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Vor informeller Klausurtagung der europäischen Regierungschefs: HDE fordert Ende von Wettbewerbsverzerrungen und Wachstumshemmnissen

Anlässlich der am 12. Februar stattfindenden informellen Klausurtagung des Europäischen Rates appelliert der Handelsverband Deutschland (HDE) in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, sich für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher und europäischer Unternehmen, für weniger Regulierung und die konsequente Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs mit Händlern und Plattformen aus Drittstaaten einzusetzen.
„Die EU-Führungsspitzen müssen endlich dafür sorgen, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen deutlich erhöht. Wir brauchen jetzt einen echten Aufbruch“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Der Einzelhandel baue drauf, dass sich Bundeskanzler Friedrich Merz beim informellen Europäischen Rat in der kommenden Woche entschlossen hierfür einsetze. Wettbewerbsverzerrungen und Wachstumshemmnisse müssten endlich beseitigt werden. Dass etwa Akteure wie Temu oder Shein den europäischen Markt mit billigster, teils gefährlicher Ware fluteten, sei ein unhaltbarer Zustand. „Die fehlende Rechtsdurchsetzung hat eine massive Wettbewerbsverzerrung zur Folge. Hiesige Händler ersticken in Bürokratie und Compliance-Vorgaben, während sich Händler und Plattformen aus Drittstaaten systematisch europäischen Standards entziehen. Das darf so nicht bleiben“, betont von Preen. Es müsse zwingend ein Level Playing Field geben. „Wer sich nicht an die Regeln hält, darf auf unserem Markt nicht mitspielen. Wenn diese Plattformen Sicherheits- und Umweltstandards weiter missachten, muss als ultima ratio der Import gestoppt werden“, so von Preen weiter.

Auch in der Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie sieht der HDE eine große Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. „Die Entgelttransparenzrichtlinie droht nicht nur zum bürokratischen Albtraum zu werden, sie ist ein direkter Angriff auf die bewährte Sozialpartnerschaft in Deutschland“, warnt von Preen. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse sich daher für die unverzügliche Einleitung eines „Stop-the-Clock“-Verfahrens einsetzen. „Es gilt, das Vorhaben grundlegend neu zu denken, bevor es unsere erfolgreiche Tarifautonomie untergräbt und den Mittelstand lahmlegt“, so von Preen. Tarifverträge dürften auch in Zukunft keinesfalls durch legislative Akte unterwandert oder relativiert werden. Dies schwäche die Tarifbindung und stünde damit im krassen Widerspruch zum Ziel der Bundesregierung, die Tarifbindung wieder stärken zu wollen.

Regulierung abzubauen und zu vereinfachen, muss aus Sicht des HDE das gemeinsame Ziel der europäischen Regierungschefs sein. „Der Handel wird durch die überbordende Regulierung extrem beeinträchtigt“, so von Preen. So würde etwa die neue EmpCo-Richtlinie zur Vereinheitlichung der Nachhaltigkeitssiegel auf den Verpackungen die Vernichtung von 100 Millionen einwandfreien Produkten zur Folge haben, nur weil ausreichende Übergangsfristen fehlten. Zudem sei die Umsetzung der Gebäudeeffizienz-Richtlinie, die auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur fördern soll, ein staatlich verordnetes Programm zur Produktion von Elektroschrott, da nur die Anzahl der Ladepunkte und nicht deren Qualität verfolgt werde.

„Der Einzelhandel ist bereit, den Aufschwung mitzugestalten. Aber dafür brauchen wir jetzt Rahmenbedingungen, die unternehmerischen Mut belohnen und nicht bestrafen. Machen Sie diese Punkte zur Chefsache“, appelliert von Preen an Bundeskanzler Friedrich Merz.

Quelle: HDE

Valentinstag: Einzelhandel rechnet mit Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro

Der Valentinstag am 14. Februar ist in Deutschland ein beliebter Einkaufsanlass. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet in diesem Jahr rund um den Tag der Verliebten mit zusätzlichen Umsätzen in Höhe von über einer Milliarde Euro. Wie eine im Auftrag des HDE durchgeführte Umfrage zeigt, plant ein Fünftel der Verbraucherinnen und Verbraucher, zu diesem Anlass Ausgaben zu tätigen.

