Zum Hauptinhalt springen

Mo-Fr 8:00 - 17:00

0511 33708-0

Zum Start der Tarifrunde im Einzelhandel: Überzogene Gewerkschaftsforderungen gefährden Unternehmen und Arbeitsplätze

Zum Auftakt der ersten Tarifrunden für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hamburg warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) die Gewerkschaft ver.di vor den Folgen ihrer überzogenen Forderungen. Der Verband sieht die Branche in einer für viele Handelsunternehmen außerordentlich kritischen Lage. Das belegen auch die Ergebnisse einer aktuellen HDE-Trendumfrage unter 436 Handelsunternehmen in Deutschland.

Demnach beurteilen 46 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht, nur zehn Prozent als gut. Seit 2022 verlor der Einzelhandel nach neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit mittlerweile mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Jobs, damit beschleunigt sich die Dynamik beim Stellenabbau in der Branche weiter.

„Wir appellieren an die Gewerkschaft, die langfristigen und ernsten Folgen ihrer vollkommen überhöhten Forderungen zu überdenken. Wenn die Unternehmen wegen zu hoher Lohnkosten schließen müssen, kann das nicht im Interesse der Arbeitnehmer sein“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Wie dramatisch die Lage in der Branche ist, macht ein Blick auf die Ergebnisse der aktuellen HDE-Umfrage klar. Demnach erwarten 62 Prozent der Umfrageteilnehmer in diesem Jahr geringere Umsätze als im Vorjahr. Dazu kommen massiv steigende Kosten vor allem in den Bereichen Personal, Energie und Logistik. Insgesamt berichten 93 Prozent der Unternehmen von gestiegenen Kosten in den vergangenen beiden Jahren. „Diese schwierige Lage der Unternehmen hat Folgen: Viele Unternehmen sehen sich gezwungen, ihre Belegschaften zu verkleinern. Die Gewerkschaft muss erkennen, dass sie diese Effekte durch ihre überzogenen Forderungen massiv verstärken wird. Ver.di sollte in dieser Situation doch ein großes Interesse an Stabilität und Kooperation haben. Das vermissen wir allerdings bisher“, so Genth weiter. Den Umfrageergebnissen nach planen bereits heute 51 Prozent der Händler mit mehr als 100 Mitarbeitern, die Zahl ihrer Mitarbeiter in diesem Jahr zu verringern.

Für die nahe Zukunft ist keine Entlastung in Sicht: So rechnen 96 Prozent der Handelsunternehmen in den kommenden beiden Jahren mit weiter steigenden Kosten. Dabei ist der Druck im Bereich Personal (83%) und bei der Energie (74%) am höchsten. „Diese Tarifrunde findet in einer sehr ernsten Wirtschaftskrise statt. Dem muss auch ver.di Rechnung tragen. Wir als Arbeitgeber erwarten, dass die Gewerkschaft die Zeichen der Zeit erkennt, indem sie deutlich von ihren Maximalforderungen Abstand nimmt“, so Genth weiter. Schon im letzten Tarifabschluss ist man an die absolute Schmerzgrenze gegangen. Über die Laufzeit von 2023 bis 2025 waren damals bereits insgesamt 14 Prozent Gehaltserhöhung vereinbart worden. Damit entstand für die Beschäftigten im Einzelhandel nachweislich auch ein Reallohngewinn. Genth: „Damit ist klar: Wir haben keinen Nachholbedarf bei der Höhe von Löhnen und Gehältern.“

Die Tarifrunde im Einzelhandel startet am 24. April 2026 mit den ersten Verhandlungsrunden in den drei großen Tarifgebieten Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hamburg.

Quelle: HDE

Textilgesetz: HDE und BTE fordern mehr Herstellereinbindung und schlanke Strukturen

Nach der Vorstellung der Eckpunkte des Bundesumweltministeriums zur Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien und Schuhe in Deutschland haben heute der Handelsverband Deutschland (HDE) und sein Bundesfachverband BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren ihre gemeinsame Stellungnahme beim Ministerium eingereicht. Darin unterstreichen die beiden Verbände die Notwendigkeit der umfassenden Einbeziehung der Hersteller.

