel – Pflicht bei jedem Verkauf an Verbraucher
Worum es geht: Es handelt sich um einen EU-weit einheitlichen Hinweis auf die gesetzliche Gewährleistung von mindestens zwei Jahren. Kein Element daran darf verändert werden, weshalb eigene Logos, Farbanpassungen oder Textänderungen unzulässig sind.
Wo Sie es bekommen: Sie bekommen das EU-Gewährleistungslabel und auch das GARAN-Label kostenlos bei der EU-Kommission: Vorlagen der EU-Kommission.
Im Ladengeschäft: Hängen Sie das Label gut sichtbar und lesbar in auffälliger Weise aus, z. B. im Eingang, an Regalen oder an der Kasse. Vorgeschrieben ist farbig oder schwarz/weiß mit gut scanbarem QR-Code, mindestens DIN A4. Die Leitlinien der Kommission empfehlen abhängig von der Ladenfläche und dem Betrachtungsabstand ggfs. größere Formate wie DIN A1, A2 und A3.)
Im Onlineshop: Platzieren Sie das Label hervorgehoben, zwingend in Farbe, mit einem gut lesbaren QR-Code und einem anklickbaren Link zur offiziellen EU-Informationsseite so in Ihrem Onlineshop, dass es vor Vertragsschluss gut wahrnehmbar ist. Das Gewährleistungslabel muss zusätzlich auch mit der Vertragsbestätigung (in der Regel per E-Mail) bereitgestellt werden.
2. GARAN-Label – Verpflichtend nur bei zusätzlicher Herstellergarantie
Wann es gilt: Nur wenn der Hersteller freiwillig eine kostenlose Haltbarkeitsgarantie von mehr als zwei Jahren auf das gesamte Produkt gewährt. Vorsicht bei Registrierungsgarantien: Ob diese noch als kostenlos gelten, ist ungeklärt. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller nach.
Wer es erstellt: Nach den Leitlinien der EU-Kommission trägt der Hersteller Marke, Modell und Garantiedauer ein, weshalb Sie ggfs. das fertig ausgefüllte Label beim Hersteller anfordern können. Der Hersteller ist jedoch durch die Richtlinie und die Durchführungsverordnung nicht unmittelbar dazu verpflichtet, das GARAN-Label bereitzustellen. Stellt der Hersteller das Label nicht bereit, können Sie es auch selbst ausfüllen. Die übrigen Elemente dürfen nicht verändert werden. Informiert Sie der Hersteller nicht über eine Herstellergarantie, brauchen Sie kein Label. Nachforschen müssen Sie nicht.
Im Ladengeschäft: Das Label ist gut sichtbar und lesbar, farbig oder in schwarz/weiß direkt am Produkt in einer Mindestgröße von 95 x 100 mm und mit einem gut scanbaren QR-Code anzubringen. Befindet es sich bereits gut sichtbar auf der Verpackung, ist dies ausreichend. Wenn es keine Verpackung gibt, kann es am Produkt selbst angebracht werden. Das Label kann auch am Regal angebracht werden, wenn die leichte Zuordnung zum Produkt sichergestellt ist.
Im Onlineshop: Zeigen Sie das Label farbig und gut lesbar mit scanbarem QR-Code direkt am Produkt. Eine entsprechend den EU-Vorgaben reduziertes Label reicht, wenn beim ersten Klick/Roll-Over das ganze Label erscheint. Zusätzlich müssen Sie das Label im Checkout-Prozess und in der Bestätigungsmail als Grafik anzeigen.
Nicht vergessen: Das GARAN-Label ersetzt nicht die Garantiebedingungen nach § 479 BGB. Diese müssen Sie vom Hersteller anfordern, im Geschäft dem Endkunden aushändigen, im Onlineshop direkt am Produkt verlinken und der Bestätigungsmail beifügen.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) beteiligt sich an einem gemeinsamen Appell des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie einiger Unternehmen und Verbände für internationale Zusammenarbeit. Ziel der Initiative ist es, die Bedeutung internationaler Partnerschaften für eine starke Wirtschaft, nachhaltige Entwicklung, gute Arbeit und Wohlstand in Deutschland und weltweit hervorzuheben.
Deutschland ist in besonderem Maße auf verlässliche internationale Beziehungen angewiesen. „Offene Märkte und internationale Kooperation sind das Fundament unseres Wohlstands. Wenn wir globale Partnerschaften auf Augenhöhe stärken, fördern wir nicht nur faire Standards weltweit, sondern sichern auch die Wettbewerbsfähigkeit unseres Handelsstandorts“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Globale Lieferketten, der Zugang zu wichtigen Rohstoffen und Fachkräften sowie der Austausch von Wissen und Technologien sind zentrale Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Stabilität. Aktuelle geopolitische Entwicklungen zeigen zugleich, wie schnell internationale Krisen Lieferketten beeinträchtigen und die Wirtschaft vor große Herausforderungen stellen können.
Mit dem gemeinsamen Appell setzen die beteiligten Partner ein Zeichen für eine international ausgerichtete Wirtschaftspolitik und eine stärkere Zusammenarbeit.