„Der Valentinstag ist für viele Verbraucherinnen und Verbraucher eine Herzensangelegenheit. Mit anlassbezogenen Sortimenten sorgt der Handel dafür, dass alle kleine Aufmerksamkeiten für ihre Liebsten finden können“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Laut Umfrage planen 20 Prozent der Verbraucher, anlässlich des Valentinstags einzukaufen. Das sind knapp acht Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Grund dafür ist unter anderem, dass der Valentinstag und der Karnevalssamstag in diesem Jahr auf einen Tag fallen. Jeder zwölfte befragte Konsument gibt daher an, auf den Valentinstag zu verzichten und stattdessen Karnevalsausgaben zu tätigen. Der HDE geht von entsprechend geringeren zusätzlichen, anlassbezogenen Umsätzen zum Valentinstag aus. Lagen diese im Vorjahr 2025 noch bei 1,3 Milliarden Euro, sind es 2026 voraussichtlich nur 1,18 Milliarden Euro.

Die meisten Verbraucher, die in diesem Jahr rund um den Valentinstag mit Ausgaben planen, wollen gleich viel ausgeben wie im Vorjahr (59 Prozent). Mehr als ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) plant hingegen, weniger auszugeben als im vergangenen Jahr. Ein knappes Fünftel (19 Prozent) gibt an, mehr Geld für Valentinsgeschenke ausgeben zu wollen.

Anlässlich des Valentinstags greifen die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem zu Blumen und Pflanzen sowie zu Lebensmitteln. Auch Geschenkgutscheine, Dekoartikel und Kosmetikartikel sowie Uhren und Schmuck werden zu diesem Anlass häufig gekauft.

Die bevölkerungsrepräsentative Befragung wurde im Auftrag des HDE vom IFH Köln durchgeführt. Befragt wurden 500 Personen.

Mehr Informationen unter http://www.einzelhandel.de/valentinstag

Einzelhandel vor herausforderndem Jahr – Forderung nach Kostenentlastungen an Politik

Umsatzprognose für 2026: +2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 

Die Rahmenbedingungen für den Konsum und den Einzelhandel bleiben auch im Jahr 2026 schwierig. Das zeigen die Einschätzungen von knapp 600 Handelsunternehmen in einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach rechnen in diesem Jahr 49 Prozent der Befragten mit Umsätzen unter Vorjahr. Mit Blick auf dieses Umfeld rechnet der HDE in seiner heute vorgestellten Jahresprognose für 2026 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent im Vergleich im Vorjahr für den Einzelhandel in Deutschland. Um die Lage für die Handelsunternehmen zu verbessern, fordert der HDE die Politik auf, Kostentreiber wie die hohen Energiepreise abzusenken. Aber auch die Gewerkschaft ver.di sieht der Verband in der anstehenden Tarifrunde in der Verantwortung.

„Das neue Jahr beginnt für den Einzelhandel ohne richtigen Schwung. Die Verbraucherstimmung macht am aktuellen Rand zwar Hoffnung auf Besserung, verharrt aber weiterhin auf unbefriedigendem Niveau. Zu groß ist angesichts geopolitischer Konflikte und eines erratischen US-Präsidenten die Verunsicherung“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die schlechte Stimmung in der Branche bestätigt die aktuelle HDE-Umfrage. Demnach kalkulieren 49 Prozent der Händler mit schlechteren Umsätzen als noch 2025, 29 Prozent hoffen, das Vorjahresniveau zu erreichen und nur 23 Prozent gehen von einer Steigerung aus. Angesichts der herausfordernden Rahmendaten prognostiziert der HDE für 2026 ein Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr von nominal zwei Prozent. Real bedeutet das ein Plus von einem halben Prozent. Der Online-Handel bleibt auch 2026 der Wachstumstreiber der Branche. Hier werden die Umsätze laut HDE-Prognose um nominal 4,4 Prozent zulegen, das steht für ein reales Plus von 3,5 Prozent. Die Umsätze im Einzelhandel in Deutschland werden dieses Jahr damit voraussichtlich bei 697,4 Milliarden Euro liegen, der Online-Handel wird dazu 96,3 Milliarden Euro beitragen.