Das Eckpunktepapier des Ministeriums liefert erste Anhaltspunkte, wie Hersteller künftig für die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien und Altschuhen finanziell aufkommen sollen.

Aus Sicht der HDE-Geschäftsführerin für Nachhaltigkeit, Antje Gerstein, geht das Papier dabei in die richtige Richtung: „Wir bewerten es sehr positiv, dass das Umweltministerium mit seinen Eckpunkten den Grundstein für eine bürokratiearme und praxisnahe Umsetzung gelegt hat. Insbesondere ist sehr gut, dass hier frühzeitig die betroffenen Akteure mit ins Boot geholt werden, um ein System aufzubauen, das umsetzbar und an den europäischen Vorgaben orientiert ist. Gleichzeitig sehen wir noch Gestaltungsspielraum, vor allem in Bezug auf das Mitspracherecht und die Entscheidungsbefugnisse der betroffenen Hersteller. Wenn die Unternehmen das System bezahlen, müssen sie auch zumindest einen gewissen Einfluss auf die Ausgestaltung haben.“

Die beim Bundesumweltministerium eingereichte Stellungnahme der beiden Verbände HDE und BTE macht konkrete Vorschläge, wie eine Umsetzung aus Sicht der Händler und Hersteller aussehen kann. BTE-Geschäftsführer Sönke Padberg verweist auf die Notwendigkeit, eine schlanke Ausgestaltung sicherzustellen und die verschiedenen Produktbereiche gerecht zu adressieren: „Gerade im Bereich der Registrierung bietet es sich an, etablierte und gut funktionierende Systeme einzusetzen, die entsprechendes Know-how im Registrierungsprozess mitbringen. Außerdem sollte im weiteren Verfahren der EPR-Umsetzung auch darauf geachtet werden, dass einzelne Produktgruppen mit ihren besonderen Anforderungen gebührend berücksichtigt werden. Dies betrifft vor allem den Schuh- und den Heimtextilbereich. Dafür werden wir uns auch im weiteren Prozess stark machen. Besonders positiv bewerten wir den lösungsorientierten Input aller Beteiligten.“

Die Stellungnahme finden Sie unter: einzelhandel.de/15160

Aktuelle Studie: Unfairer Wettbewerb mit Temu und Shein kostet deutsche Wirtschaft 2,4 Milliarden Euro im Jahr

Die Online-Plattformen und Händler Temu und Shein liefern täglich 460.000 Pakete nach Deutschland, EU-weit sind es zwölf Millionen Pakete pro Tag (2025). Das Problem dabei: Die beiden Unternehmen verstoßen gegen zahlreiche EU-Regeln. Am Ende steht damit ein unfairer Wettbewerb, gegen den Händler aus der EU keine Chance haben.

Dadurch gehen laut aktueller IW-Studie im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) der deutschen Wirtschaft jährlich 2,4 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren, davon 1,3 Milliarden Euro allein im Einzelhandel.

„Die Lage ist eindeutig. Die Politik hat bei dem Thema trotz großer Versprechungen noch immer nicht geliefert. Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere Ware in unseren Markt, die mitunter gesundheitsgefährdend ist, und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins. Denn anders als Temu und Shein werden die hiesigen Händler streng kontrolliert und halten sich an alle Gesetze und Steuersätze“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die Missstände hinterlassen deutliche Spuren: Insgesamt entgehen Bund, Ländern und Kommunen durch Temu und Shein nach der aktuellen Studie 429 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr. Darüber hinaus fallen durch den unfairen Wettbewerb über 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland weg, davon 28.300 Arbeitsplätze allein im Einzelhandel.

„Die aktuellen Daten machen die Dramatik der Lage deutlich: Die massenhaften Regelverstöße von Temu und Shein schädigen den Einzelhandel und die gesamte deutsche Wirtschaft in großem Umfang. Wenn die Politik nach Jahren des Zuschauens hier nicht endlich massiv und spürbar tätig wird, dann sehe ich schwarz für den Standort Deutschland. Wenn sonst nichts hilft, muss bei solch massiven Regelverstößen der Stecker gezogen werden. Wettbewerb ist gut, aber er muss fair sein“, so von Preen weiter. Zudem fordert der HDE den Zoll auf, ähnlich wie in Frankreich bei der Einfuhr der Pakete mit massiven Schwerpunktkontrollen deutliche Signale zu setzen und den Kontrolldruck zu erhöhen. Darüber hinaus erneuert der Verband seine Forderung, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen solventen und in der Praxis erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss, damit bei Verstößen Sanktionen durchgesetzt und rechtskonformes Verhalten sichergestellt werden kann.

Die repräsentative IW-Studie im Auftrag des HDE wurde unter 4.000 Befragten im Alter von 16-69 Jahren durchgeführt. Der Zeitraum der Bevölkerungsbefragung lag im Februar 2026.

Weitere Informationen unter: www.einzelhandel.de/temu-shein 

Energie-Paket der EU-Kommission: Signal für Senkung der Stromsteuer

Angesichts der anhaltend angespannten wirtschaftlichen Lage hat die Europäische Kommission heute neue Pläne für Energiehilfen vorgelegt. Diese sehen unter anderem vor, den Mitgliedstaaten mehr Spielraum bei der Absenkung der Stromsteuer zu geben. Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet das ausdrücklich positiv, fordert aber nun gleichzeitig die Bundesregierung zu einer schnellen Nutzung der bestehenden Spielräume für eine Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen und Privatverbraucher auf.

„Die EU-Kommission hat verstanden, dass Strom und Energie schlicht zu teuer sind. Es ist richtig und wichtig, dass sie nun den Mitgliedsstaaten noch mehr Spielraum bei der Absenkung der Stromsteuer geben will“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die durch den Iran-Krieg weiter steigenden Energiekosten setzen den Handelsunternehmen in Deutschland zu. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung reichen nach einer kürzlich veröffentlichten HDE-Umfrage bei weitem nicht aus, um die Belastungen abzufedern. 85 Prozent bewerten beispielsweise die Kraftstoffsteuersenkung als unzureichend, 89 Prozent sehen sich durch Kostensteigerungen an der Schmerzgrenze. Der Handel ist davon doppelt betroffen: Zum einen steigen die Energiekosten in den Lieferketten und dem eigenen Unternehmen, zum anderen bleibt den Verbrauchern weniger für den Konsum im Geldbeutel.

„Die Bundesregierung muss schleunigst ihr schon im Koalitionsvertrag gegebenes Versprechen zur Senkung der Stromsteuer für alle einlösen. Es grenzt schon an Arbeitsverweigerung, wenn die Möglichkeiten, die die EU-Ebene richtigerweise gibt, nicht einmal annähernd genutzt werden. Die Pläne der EU-Kommission müssen eine starke Signalwirkung an die Bundesregierung entwickeln, umgehend tätig zu werden“, so von Preen weiter. Energie und Strom seien für alle zu teuer, nicht nur für einige privilegierte Industriebereiche, die aktuell schon von Stromsteuersenkungen profitieren.

Quelle: HDE

HDE bewertet Pläne für Gesundheitsreform positiv – Kritik an Pauschalanhebung der Beträge für Minijobber

Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz grundsätzlich positiv. Insbesondere eine einnahmenorientierte Ausgabenpolitik, eine stärkere Evidenzbasierung des Leistungskatalogs, die Streichung der vollständigen Tarifrefinanzierung, die Anpassung der Prüfquote im Krankenhaus, sowie der Patientenzuzahlungen an die Inflation und die zumindest eingeschränkte Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten sieht der Verband als mutige und richtige erste Schritte.

„Insbesondere die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten ist auch eine langjährige Forderung des HDE. Diese Maßnahme ist auch mit Blick auf den Fachkräftemangel längst überfällig und im Entwurf leider sogar noch zu vorsichtig ausgefallen“, erklärt Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer und Bereichsleiter Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik. Der Entwurf sieht vor, dass Eltern von Kindern bis zum siebten Geburtstag, sowie Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen und im Regel-Rentenalter weiter beitragsfrei bleiben. Kassenmitglieder mit beitragsfrei mitversicherten Ehepartnern sollen aber künftig einen Beitragszuschlag von 3,5 Prozent zahlen.