„Es sieht derzeit nicht nach dem großen Aufatmen im Einzelhandel aus. Wir brauchen jetzt eine echte Aufbruchsstimmung. Da ist die Bundesregierung gefragt, mit den richtigen Maßnahmen einen Aufwärtstrend auszulösen“, so der HDE-Präsident. Die HDE-Umfrage macht deutlich, dass die Unternehmen insbesondere beim Thema Bürokratie auf Erleichterungen hoffen. 59 Prozent sehen das als Top-Thema. Insbesondere die hohen Kosten machen den Händlern Kopfschmerzen. Sowohl im Bereich Energie als auch bei den steigenden Kosten für den Faktor Arbeit ist dringende Hilfe gefordert. Von Preen: „Es braucht Entlastungen, die auch tatsächlich ankommen. Die Stromsteuer muss endlich zeitnah für alle gesenkt werden. Und bei den Sozialversicherungsbeiträgen braucht es eine dauerhafte 40-Prozent-Obergrenze.“ Was passiert, wenn die Arbeitskosten weiter steigen, wird in der HDE-Umfrage überdeutlich. Für diesen Fall gehen 77 Prozent der Befragten von negativen Beschäftigungseffekten aus. Die selbst in den schwierigen Corona-Jahren immer weiter Arbeitsplätze aufbauende Branche verlor seit 2022 bereits 60.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Der HDE warnt deshalb vor der anstehenden Tarifrunde die Gewerkschaft ver.di vor weiteren Belastungen durch unverhältnismäßige Forderungen. Die Tarifrunde im Einzelhandel beginnt im April 2026. In der Branche sind 3,1 Millionen Menschen beschäftigt. Die Tarifrunde ist damit eine der größten in Deutschland.


Mehr Informationen unter https://einzelhandel.de/hdepk

HDE-Konsumbarometer im Februar: Verbraucherstimmung verbessert sich leicht trotz gesamtwirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten, Stimmungsniveau bleibt aber schwach

Der positive Trend bei der Verbraucherstimmung hält an. Wie aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervorgeht, hellt sich die Stimmung im Februar auf. Demnach klettert der Index auf den höchsten Stand seit dem Sommer vergangenen Jahres. Dennoch bleibt das Stimmungsniveau aber schwach. Abzuwarten ist nun, ob die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland auch in den kommenden Wochen von geopolitischen Turbulenzen unbeeindruckt bleiben, ihre Unsicherheit ablegen und sich der Aufwärtstrend dadurch weiter fortsetzen kann.

Die geplante Konsumaktivität der Verbraucherinnen und Verbraucher verändert sich im Vergleich zum Vormonat kaum. Ihre Kaufzurückhaltung nimmt nicht spürbar ab, vielmehr steigt die Anschaffungsneigung nur minimal. Zudem haben die Verbraucher nicht vor, weniger zu sparen. Ihre Sparneigung verbleibt nahezu auf dem Vormonatsniveau. Das gesamtwirtschaftliche und geopolitische Umfeld scheint weiterhin für Verunsicherung und den Wunsch zur Stärkung des eigenen Finanzpolsters zu sorgen. Vorbei ist allerdings die Zeit des sich abschwächenden privaten Konsums. Es ist davon auszugehen, dass er in den nächsten Monaten zunehmen wird. Bevor jedoch eine merkliche Erholung mit deutlichem Wachstum einsetzt, müssen sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen noch verbessern.

Während sich die Unternehmen zu Jahresbeginn wenig enthusiastisch zeigen und auch bei den jüngsten Konjunkturprognosen der Optimismus abnimmt, sind die Verbraucherinnen und Verbraucher zuversichtlich. Ihre Konjunkturerwartungen legen zu, sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Verbraucher blicken damit deutlich optimistischer auf die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Das spiegelt sich auch in ihren Erwartungen für die eigene Einkommenssituation wider, die sich ebenfalls erhöhen.

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hellt sich im Februar weiter auf. Dass die Verbraucherinnen und Verbraucher Hoffnung auf eine Rückkehr des gesamtwirtschaftlichen Wachstums haben, lässt den positiven Stimmungstrend anhalten. Ihre Unsicherheit legen sie in dem aktuell noch immer volatilen Umfeld allerdings nur langsam ab. Eine spürbare Erholung des privaten Konsums ist erst dann zu erwarten, wenn die Verbraucher die Chance für einen nachhaltigen Konjunkturaufschwung sehen.

Das jeweils am ersten Montag eines Monats erscheinende HDE-Konsumbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren. Das Konsumbarometer, das vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE erstellt wird, hat eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

Weitere Informationen unter: https://einzelhandel.de/konsumbarometer

Kein deutscher Sonderweg: 17 Wirtschaftsverbände fordern Ende des nationalen Lieferkettengesetzes

Berlin/Frankfurt – Nach der ersten Lesung zur Änderung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) im Deutschen Bundestag fordern 17 führende Wirtschaftsverbände – darunter auch der HDE – das vollständige Aussetzen des LkSG. Die bislang vorgesehenen Änderungen reichen aus Sicht der Verbände nicht aus, um Unternehmen spürbar zu entlasten.

Berlin/Frankfurt – Nach der ersten Lesung zur Änderung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) im Deutschen Bundestag fordern 17 führende Wirtschaftsverbände – darunter auch der HDE – das vollständige Aussetzen des LkSG. Die bislang vorgesehenen Änderungen reichen aus Sicht der Verbände nicht aus, um Unternehmen spürbar zu entlasten.

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Der Gesetzentwurf beschränkt sich im Wesentlichen auf die Streichung der Berichtspflicht und eine Reduzierung von Sanktionen. Die umfassenden Sorgfaltspflichten entlang globaler Lieferketten sowie die detaillierten Dokumentationsanforderungen bleiben jedoch bestehen. „Spürbare Entlastungen sind somit nicht zu erwarten“, stellen die Verbände in einem Schreiben an Bundestag und Bundesregierung klar. Kernforderung der Verbände ist daher, das LkSG auszusetzen. Gleichzeitig müsse die Bundesregierung ihre Zusage aus dem Koalitionsvertrag einlösen und die im Dezember 2025 auf EU-Ebene beschlossenen Änderungen zur Lieferkettenregulierung („Omnibus I“) zügig in einer bürokratiearmen und praxisnahen Form umsetzen. „Dieses Versprechen muss jetzt eingelöst werden.“

Sollte das LkSG nicht ausgesetzt werden, treten die Verbände dafür ein, zumindest den nationalen Anwendungsbereich unverzüglich an den der europäischen Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) anzupassen. Dieser erfasst nur noch sehr große Unternehmen. Entsprechend sollten Unternehmen, die künftig nicht mehr von der europäischen Regelung erfasst sind, auch national nicht länger verpflichtet werden, so die Verbände. Andernfalls drohten Wettbewerbsnachteile und Rechtsunsicherheit.

„Deutschland muss seinen nationalen Sonderweg beenden und die laufende LkSG-Novelle gezielt für spürbare Entlastungen nutzen“, betonen die Verbände. Diese bis 2029 zu verschieben, sei keine Option. “Wir fordern Bundestag und Bundesregierung auf, die notwendigen Maßnahmen unverzüglich auf den Weg zu bringen”, so die klare Botschaft.

 >> hier den genzen Brief lesen

Teilzeit-Debatte: HDE sieht MIT-Vorschlag als wichtigen Anstoß für Gestaltung eines zukunftsfähigen Arbeitsrechts und Wirtschaftsstandorts

Die von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU vorgeschlagene Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) als wichtigen Anstoß für eine Debatte über den Umgang mit der dramatisch schwierigen Wirtschaftslage in Deutschland.