Kritisch bewertet der HDE aber die außerordentliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze um 3.600 Euro pro Jahr, beziehungsweise 300 Euro pro Monat, in der Krankenversicherung. „Dieses Vorhaben wurde von der Finanzkommission wegen der erheblichen Zusatzkosten zurecht abgelehnt“, mahnt Haarke.

Auch den Vorschlag, den Krankenversicherungsbeitragssatz für Minijobber, auf den allgemeinen Beitragssatz plus durchschnittlichen Zusatzbeitrag anzuheben, lehnt der HDE strikt ab. Haarke: „Der Einzelhandel beschäftigt über 800.000 Minijobber. Die Arbeitgeber leisten für Minijobber bereits heute alle Beiträge in Form einer überproportionalen Pauschalabgabe. Eine weitere Erhöhung dieser Abgabenlast, die ohnehin allein die Arbeitgeber bezahlen, wäre mit Blick auf die Praxis nicht mehr nachvollziehbar. In diesen schwierigen Zeiten hätte dies zudem eine fatale Signalwirkung an die gesamte Wirtschaft zur Folge. Denn Minijobs sind bereits heute für Arbeitgeber deutlich teurer als sozialversicherungspflichte Arbeitsplätze, sie sind aber insbesondere wegen der hohen Flexibilität bei Arbeitgebern und Beschäftigten gleichermaßen äußerst beliebt.“ Für den Einzelhandel sind Minijobs zur Abdeckung der branchenüblichen Stoßzeiten mittags und abends sowie auch an den Samstagen zudem von strukturell essenzieller Bedeutung, um eine verlässliche und flächendecke Versorgung weiter zu gewährleisten.

Zusätzlich fordert der HDE, dass der Staat für Bürgergeldbezieher künftig kostendeckende Beiträge zur Krankenversicherung zahlen soll. Bislang belastet die Unterfinanzierung die regulären Beitragszahler in Milliardenhöhe, obwohl es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt.

Quelle: HDE

Impulse zur Stärkung der Innenstädte in Deutschland

Die Innenstädte in Deutschland befinden sich im strukturellen Wandel. Leerstände, verändertes Konsumverhalten und steigende Kosten setzen sie unter Druck. Gleichzeitig bieten sich neue Chancen für Innovation, Nutzungsmischung und gesellschaftliche Belebung. Der Deutsche Städtetag und der Handelsverband Deutschland schlagen daher in einem gemeinsamen Plan fünf Maßnahmen vor.

Den Aktionsplan des Handelsverbands Deutschland und des Deutschen Städtetags finden Sie unter www.einzelhandel.de/stadt-handel 

Aktuelle HDE-Umfrage zum Iran-Krieg: Einzelhandel fordert wirksame Kostenentlastung

Angesichts der massiven Belastungen von Unternehmen und Verbrauchern fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) wirksame und schnelle Maßnahmen zur Entlastung. Eine aktuelle HDE-Trendumfrage zeigt die hohe Betroffenheit der Branche und die kritische Bewertung der bisher von der Bundesregierung getroffenen Maßnahmen.

„Die Kosten explodieren. Bei Energie und Personal hatten wir schon vor dem Iran-Krieg eine mehr als schwierige Situation. Das wurde und wird derzeit noch herausfordernder. Deshalb darf die Bundesregierung nicht bei den von ihr verkündeten Trostpflastern stehen bleiben. Wir brauchen echte Reformen mit nachhaltiger Wirkung“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die aktuelle HDE-Umfrage macht die große Unzufriedenheit im Einzelhandel deutlich: So bewerten 85 Prozent der befragten Händler die Kraftstoffsteuersenkung als unzureichend und als Tropfen auf den heißen Stein. Bei der Entlastungsprämie von 1000 Euro wird große Ablehnung sichtbar: 83 Prozent der Befragten sehen die Zahlung einer solchen Entlastung als staatliche Angelegenheit an, nicht als Leistung der Arbeitgeber. „Es kann doch nicht sein, dass der Staat den Bürgern Entlastung verspricht und dann die Unternehmen auffordert, das zusätzlich zum normalen Lohn aus ihren Budgets zu bezahlen. Das ist schlicht unredlich. Wer anschafft, muss auch zahlen. Ansonsten sorgt das in diesen ohnehin wirtschaftlich schwierigen Zeiten für enorme finanzielle Mehrbelastungen bei Unternehmen“, so von Preen weiter.

Die Handelsunternehmen sehen sich an der Schmerzgrenze. 89 Prozent rechnen infolge des Kriegs im Iran mit weiteren Kostensteigerungen und sind ratlos, wie sie die zusätzlichen Ausgaben erwirtschaften sollen. „Das sind dramatische Werte. Die Bundesregierung muss reagieren. Wir brauchen jetzt spürbare Entlastungen. Dazu muss endlich die Stromsteuer für alle Unternehmen und Privatverbraucher auf das zulässige Minimum abgesenkt werden. Gleichzeitig ist der Faktor Arbeit zu teuer, wir brauchen einen Deckel für die Lohnnebenkosten bei 40 Prozent“, so der HDE-Präsident. Die HDE-Umfrage zeigt, dass aufgrund der Kostensteigerungen 72 Prozent der Händler kurz- und mittelfristig Arbeitsplätze in ihren Unternehmen in Gefahr sehen.

Die Umfrage wurde vom Handelsverband Deutschland vom 16. bis zum 20. April 2026 durchgeführt. Insgesamt antworteten 436 Handelsunternehmen aus ganz Deutschland.

Quelle: HDE

Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025: Ladendiebstahl weiterhin auf hohem Niveau – Handelsverband fordert Konsequenzen und wirksame Bekämpfung

Die Zahl der Ladendiebstähle in Deutschland bleibt nach wie vor auf hohem Niveau. Das zeigt die heute veröffentlichte polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der einfachen Ladendiebstähle zwar um sechs Prozent. Das ist aber aus Sicht des Handelsverbandes Deutschland (HDE) kein Grund zur Entwarnung. Denn viele Taten werden nicht angezeigt und tauchen dementsprechend gar nicht in der Statistik auf.

Bei den schweren Ladendiebstählen etwa durch Banden verharrt der Wert mit insgesamt über 25.000 angezeigten Taten auf dem hohen Vorjahresniveau.

„Der leichte Rückgang der Ladendiebstähle im Vergleich zum Vorjahr darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Einzelhandel jährlich ein Schaden von drei Milliarden Euro durch Diebstahl entsteht. Die Zahl der Ladendiebstähle ist nach wie vor inakzeptabel hoch. Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt“, mahnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die polizeiliche Kriminalstatistik weist zudem zurecht auf ein sehr großes Dunkelfeld hin, da bei weitem nicht alle Taten angezeigt werden. Der HDE schätzt, dass so mehr als 90 Prozent der Ladendiebstähle gar nicht Aufnahme in die Statistik finden. „Viele Handelsunternehmen geben an, dass in der Praxis Anzeigen nicht weiterverfolgt und nach kurzer Zeit fallen gelassen werden. Daher ersparen sie sich oftmals den Aufwand und bringen Diebstähle gar nicht zur Anzeige. Wir fordern deshalb die konsequentere und spürbarere Bestrafung von Ladendiebstählen“, so Genth.

Der schwere, beispielsweise bandenmäßig organisierte, Ladendiebstahl ist ein besonders großes Problem für den Einzelhandel. Die aktuellen Zahlen belegen, dass die Fälle 2025 im Vergleich zum Vorjahr weiterhin auf konstant hohem Niveau bleiben. „Insbesondere der bandenmäßig organisierte und gewerbsmäßige Ladendiebstahl muss intensiver bekämpft werden. Handelsunternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass der Staat mit seinen Behörden die Achtung und den Schutz des Eigentums zuverlässig und effizient sicherstellt. Da braucht es eine konsequentere Strafverfolgung und Sanktionierung der überführten Täter. Nur so lassen sich organisierte Banden abschrecken“, so Genth.