Der HDE hält den Vorstoß, das geltende Arbeitsrecht mit Blick auf gesamtwirtschaftliche Herausforderungen zu hinterfragen und anzupassen, für mehr als gerechtfertigt. Zentral sind hier laut Verband aber vor allem auch Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein Wechsel von der täglichen hin zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit.

„Mit ihrem Vorschlag hat die MIT eine überfällige Debatte angestoßen. Nur wenn wir auch bestehende arbeitsrechtliche Regelungen hinterfragen, können wir die erfolgreiche Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland sichern. Denn die fetten Jahre sind leider vorbei“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Unbestritten sei, dass Arbeitgeber und Beschäftigte auch in Zukunft weiterhin einvernehmlich Teilzeit vereinbaren können. Der Einzelhandel sei eine große Teilzeitbranche mit überwiegend weiblicher Beschäftigung. „Umso wichtiger ist es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf konsequent zu optimieren. Dafür muss die Möglichkeit einer Kleinkinderbetreuung an allen Werktagen bis 20 Uhr zum Standard werden, also auch an Samstagen“, so Genth.

Ein wichtiger Schritt liegt laut HDE zudem in einem Wechsel von der täglichen hin zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit, wie auch bereits im Koalitionsvertrag vereinbart und nach EU-Recht umsetzbar. „Es braucht insgesamt eine Flexibilisierung und Modernisierung des Arbeitszeitrechts. Hier ist politisches Handeln gefragt“, fordert Genth. Durch seine starren Regelungen zur täglichen Höchstarbeitszeit verliere Deutschland im internationalen Kampf um Fachkräfte stetig an Wettbewerbsfähigkeit. Der deutsche Sonderweg innerhalb der EU müsse endlich ein Ende haben. „Unsere europäischen Partner gehen hier längst voran. Daran sollte sich Deutschland orientieren und für mehr individuelle Flexibilität im Arbeitszeitrecht sorgen“, so Genth.

Quelle: HDE

Reform des Sozialstaats: HDE bewertet Vorschläge positiv und betont Bedeutung von Minijobs für den Einzelhandel

Nach der gestrigen Übergabe des Abschlussberichts der Kommission zur Sozialstaatsreform an Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas setzt sich der Handelsverband Deutschland (HDE) für eine aktivierende Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung ein.

Der HDE bewertet die Reformvorschläge insgesamt positiv, hält allerdings die Kritik der Kommission an den für den Einzelhandel weiter enorm wichtigen Minijobs für nicht nachvollziehbar. Das Reformkonzept soll spürbare Erleichterungen für Bürgerinnen und Bürger bringen, den Verwaltungsvollzug deutlich vereinfachen und einen digitalen Neustart des Sozialstaats auf den Weg bringen. Der Bericht enthält 26 Empfehlungen in vier Handlungsfeldern.

„Die umfassenden Vorschläge der Kommission sind insgesamt durchaus zielführend und bieten die Chance, den Sozialstaat zu erneuern“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales. Die Zusammenlegung von Wohngeld, Kinderzuschlag und Grundsicherung sei konsequent und könne den Sozialstaat übersichtlicher und auch effizienter machen. „Im Rahmen der Reform muss aber zwingend auch eine aktivierende Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung angestrebt werden, die die Menschen schnellstmöglich wieder in Arbeit bringt, damit erst gar keine Sozialleistungen ausgezahlt werden müssen“, so Haarke weiter. Es reiche hier keinesfalls aus, nur die Geldleistungen im Verwaltungsapparat effektiver zu bündeln.