Weitere Informationen unter: einzelhandel.de/stopladendiebstahl

Parlamentswahl in Ungarn – Handelsverband begrüßt pro-europäischen Kurswechsel

Nach der Parlamentswahl in Ungarn und dem deutlichen Sieg der reformorientierten Tisza-Partei unter Péter Magyar sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) die Chance für grundlegende Korrekturen in der ungarischen Wirtschafts- und Europapolitik.

„Wir begrüßen den Wahlausgang ausdrücklich. Ungarn hat sich für einen Kurs entschieden, der eine stärkere Zusammenarbeit mit der Europäischen Union ermöglicht. Damit kann auch der EU-Binnenmarkt wieder weiter in den Mittelpunkt rücken“, so die HDE-Geschäftsführerin für Europapolitik, Antje Gerstein. Die Wahl galt im Vorfeld als richtungsweisend für die zukünftige Rolle Ungarns in der EU und wurde von vielen Beobachtern als Entscheidung zwischen weiterer Abschottung und einer Rückkehr zu europäischer Integration bewertet.

Aus Sicht des HDE ist mit dem Regierungswechsel insbesondere die Hoffnung verbunden, dass wirtschaftspolitische Eingriffe der vergangenen Jahre überprüft und zurückgenommen werden. Dazu zählen Maßnahmen wie Margenbegrenzungen, staatliche Preisvorgaben sowie Verpflichtungen zur Lagerhaltung und Angebotsgestaltung, die insbesondere ausländische – und damit vorwiegend deutsche – Handelsunternehmen belasten. „Diese Eingriffe wurden regelmäßig mit der Inflationsbekämpfung begründet, dienten jedoch vielfach innenpolitischen Zwecken und gingen zulasten fairer Wettbewerbsbedingungen im europäischen Binnenmarkt“, so Gerstein weiter.

Der HDE erwartet nun, dass Ungarn unter der neuen Regierung zu mehr Rechtsstaatlichkeit, verlässlichen Rahmenbedingungen und einer freien Marktwirtschaft zurückkehrt. „Der Wahlausgang zeigt deutlich, dass protektionistische und marktverzerrende Maßnahmen keinen nachhaltigen Erfolg bringen. Wir hoffen, dass Ungarn künftig wieder ein verlässlicher Partner im europäischen Binnenmarkt wird – im Interesse von Unternehmen wie auch der Verbraucherinnen und Verbraucher“, betont Gerstein abschließend.

Quelle: HDE

Wir suchen das Gesicht des Handels 2026

Der HDE sucht auch 2026 wieder ein Gesicht des Handels. Bewerben können sich alle, die im Einzelhandel beschäftigt sind. Zu gewinnen gibt es eine Reise nach Berlin und 1.000 Euro Taschengeld sowie die Teilnahme am Handelskongress Deutschland.

Mit dem Preis für das Gesicht des Handels würdigt der HDE das große Engagement und die wichtige Rolle der Beschäftigten im Einzelhandel. Bewerben können sich alle, die im Einzelhandel tätig sind. Ausgeschlossen sind Inhaber und Unternehmenseigentümer. Der HDE verleiht die Auszeichnung bereits seit 2011. Das Gesicht des Handels wird von einer Jury aus Personalexperten von Handelsunternehmen ausgewählt.

Die Verleihung des Titels erfolgt sodann im Rahmen des Handelskongresses Deutschland, der am 18. und 19. November 2026 in Berlin stattfindet (mehr Informationen unter www.handelskongress.org). Als Preis winken dem Gesicht des Handels und einer Begleitperson eine Reise nach Berlin inklusive zwei Karten für den Handelskongress, zwei Hotelübernachtungen sowie 1.000 Euro Taschengeld. Es warten Blicke hinter die Kulissen der Veranstaltung und spannende Begegnungen in der Hauptstadt.

Wer das Gesicht des Handels 2026 werden möchte, kann sich bis zum 1. September 2026 online bewerben. Um an dem Wettbewerb Gesicht des Handels teilnehmen zu können, müssen die Bewerberinnen und Bewerber ihre persönlichen Daten, ein Foto und ein kurzes Motivationsschreiben (max. 4.000 Zeichen) absenden.

Hier geht’s zur Bewerbung