Die Kritik der Kommission an den Minijobs ist aus Sicht des HDE sachlich absolut nicht nachvollziehbar und mit Blick auf die aktuell konjunkturell äußerst herausfordernden Zeiten kontraproduktiv. „Die Kommission stellt in ihrem Bericht ja sogar selbst zutreffend fest, dass sie für dieses Thema gar nicht zuständig ist“, so Haarke. Minijobs seien bei Arbeitgebern und Beschäftigten in der Praxis je nach individueller Lebenssituation äußerst beliebt und würden zumeist auch ganz gezielt angefragt, beispielsweise von Rentnern, Schülern, Studenten und Personen mit Pflegeverantwortung für Angehörige. Zudem handele es sich weiterhin um ein unverzichtbares Flexibilitätsinstrument im Einzelhandel, um etwa die branchenspezifischen Stoßzeiten mittags und abends abzudecken. „Viel wichtiger und auch dringend geboten ist es, dass die Politik jetzt schnell die Reform der Sozialversicherungen mutig und entschlossen angeht“, fordert Haarke. Die Kosten für den Faktor Arbeit dürften nicht immer weiter ansteigen. „Sonst gerät die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands mehr und mehr in Gefahr“, warnt Haarke.

Quelle: HDE

Winterschlussverkauf startet am 26. Januar 2026

Der letzte Montag im Januar läutet im Einzelhandel traditionell den freiwilligen Winterschlussverkauf (WSV) ein. Der Starttermin für den WSV fällt in diesem Jahr auf den 26. Januar.
„In den nächsten Wochen warten im Handel wieder besondere Schnäppchen auf die Kundinnen und Kunden. Traditionell nutzen viele Handelsunternehmen den Winterschlussverkauf, um Platz für das Frühjahrssortiment zu machen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Besonders der Modehandel räume durch WSV-Rabatte seine Lager für die neuen Kollektionen. In einigen Geschäften sei die Auswahl an Herbst- und Winterware noch groß. „Es lohnt sich, beim Einkaufsbummel Ausschau nach WSV-Aktionen zu halten“, so Genth weiter.

Im Rahmen des Winterschlussverkaufs werden vor allem Mode, Schuhe, Lederwaren, Heimtextilien sowie Sportbekleidung reduziert. Aber auch viele Möbelgeschäfte, Bau- und Elektronikmärkte bieten preisreduzierte Ware an. Der WSV dauert in der Regel zwei Wochen. Da viele Menschen die traditionellen Schlussverkäufe fest eingeplant haben, bietet der Einzelhandel WSV und Sommerschlussverkauf (SSV) auch nach dem Wegfall der gesetzlichen Grundlage im Jahr 2004 weiterhin an.

Quelle: HDE

HDE unterstützt Vorstoß zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung

Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet die von der Bundesregierung angestoßene Debatte über eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung positiv. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist laut HDE die mit Abstand teuerste allein von den Arbeitgebern finanzierte Sozialleistung in Deutschland.

Die hohe Ausgabendynamik bei den Lohnfortzahlungskosten sowie auch den Sozialversicherungsbeiträgen habe den kritischen Wert längst überschritten.

„Die telefonische Krankschreibung muss wieder abgeschafft werden. Sie erleichtert die Krankmeldung in zu hohem Maße und öffnet damit in der Praxis Missbrauch Tür und Tor“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Seit Einführung der unbefristeten telefonischen Krankschreibung für gesetzlich Versicherte Ende 2023 seien die Krankschreibungen in Deutschland nachweislich stark angestiegen und hätten sich inzwischen auf einem sehr hohen Stand eingependelt. „Die Lösung liegt doch auf der Hand. Die telefonische Krankschreibung sollte abgeschafft werden. In zwei Jahren lässt sich dann evaluieren, ob sich der Krankenstand normalisiert hat“, so Genth. Auch der aktuelle Koalitionsvertrag biete dafür eine gute Grundlage, denn darin sei unter anderem geregelt, dass man Missbrauch bei der telefonischen Krankschreibung zukünftig ausschließen wolle.

Kritisch blickt der HDE auch auf die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), die seit dem 1. Januar 2023 für Arbeitgeber in Deutschland verpflichtend ist und in der Praxis weiterhin als zu bürokratisch wahrgenommen wird. „Bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung könnte man bereits durch kleine Anpassungen große Entlastungen für die Unternehmen erzielen“, so Genth. Der HDE schlägt vor, das sehr aufwändige „Pull-Verfahren“, nach dem die Arbeitgeber aktuell noch die eAU von Beschäftigten jedes Mal bei der jeweiligen Krankenkasse eigenständig abfragen müssen, in ein praxistaugliches und unbürokratisches „Push-Verfahren“ zu überführen. Die jeweilige Krankenkasse müsste dem Arbeitgeber das Vorliegen der eAU dann proaktiv mitteilen. „Hier muss die Politik jetzt handeln“, fordert Genth.

Quelle: HDE

Anstehende Tarifrunde im Einzelhandel: HDE schlägt Alarm und warnt vor Überforderung der Branche

Vor dem Start der Tarifrunde im deutschen Einzelhandel in diesem Frühjahr warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor zu hohen Gewerkschaftsforderungen und Jobverlusten in historisch herausfordernden Zeiten für die Branche.
„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind aktuell weiter insgesamt sehr schlecht, davon kann sich auch der Einzelhandel nicht abkoppeln. Steigende Arbeitskosten etwa durch zu hohe Tarifabschlüsse, erdrückende Bürokratie- und Regulierungslasten und weiter wachsende Sozialversicherungsabgaben sind in dieser schwierigen Lage ein regelrechter Giftcocktail, der massenhaft Arbeitsplätze im Einzelhandel gefährden kann“, so HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke. Der Handel stehe ausdrücklich zur Sozialpartnerschaft, die ein sehr hohes Gut sei. Positiv zu bewerten sei zudem der aktuelle Vorstoß von DGB-Chefin Yasmin Fahimi für ein „Bündnis für Arbeit und Innovation“ der Sozialpartner im Bundeskanzleramt. „Diese Initiative zeigt ganz deutlich, dass die Gewerkschaften die Dramatik der Lage für den Wirtschaftsstandort Deutschland inzwischen auch erkannt haben“, so Haarke.

Wichtig ist aus Sicht des HDE aber vor allem, dass alle Akteure auch die verfassungsrechtlich geschützte Tarifautonomie wieder mehr in den Fokus nehmen. „Die Steigerungen des gesetzlichen Mindestlohns fressen sich immer tiefer in die Tarifwerke hinein. Das wird zunehmend zu einer schweren Hypothek für die Tarifvertragswerke aller Branchen“, betont Haarke. Vor dem Start der diesjährigen Tarifrunden im Einzelhandel mit mehr als 3,1 Millionen Beschäftigten warne der HDE daher eindringlich davor, durch zu hohe gewerkschaftliche Lohn- und Gehaltsforderungen eine Erwartungshaltung bei den Beschäftigten zu erzeugen, die dem Realitätscheck am Ende nicht standhalte. Der letzte Tarifabschluss hat den Beschäftigten im Einzelhandel über die Laufzeit von 2023 bis 2025 insgesamt 14 Prozent Gehaltserhöhung eingebracht und damit nachweislich auch einen satten Reallohngewinn. „Damals haben wir hoch ins Regal gegriffen und das in extrem schwierigen Zeiten für die Branche“, so Haarke weiter. Diese Tariflohnsteigerung ist in Anbetracht der aktuellen Wirtschaftslage und der steigenden Kosten für viele Arbeitgeber im Handel kaum zu schultern. „Es besteht in diesem Jahr kaum noch Verteilungsspielraum, ansonsten drohen massenhaft Jobverluste in der Branche. Die Gewerkschaft ist nun in der Verantwortung, der Branche keinen irreversiblen Schaden zuzufügen“, so Haarke weiter.

Deutschland bewegt sich auf einen neuen Höchststand bei den Arbeitslosenzahlen zu. So waren im Dezember 2025 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sogar wieder 2,9 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Auch im Einzelhandel waren die Beschäftigungszahlen erstmals wieder rückläufig. So hat die Branche seit 2022 nach einer aktuellen Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit mehr als 60.000 sozialversicherungspflichtige Jobs verloren. „Das dürfte leider noch nicht das Ende der Fahnenstange sein“, so Haarke.

Die Tarifrunde im Einzelhandel beginnt im April 2026. In der Branche sind 3,1 Millionen Menschen beschäftigt. Die Tarifrunde ist damit eine der größten in Deutschland.

Quelle: HDE